„Geben die Hoffnung nicht auf“

Der SV Emmendorf (Kevin Schusdzarra) will mit Dampf aus der Winterpause starten, die Vorbereitung beginnt mit individuellen Läufen. Fotos (4): B. Klingebiel

Der Triumph beim 13. AZ-Presse-Cup in der Halle war Balsam auf die tiefen Wunden, die sich der abgeschlagene Tabellenletzte SV Emmendorf in der miserablen Hinrunde der Landesliga zugezogen hat.

„Wir wollen keinen Abschiedstournee-Fußball zeigen“, schöpfen die Trainer Nick Motzny und Felix Lüring neuen Mut.

Emmendorf – Nach der Winterpause warten noch 13 Saisonspiele auf die Grün-Schwarzen, die 14 Punkte Rückstand haben auf die Sicherheitszone. Am 27. Januar werden die Kicker mit individuellen Läufen in die Vorbereitung starten, das erste Mannschaftstraining ist für den 2. Februar angesetzt.

„Keiner im Verein wird weniger geben“

Trotz der sportlich verzweifelten Lage am Tabellenende wird es kein Larifari geben in Emmendorf: „Wir spielen weiterhin in einer leistungsorientierten Liga und gehen unsere Vorbereitung entsprechend professionell an. Keiner im Verein wird trotz der aktuellen Situation auch nur ein Prozent weniger geben“, versichert Motzny.

„Wirklich gute Kicker in unseren Reihen“

Die Mannschaft habe „wirklich gute Kicker“ in ihren Reihen, das habe „nicht zuletzt der Sieg beim Presse-Cup gezeigt“. Das Trainerduo will außer an der körperlichen Fitness „auch an unseren Offensivstandards feilen und noch mehr Automatismen in der Defensive entwickeln“, erklärt Motzny.

Ungebrochen ist der Optimismus auch bei Thomas Kellmer. Im AZ-Interview spricht der Vereinsvorsitzende über seine Hoffnung auf das Wunder Klassenerhalt, die Planungen für die nächste Saison und die Vereinsstrukturen im Uelzener Fußball.

Herr Kellmer, was gibt der Turniersieg beim AZ-Presse-Cup der Mannschaft und dem Klub nach dem überaus schwierigen letzten Jahr, in dem sie nach herben Spielerverlusten lange erwägten, das Team nur noch in der Bezirksliga zu melden?

Thomas Kellmer: Zunächst einmal die Bestätigung, dass der Verein und die Mannschaft mit allen Fans und Freunden noch funktioniert. Natürlich ist es eine große Freude, dieses hochkarätig besetzte Turnier verdient zu gewinnen.

Tabellenletzter, 14 Punkte Rückstand. Haben Sie sich mit dem Abstieg aus der Landesliga bereits abgefunden?

Die Verantwortlichen im Verein sind realistisch genug, um die sportliche Situation richtig einzuschätzen. Dennoch glauben wir an unsere Stärken und stehen komplett hinter unserer Mannschaft. Solange der Klassenerhalt rechnerisch noch möglich ist, geben wir die Hoffnung also nicht auf.

Die Gerüchteküche brodelt. Darin köchelt, dass der SV Emmendorf zur nächsten Saison seine 1. Herren auf die Kreisebene zurückziehen wolle. Was ist da dran?

Dieses Gerücht ist mir neu. Ich kann jedoch durchaus nachvollziehen, wie solche Gerüchte entstehen. In Zeiten, in denen sich Mannschaften und Vereine auflösen, wohl nicht ganz unrealistisch. Ich bin überzeugt davon, dass sich die Vereinsstruktur im Kreis Uelzen in naher Zukunft dramatisch verändern wird. Hier ist ein Umdenken in Vereinsvorständen und beim NFV dringend erforderlich. Aber zurück zu der Frage: Wir planen, im Falle eines Abstiegs aus der Landesliga eine schlagkräftige Mannschaft für die Bezirksliga aufzustellen.

Seit wann laufen die Planungen für die nächste Saison?

Im Grunde seit der Entscheidung, für die Landesliga zu melden.

Wie wird es personell weitergehen – sind zum Saisonende bereits Ab- und Neuzugänge bekannt?

Die Kaderplanung für die kommende Saison ist noch nicht abgeschlossen. Wir werden jedoch so früh wie möglich alle personellen Veränderungen bekannt geben.

Bleiben Felix Lüring und Nick Motzny über das Saisonende hinaus Trainer der 1. Herren?

Die beiden Trainer genießen unser vollstes Vertrauen! Sofern wir unsere Planung wie gewünscht umsetzen, haben beide Trainer einer Vertragsverlängerung zugestimmt.

Was erhoffen Sie sich aus Vereinssicht vom Rest der laufenden Saison?

Dass all das, für das der SV Emmendorf bekannt ist, der große Zusammenhalt und das familiäre Umfeld, erhalten bleibt. Dass wir, wie auch immer es letztendlich ausgeht, die Saison erhobenen Haupt beenden können und alle gemeinsam ein schönes Vereinsjubiläum feiern. Ein wenig mehr Glück als in der Hinrunde wäre allerdings auch wünschenswert!

VON BERND KLINGEBIEL

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