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Fragen an Onur Tunc: Teutonia Uelzen hofft gegen TuS Harsefeld auf eine Überraschung

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Von: Bernd Klingebiel

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Fußballer beim Einwurf mit Ball in beiden Händen über dem Kopf.
Onur Tunc hofft mit Teutonia am Sonntag gegen den favorisierten Titelkandidaten TuS Harsefeld auf den großen Wurf und den ersten Heimsieg dieser Saison. © Klingebiel, Bernd

Diese Zwischenbilanz fordert regelrecht dazu auf, vor Ehrfurcht zu erstarren: Fünf Siege in Folge, zuletzt mit 7:1 und 6:1. Angriffsstärkstes Team der Fußball-Landesliga mit 27 Toren in sieben Partien. Der TuS Harsefeld hat sich als ein Titelkandidat etabliert und gibt am Sonntag (25. September, 15 Uhr, Sportpark) seine Visitenkarte bei Teutonia Uelzen ab.

Uelzen – Die Blau-Gelben warten nach drei vergeblichen Anläufen immer noch auf den ersten Heimsieg der Saison (zwei Remis). Trainer Achim Otte strahlt dennoch Optimismus aus: „Wir wollen zeigen, dass wir auch gegen diese Band mithalten können.“

2017 gab es Teutonias letzten Sieg gegen Harsefeld

Denn die junge Uelzener Mannschaft hat nach zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen den nächsten Schritt ihrer Entwicklung gesetzt, ist der Coach überzeugt. Das Team habe an Stabilität zugelegt, bleibe trotz Rückständen seiner Linie treu. Um die aber teils empfindlichen Leistungsschwankungen innerhalb einer Partie abzustellen, „müssen wir gemeinsam an den Schrauben drehen“, sagt Otte. Die Mannschaft, die weiterhin auf den am Knöchel verletzten Flügelspieler Nils Brüggemann verzichten muss, müsse auf dem Platz auch selbst das Gefühl für die Situation und schnell Lösungen entwickeln. Der Coach: „Die Führungsachse muss sich noch herauskristallisieren.“

Die Gäste aus dem Landkreis Stade um ihre jeweils vierfachen Torschützen Tobias Böttcher, Sören Meyer, Nico Osuch und Pascal Schawaller haben sich nach dem vierten Rang in der Meisterrunde der letzten Saison weiter verstärkt. Otte lobt das „intensive Spiel“ der Grün-Weißen, die „taktisch äußerst variabel“ agieren. Der letzte Sieg gegen Harsefeld gelang den Uelzenern vor ziemlich genau fünf Jahren, am 8. Oktober 2017, beim 6:2-Heimtriumph nach Treffern von Tom Wilhelms (3), Philipp Hatt (2) und Robert Bruck. Danach gab es drei Pleiten und zwei Punktteilungen.

Eine echte Hausnummer sind die Harsefelder vor allem auf ihrem heimischen und engen Kunstrasenplatz. Auswärts kassierte die Mannschaft von Trainer Julian Geils eine 2:4-Niederlage in Verden und gewann jeweils knapp in Uphusen (3:2) und Cuxhaven (2:1) – dort, wo Uelzen zuletzt ebenfalls zwei (klarere) Erfolge feierte.

Vier Fragen an Teutonias Onur Tunc

Warum die Teutonia das Zeug hat, ihre noch kurze Erfolgsserie auch gegen den TuS Harsefeld auszubauen, erklärt Onur Tunc im AZ-Interview. Der 21-jährige Defensivspieler, der in Hamburg Bauingenieurwesen studiert, kennt die Einzelteile, aus denen sich das blau-gelbe Puzzle zusammensetzt. Sein älterer Bruder Ugur Tunc steht dem Team wegen seines Masterstudiums nicht mehr zur Verfügung, denn er zieht um nach Leipzig.

Herr Tunc, nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen liegt die Mannschaft auf Kurs. Welche Entwicklung nehmen Sie innerhalb des Teams wahr?

Onur Tunc: Die letzten Spiele sorgen natürlich für einen Aufschwung im Team. Alle gehen mit einer positiven Einstellung in die Trainingswoche und dementsprechend herrscht auch eine gute Stimmung auf und neben dem Platz. Man sieht, dass es uns im Spiel enorm hilft, da wir genau wissen, wo unsere Qualitäten liegen.

Nach Rückständen zeigte die Mannschaft zuletzt starke Reaktionen. Wie erklären Sie sich diese Comeback-Qualität?

Es ist der neue Teamspirit, der in der Mannschaft ist. Durch diesen Spirit haben wir im vergangenen Jahr am Ende noch die Klasse gehalten, und das ist auch heute noch unsere Stärke. Es ist echt auffallend, dass wir uns als Team inzwischen nicht so schnell aufgeben wie in den Jahren zuvor.

Gerade unsere erfahrenen Spieler wie Philipp Hatt zeigen starke Moral und gehen mit breiter Brust immer voran. Außerdem kriegen wir auch viel Vertrauen vom Trainerteam – selbst nach der katastrophalen ersten Halbzeit gegen Lindwedel-Hope hat Achim (Otte) uns aufgebaut. Das hilft jedem Spieler enorm und bringt einen sehr weit im Spiel.

Bleibt die Frage, warum die Leistungen innerhalb von 90 Minuten oft so extrem schwanken – woran mag das liegen?

Wir haben zu der neuen Saison einen Umbruch vorgenommen mit einem neuen, noch jüngeren Kader, einem neuen Trainerteam und einem neuen System. Wir hatten zwar unsere Vorbereitung, jedoch ist ein Freundschaftsspiel nicht zu vergleichen mit dem Ligaspielbetrieb. Wir brauchen als Mannschaft einfach noch ein bisschen Zeit, um unsere Abläufe perfekt reinzubekommen und die Intensität zu bekommen, damit wir unser Spiel über 90 Minuten durchziehen können.

Gegner Harsefeld hat die mit Abstand stärkste Offensive der Landesliga. Was dürfen wir von Teutonia am Sonntag erwarten, und wie wollen Sie die Angriffspower der Gäste in den Griff bekommen?

Wenn wir das auf dem Feld zeigen, was wir potenziell können, und unsere einfachen Fehler ausstellen, können wir mit einem guten Gewissen in das Spiel gehen und auch eine Mannschaft wie Harsefeld ins Schwitzen bringen.

Wir wissen alle, dass wir uns gegen niemanden verstecken müssen, und auch unsere Ergebnisse in den vergangenen Wochen stehen dafür. Von daher können sich alle auf ein spannendes und sehr intensives Spiel einstellen.

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