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Fußball: Rotsperren über Winter abgelaufen – aber nicht bei Ampelkarte und fünfter Verwarnung

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Von: Bernd Klingebiel

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Die Schiedsrichterin zeigt einem Fußballer die Gelbe Karte.
Wer in der letzten Ligapartie vor der Winterpause die fünfte Gelbe Karte sah, hat Pech – er ist im ersten Pflichtspiel des Jahres gesperrt. © Bernd Klingebiel

Fußballer, die im letzten Punktspiel vor der Winterpause wegen einer sportlichen Entgleisung die Rote Karte sahen statt nur Gelb-Rot oder die (fünfte) Gelbe, haben Glück: Sie dürfen in den bevorstehenden Nachholspielen bzw. zum Start der Auf- und Abstiegsrunden sofort wieder mitspielen.


Uelzen/Landkreis – Wer hingegen eine Ampelkarte sah oder seine fünfte Gelbe Karte aktivierte und in die Winterpause mitnahm, muss seine daraus resultierende Ein-Spiel-Sperre in der ersten Pflichtpartie des Jahres abbrummen.

Darauf hat der Fußballkreis Heide-Wendland während seiner Videokonferenz am Freitagabend (11. Februar) mit den Vereinsvertretern hingewiesen. Der Spielausschussvorsitzende Thore Lohmann betonte: „Gelbe Karten werden in die Auf- und Abstiegsrunden übernommen! Denn die Qualifikation und die Entscheidungsrunden gelten als ein Wettbewerb.“ So sind beispielsweise in der Heide-Wendland-Liga zum Start vier Gelbsperren aktiv, in den beiden Staffel der Bezirksliga 1 insgesamt deren drei.

Damit gibt es eine Ungerechtigkeit im niedersächsischen Amateurfußball. Kicker mit einem handfesten Rotvergehen auf dem Buckel konnten eine womöglich noch wochenlange Sperre in den spielfreien Wintermonaten absitzen und sind zum Saisonauftakt wieder spielberechtigt. Denn die Staffelleitern können per Verwaltungsentscheid Spielsperren in einem Zeitraum von maximal bis zu acht Wochen verhängen. Die Sportgerichte haben weiterreichende Möglichkeiten.

Kreisvorsitzender Hartmut Jäkel: „Ersten Teil der Saison gut gemeistert!“

Während der Videokonferenz lobte der Kreisvorsitzende Hartmut Jäkel (Ebstorf) die Vereine: „Ihr habt den ersten Teil der Saison wirklich gut gemeistert!“ So gibt es nur wenige Spiele aus der Qualifikationsphase nachzuholen. Die genießen jetzt höchste Priorität. Jäkel: „Die müssen wir durchkriegen, sonst wird das nichts mit dem Start der Auf- und Abstiegsrunden am 20. März.“ Dieser Termin zum Frühlingsanfang sei allerdings „nicht fix“, weil Corona oder Wetterkapriolen noch Striche durch die Rechnung ziehen könnten. Die neuen Spielpläne will der Fußballkreis möglichst ab dem 6. März veröffentlichen.

Bei Interesse und Möglichkeit könne nach dem angestrebten Punktspielende Mitte Mai in Absprache mit den Vereinen noch ein Pokalwettbewerb ausgetragen werden. Lohmann: „Wir haben das auf dem Zettel, aber noch nichts geplant.“

Überschuss in der Kasse: Spielbälle für alle Vereine

Der Fußballkreis Heide-Wendland will seine mehr als 100 Mitgliedsvereine an einem finanziellen Überschuss beteiligen. Es habe „kaum Ausgaben“ für Hallenturniere und Veranstaltungen gegeben, die während der Pandemie abgesagt worden sind, erklärte der Kreisvorsitzende Hartmut Jäkel. Der geschäftsführende Vorstand habe daher beschlossen, dass jeder Verein „mindestens einen Bundesliga-Spielball und einen Satz Fahnen“ für die Schiedsrichter-Assistenten erhalte.

Einen Ligapokal werden aber zumindest die Mannschaften aus der 4. Kreisklasse bestreiten, weil die Punktspielsaison in der untersten Klasse im Kreisfußball bis auf ein paar Nachholpartien bereits beendet ist. 27 von 30 beteiligten Vereinen meldeten Interesse an dem neuen Wettbewerb an.

Gespielt werden soll dann vermutlich in drei Siebener- und einer Sechser-Staffel im Einfachrundenmodus mit anschließenden Halbfinals und dem Endspiel. Starttermin soll der 27. März sein. Lohmann: „Die allermeisten Mannschaften wollen in regional eingeteilten Staffeln spielen.“ Die, die überregional antreten wollen, könnten sich dann in einer gemeinsamen Staffel wiederfinden, regte Lohmann an.

In der Spitze lief das mittlerweile etablierte Videoformat des Fußballkreises mit 73 Teilnehmern aus den Vereinen, dem geschäftsführenden Vorstand und einigen Gästen ab. Der Spielausschuss appellierte dabei, wie berichtet, die aktuellen 2G-plus-Regeln vorerst nicht nur auf dem Sportgelände, sondern auch im Spielbetrieb auf dem Rasen anzuwenden und konsequent zu kontrollieren, auch wenn der Niedersächsische Fußballverband eine andere Auffassung vertritt und im Spiel auch die 2G-Regel für möglich erklärt.

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