FUSSBALL Regeländerungen zur neuen Saison, Teil 3

Kein Stress mehr bei Mauerbildung!

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Mauerstress mit abwehrenden und angreifenden: Solche Szenen wird es künftig nicht mehr geben – die angreifende Mannschaft darf sich nicht mehr direkt in die verteidigende Mauer stellen, ansonsten gibt es den indirekten Freistoß andersherum. Foto: picture alliance/Peter Steffen/dpa

Der Schiedsrichter ist nicht immer „Luft“. Bei Freistößen aus eigenem Strafraum geht es ab sofort schneller. Und das elende Gehalte und Gezerre vor und in der Mauer soll ein Ende haben.

VON MARCO HAASE

Uelzen/Landkreis – Um diese Neuerungen geht es im dritten und letzten Teil der AZ-Serie rund um die Fußball-Regeländerungen.

Regel 13: Freistöße

Änderung:

Der Ball ist auch bei Freistößen für die verteidigende Mannschaft im eigenen Strafraum im Spiel, wenn er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Bis der Ball im Spiel ist, müssen sämtliche Gegner

- einen Abstand von mindestens 9,15 Metern zum Ball einhalten,

- bei Freistößen innerhalb des gegnerischen Strafraums außerhalb des Strafraums stehen.

Kommentar:

Endlich! Das Spiel wird schneller, attraktiver. Auch beim Abstoß (Regel 16) gibt es diese Neuerung.

Änderung:

Bilden drei oder mehr Spieler des verteidigenden Teams eine Mauer, müssen alle Spieler des angreifenden Teams einen Abstand von mindestens einem Meter zur Mauer einhalten, bis der Ball im Spiel ist. Wenn ein Spieler des angreifenden Teams diesen Abstand bei der Ausführung nicht einhält, wird ein indirekter Freistoß verhängt.

Kommentar:

Eine zweckmäßige Neuerung, welche die schnelle Ausführung eines Freistoßes fördern und dem Schiedsrichter die Arbeit erleichtern wird. Das nervige Gehalte und Geschiebe vor der Freistoß-Ausführung gibt es damit nicht mehr – auch das macht den Fußball attraktiver. Und wir wissen, ab wann eine Mauer eine Mauer ist: ab drei Akteuren.

Regel 14: Strafstoß

Änderung:

Bei der Ausführung des Strafstoßes muss sich der Torhüter mindestens mit einem Teil eines Fußes auf oder über der Torlinie befinden.

Vor der Ausführung des Strafstoßes muss der Torwart mit mindestens einem Fuß auf der Torlinie bleiben – ansonsten gibt es die Wiederholung, sofern die Kugel nicht im Netz landet. Foto: picture alliance/Marius Becker/dpa

Kommentar:Dem Strafstoß-Schützen sind Finten und Tricks erlaubt, solange diese nicht unsportlich sind. So darf der Schütze den Anlauf verzögern. Daher soll es auch dem Keeper erlaubt sein, zumindest einen Schritt zu machen, wenn er dabei mit einem Fuß auf der Linie bleibt. Übertreiben, wie bei der Frauen-WM in Frankreich (mit Videobeweis) sollte man das Ganze im Sinne des Fußball-Sports indes nicht.

Regel 15: Einwurf

Änderung:

Alle Gegner müssen einen Abstand von mindestens zwei Metern zur Stelle auf der Seitenlinie einhalten, an der der Einwurf auszuführen ist.

Abstand ist beim Einwurf Pflicht – der Gegner muss von der Seitenlinie mindestens zwei Meter Abstand halten. Foto: picture alliance/Andreas Gebert/dpa

Kommentar:

Eine Präzisierung aus der Praxis: Einwürfe werden oft nicht direkt an der Seitenlinie ausgeführt, sondern ein Stück dahinter. Gemessen wird aber ab der Linie – ab dort gelten für die Gegner die zwei Meter. Auch dieser ausreichend große Abstand beugt Stress vor. Wenn ein Gegner dagegen verstößt, und der Einwurf muss wiederholt werden, gilt dies im Übrigen als Unsportlichkeit, und es gibt wegen der Abstandsverkürzung den gelben Karton.

Regel 16: Abstoß

Änderung:

Der Ball ist im Spiel, wenn er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Wenn ein Gegner, der sich bei der Ausführung des Abstoßes im Strafraum befindet, den Ball berührt oder einen Zweikampf um den Ball beginnt, wird der Abstoß wiederholt. Wenn sich bei der Ausführung des Abstoßes noch Gegner im Strafraum befinden, weil sie keine Zeit hatten, den Strafraum zu verlassen, lässt der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen.

Beim Abstoß ist der Ball jetzt auch dann schon im Spiel, wenn er den Strafraum noch nicht verlassen hat – auch das macht, wie beim Freistoß, das Spiel schneller. Foto: picture alliance/Christian Charisius/dpA

Kommentar:

Sehr sinnvoll, das macht den Fußball schneller, und es ist eine Änderung, die wir auch schon bei der Regel 13 (Freistöße aus dem eigenen Strafraum) haben. Gegnerische Akteure müssen den Strafraum vor Ausführung des Abstoßes verlassen – es sei denn, sie verhalten sich passiv oder haben eben keine Zeit, den 16,50-Meter-Raum zu verlassen. Und auch hier ein Hinweis für Regelfüchse: Die Abkürzungen „16er“ für Strafraum und „5er“ für Torraum sind falsch – der Strafraum ist 16,50 Meter lang, der Torraum 5,50 Meter. Die krummen Zahlen rühren übrigens aus dem Fußball-Mutterland, England, her, wo alles in Yards und Inches gemessen wird – und das ist in der Umrechnung auf Meter und Zentimeter eben krumm.

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