Fußball: Bereit für die Entscheidung

NFV bevorzugt den Saisonabbruch mit Annullierung

Fußballtor und Gänseblümchen
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Wann läuft die Zeit des Stillstandes im Amateursport endlich ab? Der Niedersächsische Fußballverband glaubt nicht mehr daran, noch in dieser Saison das Leben auf die Sportplätze zurückzubringen.
  • Bernd Klingebiel
    VonBernd Klingebiel
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Jetzt spricht gar nichts mehr dafür, dass der Spielbetrieb im Amateurfußball bis zum Sommer nochmal in Schwung kommt.

Barsinghausen/Uelzen – Lockdown bis zum 18. April, die dritte Welle der Corona-Pandemie rollt heran, Lockerungen sind nicht in Sicht. Der Verbandsvorstand des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) hat sich am Dienstagabend auf einer Videokonferenz mit der aktuellen Entwicklung befasst –und endlich ein klares Signal an seine Vereine gesendet. Es lautet: Saisonabbruch mit Annullierung!

Landesweit steigen die Inzidenzzahlen, die Hoffnungen der Fußballer auf einen baldigen Punktspiel-Restart und eine sportlich möglichst faire Wertung der Saison sind auf dem Tiefpunkt. Der Abpfiff der Saison 2020/21 erscheint unausweichlich. Der Countdown für die Entscheidung ist auf eine Woche gestellt.

NFV: Annullierung ist die „bevorzugte Variante“

Die neueste Botschaft des NFV-Verbandsvorstandes, dem unter anderen die Vorsitzenden der 33 niedersächsischen Fußballkreise angehören, ist der Abbruch mit Annullierung aller Ergebnisse. Also ein kompletter Neustart mit alter Staffelbesetzung nach der Sommerpause oder im Herbst. Dies sei die bevorzugte Variante, fasste am Abend NFV-Präsident Günter Distelrath die Stimmungslage nach der nicht turnusmäßigen Sitzung zusammen. Einige Landesverbände um Niedersachsen herum haben dieses Tabula-rasa-Modell längst für sich beschlossen.

Insofern werde der NFV im Rahmen einer ordentlichen Verbandsvorstandssitzung am nächsten Mittwoch, 31. März, per Abstimmung „zur weiteren Planungssicherheit für Vereine und Verband eine alternative und finale Entscheidung zum Umgang mit dem Spieljahr 2020/2021 treffen“, hieß es.

Als Alternative gilt zum einen, die Saison weiterhin im Stand-by-Modus zu belassen und mit den aktuellen Tabellenständen fortsetzen, sobald es wieder möglich ist. Zum anderen der Saisonabbruch mit Wertung per Quotientenregelung (Punkte pro Spiel), um die Auf- und Absteiger zu ermitteln.

Distelrath: „Unsere feste Absicht war die sportliche Beendigung der Saison. In wie weit dieses Ziel angesichts der inzwischen wieder drastisch gestiegenen Infektionszahlen und der Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz noch realistisch ist, war Gegenstand unserer heutigen Erörterung.“

Dabei habe sich abgezeichnet, dass die nach dem Stufenplan erforderlichen Inzidenzwerte und Öffnungsschritte es nicht gestatten würden, das Mannschaftstraining und den Pflichtspielbetrieb rechtzeitig wieder aufzunehmen, um an der sportlichen Fortsetzung und Beendigung der Saison 20/21 bis maximal zum 21. Juli festzuhalten.

Sonderrollen spielen bei einer Annullierung die Oberliga Niedersachsen, in der die Aufsteiger für die Regionalliga Nord gefunden werden müssen. Und der Landespokal, in dem auf die Sieger die mit einer unteren sechstelligen Euro-Summe besetzte Qualifikation für den DFB-Pokal wartet. Wie die Lösungen dafür aussehen sollen, steht noch nicht fest.

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