FUSSBALL-LANDESLIGA Weltenbummler Tom Wilhelms stürmt wieder für Teutonia Uelzen

„Tore kann man nicht planen“

Stationen einer Weltreise: In Australien schloss Tom Wilhelms Bekanntschaft mit einem Känguru, entspannte auf Koh Lanta in Thailand, erlebte spektakuläres „Whale Watching“ in Sydney und Raubtiere auf der Jagd im Krüger-Nationalpark in Südafrika (Fotos unten). Fotos:
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Stationen einer Weltreise: In Australien schloss Tom Wilhelms Bekanntschaft mit einem Känguru, entspannte auf Koh Lanta in Thailand, erlebte spektakuläres „Whale Watching“ in Sydney und Raubtiere auf der Jagd im Krüger-Nationalpark in Südafrika (Fotos unten). Fotos:

Uelzen - von Bernd Klingebiel. Ein Jahr lang reiste Tom Wilhelms um die Welt. Er verpasste die halbe Saison und stand dennoch im AZ-Team der Spielzeit 2017/18. Jetzt ist der torgefährliche Flügelspieler wieder zurück beim Fußball-Landesligisten Teutonia Uelzen.

VON BERND KLINGEBIEL

Ein Höhepunkt der Weltreise: Bei einer Wanderung auf den Roys Peak in Neuseeland genießt Tom Wilhelms die faszinierende Aussicht.

Uelzen – Tom Wilhelms musste die Vorbereitung wegen einer Erkrankung allerdings vorsichtig beginnen. Am letzten Sonnabend im Testspiel gegen den Lüneburger SK gab der 23-Jährige dann sein langersehntes Comeback. Die AZ sprach mit dem Weltenbummler über seine Reiseerlebnisse, den Fußball in Down Under und seine Ziele.

AZ: Herr Wilhelms, wie sah der Zeitplan fürs Comeback aus?

Tom Wilhelms: Nachdem ich grünes Licht aus dem Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen bekommen hatte, konnte ich bislang drei Wochen trainieren, wurde und werde nebenbei noch in der Praxis von Marvin Großkrüger behandelt. Somit stand dem Comeback gegen den LSK nichts im Wege. Ich bin froh, der Mannschaft wieder zur Verfügung zu stehen.

Ein Jahr um die Welt. Auf welcher Route waren Sie unterwegs?

Die Route führte über Australien, Fidschi, Neuseeland, Thailand, Südafrika und Dubai zurück in die Heimat. Bleibt also noch ein bisschen zu erkunden...

Mit Rucksack und per Anhalter...?

Der Rucksack war tatsächlich ein Jahr lang mein Begleiter und Kleiderschrank zugleich. Allerdings fand das Fortbewegungsmittel Anhalter keine Anwendung, da alle Flüge vorab gebucht waren. Innerhalb der Länder konnten wir auf die öffentlichen Verkehrsmittel und Organisationen zurückgreifen, die einem das Reisen vereinfachen.

Welches Ziel können Sie uns empfehlen?

Um ehrlich zu sein, hat jedes Land seinen eigenen Charme und Reiz. Dennoch haben mich unterm Strich Neuseeland mit seiner Landschaft, Südafrika mit der Kultur und Tierwelt sowie Fidschi mit seiner Idylle überzeugt.

Für alle, die jetzt das Fernweh packt: Wie lässt sich so eine einjährige Weltreise mit dem Berufs- und Privatleben vereinbaren?

Nach meiner Ausbildung haben wir uns auf einen Vertrag geeinigt, der Ende des Jahres 2017 ausgelaufen ist, somit war berufstechnisch alles in trockenen Tüchern. Privat war es letztlich auch kein Problem, da ich noch zuhause gewohnt habe und meine Freundin mit im Gepäck hatte. Dennoch muss man natürlich einiges klären bezüglich Versicherungen, Verträgen und so weiter.

Was beeindruckte Sie am stärksten, sowohl positiv als auch negativ?

Die verschiedensten Landschaften und Kulturen haben mich, gepaart mit all den gesammelten Eindrücken, persönlich am meisten positiv beeindruckt. Ein großes Erlebnis war dazu noch, die verschiedenen Tierwelten außerhalb des Zoos bestaunen zu können und sie in freier Wildnis zu erleben.

Negativ zu betrachten sind mit Sicherheit die Lebensumstände in ärmeren Regionen, was gleichzeitig auch sehr positiv zu betrachten ist, da diese Menschen mit sehr wenigen Mitteln ihren Alltag bewältigen und trotzdem jeden Tag mit einem Lachen und Lebensfreude beginnen.

Haben Sie einheimischen Fußball auf Ihren Stationen erlebt, sind vielleicht ins Stadion gegangen?

In Australien hatte ich die Möglichkeit, den Fußball zu erleben, weil ich unter anderem in einem Jugendcamp als Trainer beschäftigt war. Das Interesse am Fußball kann man aber leider nicht mit dem in Deutschland vergleichen, da die Popularität deutlich geringer ist und andere Sportarten Vorrang genießen. In den anderen Ländern ist der Fußball eher in den Schatten gerückt. Dennoch wurde bei Gelegenheit gern der Nationenvergleich am Strand gezogen und gegen das Runde getreten.

Sie waren als Trainer in Australien tätig...?

Ja, in Sydney in einer Fußballschule, was als zweiwöchiges Camp stattfand. Die Kids waren natürlich interessiert an all den international bekannten deutschen Fußballprofis der heutigen Zeit und wollten vieles über die Vereine und Stadien wissen.

Wie sind Sie zu diesem Job gekommen?

Ziemlich spontan! Ich war laufen an einem Kunstrasenplatz und sah die Kids trainieren. Ich bin auf einen Verantwortlichen zugegangen, so kam man ins Gespräch.

Zurück nach Uelzen. Teutonia rettete sich erst im letzten Spiel vor dem Abstieg. Wie dicht waren Sie dran am Geschehen?

Da es in Australien sehr früh am Tage war, konnte ich leider nur mit einem Auge dabei sein. Dennoch war die Erleichterung am Ende groß, ich konnte entspannt frühstücken gehen.

Wären Sie noch Teutone, wenn die Mannschaft abgestiegen wäre?

Die Frage will und kann ich nicht beantworten, weil ich kein Freund des Konjunktivs bin, daher lässt sich darüber nur spekulieren.

Als Trainer Frank Heine das Team im letzten Winter übernahm, waren Sie bereits auf Tour. Wie hat sich die Mannschaft, hat sich die Spielweise seitdem verändert?

Ich denke, dass sich die Mannschaft mittlerweile spielerisch weiterentwickelt hat. Aus der Ferne lässt sich darüber aber nur schwer urteilen. Daher bin ich gespannt, was mich in den nächsten Wochen erwartet.

Wie viele Treffer dürfen die Fans von Ihnen bis zum Saisonende erwarten?

Tore kann man letztlich nicht planen, sondern muss dafür die Woche über hart arbeiten; der Rest passiert dann meist von selbst. Trotzdem wäre es natürlich reizend, in den Windschatten von Eugen (Krasnikov/5 Saisontreffer, Anmerkung der Redaktion) zu kommen und ihn bei Gelegenheit zu überholen. Allerdings haben die Mannschaftsziele Priorität, ihnen gilt es sich unterzuordnen.

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