Serie AZ-Team-Check

TV Rätzlingens Trainer Michael Kottlick glaubt an den Klassenerhalt

Spielszene mit drei Fußballern im Mittelfeld.
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Hinter dem TV Rätzlingen liegt eine punktearme Qualifikationsrunde. Nach 14 Spieltagen stehen nur drei Zähler auf der Habenseite. Mit Unterschiedsspielern wie Henrik Koch (rechts) soll es allerdings mit dem Klassenerhalt doch noch klappen.
  • VonAron Sonderkamp
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Besondere Spiele, herausragende Akteure, unvergessliche Momente. In der Serie Team-Check nimmt die AZ das Hinrunden-Abschneiden der Uelzener Fußballklubs genau unter die Lupe. Heute aus der Staffel 1 der 1. Kreisklasse Süd: TV Rätzlingen.



Rätzlingen –
Viel gab es für den TV Rätzlingen in dieser Saison in der Staffel 1 der 1. Fußball-Kreisklasse Süd nicht zu holen. Nach 14 Spieltagen stehen einem Sieg 13 Niederlagen gegenüber. Unterkriegen lässt sich der TVR nicht. Gerade, weil die Formkurve zum Ende der Spielzeit anstieg. Für Trainer Michael Kottlick wenig verwunderlich. Auch er benötigte eine gewisse Eingewöhnungszeit. Zwar gab Kottlick sein Debüt bei den Grün-Weißen bereits Mitte Oktober 2020, er konnte die Mannschaft aber aufgrund der Corona-Lockdowns erst im Laufe dieser Saison richtig kennenlernen: „Ich musste mich erst auf die Spieler einstellen. Das funktioniert jetzt besser. Außerdem hatten wir von vornherein nicht viel Puffer. Wir mussten viele Spieler auf falschen Positionen einsetzen.“ Auch auf Sturmjuwel Jannik Boeck musste der TVR verzichten.

Das hat gut geklappt

Den leichten Formanstieg zum Saisonende führt der Coach auf eine starke Moral zurück: „Das sind alles Jungs vom Dorf, teilweise untereinander befreundet. Da gibt es keinen Maulkopf.“ Auch die teils krassen Fehler seien endlich minimiert worden.

Das geht besser

In der Offensive fehlte dem TV Rätzlingen klar die letzte Durchschlagskraft. Obwohl es an Chancen nicht gemangelt habe, erklärt Kottlick. „Wir hatten fast in jedem Spiel drei bis vier Hochkaräter. Da waren Spiele dabei, da verzweifelst du draußen.“ Auch im Defensivverbund schlichen sich gerade zum Saisonbeginn öfter mal eklatante Fehler ein. Im Kasten fehle es Mohammad Hosein Bidarvand zwar nicht an Qualität, allerdings an Körpergröße: „Er weiß, was er tut, ist aber keine 1, 70 Meter groß. Da kommst du an manche Bälle einfach nicht ran“, zeigt der TVR-Trainer Verständnis.

Das besondere Spiel

Der einzige Saison-Sieg gegen den TSV Lehmke (2:1) sticht für Kottlick klar heraus. „Als ich mein Amt angetreten bin, haben wir schon gegen Lehmke gewonnen. Ich habe also gesagt: Jungs, wir können Lehmke!“ Gerade für den Kopf sei der Erfolg enorm wichtig gewesen: „Sie haben gesehen, dass es möglich ist und wir mit diesen Mannschaften mithalten können.“

Der besondere Moment

Abseits des Platzes bleibt dem TVR-Übungsleiter ein Mannschaftsabend in einem Uelzener Restaurant in Erinnerung: „Das war toll! Von Jung bis Alt waren alle mit dabei. Das war eine runde Sache.“

Der Spieler der Hinserie

Nicht nur im letzten Qualifikationsspiel beim 3:4 gegen Stadensen überzeugte Torjäger Henrik Koch mit einem Dreierpack. „Er ist der kompletteste Spieler. Er hat auch das Talent, höher zu spielen. Gut, dass er hier einen engen Freundeskreis hat und nicht weg will. Da bist du froh, wenn du so eine Granate hast“, freut sich Kottlick. Doch auch Niklas Cittrich habe sich in der Viererkette in den Vordergrund gekickt. „Er hat sich unheimlich gemausert und eine gute Entwicklung genommen.“

Der Ausblick

Die Marschroute ist klar: „Wir wollen die Klasse halten. Auch wenn wir nur drei Punkte haben und es wirklich schwierig wird“, betont Kottlick. Sollte der Gang in die 2. Kreisklasse dennoch anstehen, sei das kein Drama: „Im Verein wurde kommuniziert, dass ein Abstieg kein Weltuntergang wäre. Mit ein bisschen Glück ist der Klassenerhalt möglich“, ist Kottlick nicht bange. Hoffnungsträger ist dabei auch der zurückkehrende Jannik Boeck.

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