Benjamin Silbermann führt zum zweiten Mal als bester Spieler das AZ-Team des Jahres an

„Der Fußball hat immer höchste Priorität für mich“

Zum zweiten Mal nach 2013/14 führt Benjamin Silbermann als bester Fußballer das Team des Jahres an. Foto: B. Klingebiel

Emmendorf/Uelzen. Seit fünf Jahren steht er ununterbrochen in der jeweiligen AZ-Mannschaft des Jahres. Nun ist er nach der Saison 2013/14 zum zweiten Mal auch der Leader im Team: Benjamin Silbermann war laut AZ-Auswertung der beste Uelzener Fußballer der Spielzeit 2015/16.

Insgesamt sechs Mal wurde der SVE-Kapitän ins Team der Woche berufen. Das schaffte keine anderer. Auf Rang zwei folgt Gino Bölter vom Landesligaaufsteiger TuS Bodenteich mit fünf Nominierungen; der Angreifer wird den Blau-Weißen wegen eines Kreuzbandrisses in den nächsten Monaten fehlen. Bronze teilen sich mit Sören Otte ein weiterer Emmendorfer und der Molzener Florian Meyer, die jeweils vier Mal berufen wurden.

Der Emmendorfer Sören Otte ist mit vier Berufungen ins AZ-Team des Jahres eingezogen.

Ein „AZ-Team des Jahres“ wird es diesmal in bekannter Form aber nicht geben. Dazu waren die Leistungen der Uelzener Kicker von Woche zu Woche zu ausgeglichen. Denn hinter dem führenden Quartett um Kapitän Silbermann drängeln sich gleich 21 (!) Spieler mit jeweils drei Nominierungen. Das reicht für zwei „AZ-Teams des Jahres“ oder eine riesengroße Ersatzbank.

Erst der Titel-Hattrick mit Emmendorf in der Bezirksliga, jetzt auch noch die Auszeichnung als bester Kicker der vergangenen Saison. Die AZ sprach mit Dauerbrenner Benjamin Silbermann.

Herzlichen Glückwunsch, Herr Silbermann, Sie sind nach 2013/14 zum zweiten Mal der beste Spieler der Saison! Was bedeutet Ihnen das?

Das ist eine große Ehre für mich. Insbesondere im Hinblick darauf, dass sich meine Laufbahn naturgemäß nun ja auch schon merklich dem Ende entgegen neigt und ich nicht weiß, ob und wie lange ich überhaupt noch ein Leistungsträger in der I. Herren des SVE sein kann, ist es natürlich ein schönes Gefühl zu wissen, dass ich auch im höheren Fußballalter noch ein wichtiger Baustein im Spiel des SV Emmendorf 2015/16 war.

In den letzten fünf Jahren gab es keine „Elf des Jahres“ ohne Sie. Wie schaffen Sie es bloß, konstant auf einem so hohen Niveau zu spielen?

Zweitbester mit fünf Nominierungen: Gino Bölter. Foto: am

Ich weiß jetzt natürlich nicht, inwieweit die „Elf des Jahres“ als Indikator für mein fußballerisches Niveau herhalten kann. Aber letztlich denke ich, dass der Mannschaftserfolg zu einem großen Teil dafür verantwortlich ist. 2011/12 wurden wir Fünfter, im Jahr darauf Vierter und zuletzt dreimal in Serie Bezirksligameister. Rein persönlich glaube ich zum Einen, dass es ein Stück weit auch meiner Rolle als Mannschaftskapitän geschuldet ist/war, da man ja eine Art Vorbild für seine Mitspieler sein sollte und das am besten über großes Engagement auf und neben dem Feld vorleben kann. Und zum Anderen vielleicht der Fakt, dass der Fußball immer höchste Priorität für mich hat und ich dem Sport alles untergeordnet habe.

Auch im SV Emmendorf steht Ihr Name für Rekorde. Nennen Sie doch bitte mal ein paar davon.

Ach ja, Rekorde… – eigentlich zeigen solche Zahlen in der Regel ja nur, dass man den Absprung nicht geschafft hat und/oder sehr in (s)einem Verein verwurzelt ist (lacht). Aber ein wenig stolz bin ich logischerweise schon, dass ich wahrscheinlich erstmal ein paar Jahre die ewige Torschützenliste der I. Herren anführen werde und mich vielleicht im Laufe der neuen Saison auch in der ewigen Einsatzstatistik am unvergessenen Jörg Chluba vorbeischieben kann. Am meisten freue ich mich aber eigentlich über unsere Kreisligasaison 2006/07, die wir mit weißer Weste – (30 Siege in 30 Spielen – abschließen konnten und ich mir mit Kai-Oliver „K-O“ Latzko ein rückblickend geradezu wahnwitziges Rennen um die Torjägerkrone lieferte – 51 zu 50!.

Die Vereinsrekorde in Zahlen lauten doch gleich wie...?

Ich habe 367 Tore geschossen, Helge Schenk als Zweiter 331. Und bei den Einsätzen hat Jörg Chluba 504 und ich bin mit bisher 499 dabei.

Wie konnten Sie den vielen Lockrufen von höherklassigen Vereinen widerstehen und dem SVE die Treue halten?

Im Grunde ist es so, dass ich viel zu sehr in Emmendorf verwurzelt bin und zum Beispiel auch aufgrund meiner Platzwarttätigkeit eine tiefe Verbindung zum Verein habe. In meinen Anfangsjahren war da einfach die große Euphorie, als wir 2003 den ersten Bezirksklassenaufstieg seit 1983/1984 schafften. Dann ging es sogar hoch in die Bezirksliga Ost. Es folgte der dramatische Abstieg in der Regenschlacht gegen Eintracht Celle und, und, und. Irgendwas war immer, dass mir gesagt hat „Du darfst und willst die Mannschaft nicht im Stich lassen“. Und ehrlicher Weise gab es diese vielen Lockrufe auch gar nicht. 2010, als Teutonia Uelzen in die so prominent besetzte Oberliga aufstieg, wurde es dann aber tatsächlich einmal konkreter. Und das werden mir meine Kumpels Markus Börngen, Pietro Papa und Danny-Torben Kühn wahrscheinlich auch ewig vorhalten (lacht). Allerdings bekamen wir just in diesem Sommer einen neuen Trainer in Emmendorf und unser „Präsi“ meinte dann nur zu mir – „Benni Zasendorf wird euer neuer Coach, dann bleibst du ja?!“ Am Ende bin ich aber glücklich darüber, wie meine aktive Herrenzeit verlaufen ist. Und ich glaube, meine Persönlichkeit war auch für nichts anderes gemacht, als den Fußball im sicheren Umfeld des Heimatvereins.

 

Drei Mal Bezirksligameister, drei Mal kein Aufstiegsrecht. Klappt es denn am Ende der nächsten Saison mit dem Sprung in die Landesliga?

Florian Meyer.

Das Potenzial hat die Mannschaft,  ohne Frage, das haben wir nun ja eigentlich auch schon drei Jahre am Stück bewiesen. Zudem bekommen wir junge talentierte und hervorragend ausgebildete Spieler hinzu, die sicherlich mit größtem Engagement ihre ersten Schritte im Herrenfußball machen wollen, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Allerdings hatten wir drei Jahre auch keinen echten Druck – abgesehen vom Druck, den wir uns selbst auferlegt haben – und müssen nun damit leben, dass das Wort Aufstieg im Zusammenhang mit dem SV Emmendorf immer mal wieder fallen wird.

Sie sind dann im nächsten Sommer 34 Jahre alt. Die Landesliga 2017/18 würde in Emmendorf mit oder ohne Benni Silbermann laufen?

Das ist ja zum Glück eine Frage, die noch relativ weit in der Zukunft liegt (lacht). Grundsätzlich spiele ich aber immer noch sehr gerne Fußball und habe nicht das Gefühl, schon zu alt für den Sport auf diesem Level zu sein. Die Anforderungen von unseren Trainern Achim Otte und Till Marks sind allerdings schon hoch, wer weiß, ob es in dieser Saison überhaupt noch für mich reicht. Sollte ich von Verletzungen verschont bleiben, möchte ich aber auf jeden Fall noch das eine oder andere Jahr im Herrenbereich auf vernünftigem Niveau aktiv sein.

Von Bernd Klingebiel

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