Fußball goes Klassik

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Rätzlingens Wilfried Vick nahm an der Ehrungsveranstaltung Club 100 teil mit Besuch des Länderspiels Deutschland – Niederlande.

Uelzen/Landkreis. Das Landesliga-Derby bot einige Anekdoten außerhalb des Platzes. Ebenso das Länderspiel in Hamburg, bei dem einige Uelzener dabei waren.

Und so dreht sich im heutigen AZ-Nachschuss vieles um den Krisengipfel zwischen Teutonia Uelzen und die EM-Quali Deutschland vs. Niederlande.

Ehre für TVR-Macher

Im Rahmen des Länderspiels Deutschland gegen die Niederlande fand die offizielle Ehrungsveranstaltung für alle diesjährigen Club- 100-Mitglieder des Deutschen Fußball Bundes (DFB) statt. Mit dabei war auch der Vorsitzende des TV Rätzlingen, Wilfried Vick, der sich seit 45 Jahren im Verein engagiert. Er war einer von neun eingeladenen niedersächsischen Ehrenamtspreisträgern. Auch der Spielausschussvorsitzende des Heide-Wendland-Kreises, Thore Lohmann vom TSV Gellersen, bekam eine Einladung.

Die Geehrten wurden vom NFV-Ehrenamtsbeauftragten Hermann Wilkens begrüßt und vom kommissarischen DFB-Präsidenten Rainer Koch für ihre außerordentlichen Tätigkeiten und ihr herausragendes Engagement ausgezeichnet. An der Veranstaltung nahmen auch DFB-Vizepräsident Peter Frymuth, DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius, der Präsident des Hamburger SV, Marcell Jansen, und Weltmeister Olaf Thon teil. Abgerundet wurde der Tag durch ein exklusives Ehrungsessen und den gemeinsamen Länderspielbesuch.

Seit der Gründung der Aktion Ehrenamt im Jahr 1997 verleiht der DFB in Zusammenarbeit mit seinen Landesverbänden jährlich den DFB-Ehrenamtspreis. Vick ist erst der vierte Uelzener Fußballer, dem diese Ehre zuteil wurde. Vor ihm wurden nur noch Astrid Bendig, Betreuerin U16 TuS Bodenteich (2012), Andrea Gerstenkorn, Nachwuchs-Trainerin Union Bevensen (2011), und Gerhard Appelt, Vorsitzender VfL Böddenstedt (2001), in den 100er-Club aufgenommen.

Faire Geste

Teutonias U17-Kicker siegen lieber auf sportlichem Wege. Die Zweitrundenpartie im Bezirkspokal gegen JFV Aller-Weser wurde abgesagt, weil der Gegner zahlreiche Ausfälle beklagte. Der Verein reichte Atteste ein, die aber nicht die ausreichende Begründung in sich trugen. Teutonias Trainer-Team entschied einen Tag vor dem geplanten Anpfiff, dem Wunsch des JFV Aller-Weser nachzukommen, „weil ein sehr offener und ehrlicher Kontakt zum dortigen Trainer besteht“, erklärte Coach Henning Schröder. „Es ist nicht unsere Art und unser Stil, die vorhandene Schwäche des Gegners kurzfristig auszunutzen. Wir haben stattdessen ein Samstags-Training eingeschoben und einen Team-Nachmittag mit Mannschafts-Essen und Besuch des Landesliga-Derbys absolviert.“

Kicker am Klavier

Fußball goes Klassik: Teutonia Uelzens Ehrenpräsident Gerhard Kuhring hatte mit Unterstützung des Kulturkreises und der Stadt zu einem Klavierkonzert in den Rathaussaal eingeladen. Der ehemalige Teutonen-Kicker Dr. Daniel Ehlers verzückte eine Stunde lang mit einem Mix aus modernen Liedern sowie Werken von Beethoven und Schumann. Vor fast genau 17 Jahren hatte der damals 18-Jährige schon einmal am gleichen Ort konzertiert. Unter den Gästen diesmal waren unter anderen der Ex-Trainer der 1. Herren, Wolfgang Fleske, die ehemaligen Vereinspräsidenten Heinz Martens sowie Lutz Börngen. Aber auch die verdiente Kicker wie Rainer Struck und Mario Drewes durften sich an gemeinsam verbrachte Zeiten bei den Blau-Gelben zurückerinnern.

Tanz auf dem Tisch

In der Kabine des SV Emmendorf ging es nach dem Sieg beim Landesliga-Derby hoch her. Alexander Gertig gibt den Chef-Einpeitscher und hüpft im Kreise seiner Mitspieler auf dem Tisch.

In den Kabinen im Uelzener Sportpark ging es nach dem Landesliga-Derby zwischen Teutonia und dem SV Emmendorf hoch her. Zumindest in der Umkleide der Gäste, die ihren 1:0-Überraschungssieg feierten, Schlachtgesänge riefen und sprichwörtlich auf den Tischen tanzten. „Wir haben es ordentlich krachen lassen“, staunte Coach Nick Motzny. Anschließend sind die Emmendorfer dann bei Motznys Trainerkollegen Felix Lüring eingekehrt.

Oranje-Pleite gesehen

Die U13- sowie U15-Fußballer der JSG Aue Wrestedt hatten ihre Idole direkt vor Augen und besuchten das EM-Qualifikationsspiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande in Hamburg. Als der DFB im März die Spielorte der Länderspiele festgelegt hatte, war für die Organisatoren Patrick Kühn (U13) und Jens Bergemann (U15) klar: „Da müssen wir unbedingt versuchen, Eintrittskarten zu organisieren, um unseren Mannschaften ein ganz besonderes Fußball-Event zu ermöglichen.“ Als es dann vor einigen Monaten die Zusage gab, war die Vorfreude riesig. Über 50 Tickets bekam die JSG.

Und so traten die Wrestedter mit großem Reisebus den Weg nach Hamburg an. Fahrer war Jürgen Hasenbein, Die Sitzplätze in der Nordtribüne waren Teil der Choreografie vor Spielbeginn. Alles begann gut, Deutschland ging durch Serge Gnabry schnell in Front. Der Jubel war groß, alles lief nach Plan. Eine La Ola-Welle schwappte durch das ausverkaufte Volksparkstadion.

„Ganz anders als unsere Jugendkicker ließ die Nationalmannschaft insbesondere in der zweiten Halbzeit die Leidenschaft und den Kampf vermissen, den es braucht, um ein Spiel umzubiegen“, fand Bergemann. „Trotz der Niederlage war man sich einig, dass es eine ganz tolle Fahrt war. Ein Länderspiel sieht man eben nicht alle Tage.“ Um 1 Uhr kamen alle wieder in Wrestedt an.

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