Rasenplätze weiter in katastrophalem Zustand: Die nächste Absagewelle droht am Wochenende

Frostige Stimmung unter den Fußballern

+
Das frostige Wetter könnte auch an diesem Wochenende den Spielplan durcheinanderwirbeln. Solange die Temperaturen nachts unter dem Gefrierpunkt liegen, ist an Fußball spielen nicht zu denken, erklären die Trainer.

Uelzen/Landkreis. Der Frost friert weiter den Spielbetrieb ein. Angesichts der Dauerkälte hat sich die Lage in den vergangenen Tagen sogar noch zugespitzt! Uelzens Fußballer gehen davon aus, dass auch an diesem Wochenende keine Punktspiele stattfinden werden.

Es sind inzwischen nicht nur die ramponierten, da gefrorenen Fußballplätze. Auch das Verletzungsrisiko steigt durch den knochenharten Boden. Und es könnte alles viel schlimmer werden, weil Polarkälte anrollt und es in den kommenden Tagen noch kälter wird. Noch mehr Spielausfälle wären die Folge. „Die Prognose sagt nichts Gutes aus“, fürchtet Eddelstorfs 1. Vorsitzender Michael Strzalla. Der Platzwart des Kreisliga-Spitzenreiters kennt die Tücken: „Viele denken, man kann spielen, weil die Sonne scheint und es trocken ist.“ Dem sei nicht so. „Tagsüber taut es an der Oberfläche an, aber nicht richtig auf. Das Wasser kann nicht abfließen. Wenn man auf den Rasen tritt, suppt der ganze Platz. Bei 22 Spielern wäre er nach einer halben Stunde komplett unter Wasser. Man würde sich die ganze Grasnarbe kaputtmachen. Und es macht unheimlich viel Arbeit, so einen Platz herzurichten.“ Strzalla konnte nicht einmal die vielen Löcher stopfen. „Ich komme da nicht mit einer Forke rein.“

Einen hat’s fast schon am Knie erwischt

Außerdem ist das Verletzungsrisiko auf dem harten Untergrund immens. „Durch den Frost sind die Plätze relativ hart gefroren. Björn Becker hätte sich fast wieder eine schwere Knieverletzung zugezogen“, berichtet Oliver Kühn, Trainer des Bezirksligisten Teutonia Uelzen II, der am Sonntag den SV Küsten empfangen soll. „Ich schätze die Chancen auf unter zehn Prozent ein“, ist Kühn genauso skeptisch wie eigentlich alle anderen Trainer.

Auch die Landesligisten Teutonia Uelzen (Sonntag beim SV Ahlerstedt) und SV Emmendorf (Heimspiel am Sonntag gegen Tabellenführer FC Hagen) gehen von einer Absage aus. „Unser Platz ist in einem katastrophalen Zustand. Wenn es so bleibt, wird wohl nichts daraus“, befürchtet Ahlerstedts Fußball-Obmann Tobias Höft.

Im Sportpark bleibt die Lage auch angespannt. „Ab und zu können wir mal auf den Platz drauf und die eine oder andere Übung machen. Ab und zu geht es nicht“, erklärt Teutonias Trainer Frank Heine, der dennoch um abwechslungsreiches Training bemüht ist. Fitnessstudio, Spinning, Cardiotraining. „Wir können ja nicht freimachen."

Auch Emmendorfs Spielertrainer Stephan Blödorn winkt ab. „Es sieht so aus, als würde unser Spiel ausfallen.“ Emmendorfs Teamkapitän und Platzwart Benjamin Silbermann sieht ebenfalls schwarz. „Die Plätze sind uneben. Auch bei kurzzeitigem Tauwetter würde wohl nichts gehen.“

Das geplante Testspiel zwischen Teutonia und Emmendorf auf Kunstrasen in Munster kann nicht stattfinden, da der Platz am Sonntag ausgebucht ist. Die Emmendorf bestreiten dort stattdessen am Sonnabend, 11 Uhr, ein Testspiel. Es fehlt aber noch die Zusage vom anvisierten Gegner. Teutonia sucht dafür noch händeringend einen Spielpartner. „Es wäre toll, wenn sich ein Verein bei uns kurzfristig melden würde“, hofft Coach Heine.

Torhüter als Michelin Männchen

In der Bezirksliga stellt man sich ebenfalls auf eine weitere Zwangspause ein. „Wenn es so kalt wie angekündigt wird, werden auch wir keinesfalls spielen können. Wir werden in der Halle trainieren, weil der gefrorene Boden zu viel Verletzungsgefahr birgt“, erklärt TuS Bodenteichs Trainer Daniel Fleischer. Sein Team trifft laut Spielplan zuhause auf den SV Wendisch Evern.

Ligarivale SV Rosche hat ein Heimspiel gegen den SC Lüchow. Theoretisch, denn auch Coach André Kobus sieht schwarz. Er beklagt auf dem gefrorenen Geläuf tiefe Furchen. „Da kann man schnell wegknicken.“ Besonders schmerzhaft sind solche Platzverhältnisse für Torhüter, findet Kobus. „Auf diesem Boden schmeißt sich doch kein Torwart in die Ecke. Das ist schlimmer als in der Halle und einfach nicht zu verantworten. Man müsste die Torhüter als Michelin Männchen einpacken“, bleibt ihm nur der Galgenhumor.

Auch die Kreisligisten sind vor dem 19. Spieltag skeptisch. Niemand will unnötige Verletzungen riskieren. „Die Gesundheit spielt nun auch eine klare Rolle“, betont Stephan Brinkmann, Trainer des SV Emmendorf II. Florian Schick (TSV Bienenbüttel) hat das Heimspiel gegen den TSV Jastorf gedanklich schon abgehakt. Die Chancen beziffert er auf ein Prozent.

Frost und Feuchtigkeit müssen zunächst raus

In der 1. und 2. Kreisklasse stehen fünf Nachholspiele an. Darunter ist auch der TSV Bienenbüttel II mit einer Heimpartie gegen Sperber Veerßen. TSV-Coach Maik Schulze winkt ab. „Derzeit hält der A-Platz keine zwei Spiele aus. Und über den B-Platz brauchen wir gar nicht zu reden. Auf dem ist momentan nicht mal Training möglich. Da muss zuerst Frost und dann die Feuchtigkeit raus.“

Auf einen Blick

RegionalligaSonntag, 14 Uhr:  FC Egestorf/L. - Lüneburger SK

Landesliga Sonntag, 15 Uhr: 

SV Emmendorf - FC Hagen/U. SV Ahlerstedt/O. - Teutonia Uelzen

Bezirksliga Sonntag, 15 Uhr: VfL Breese/L. - VfL Suderburg

SV Rosche - SC Lüchow

MTV Barum - TSV Gellersen

VfL Lüneburg - SC 09 Uelzen Teutonia Uelzen II - SV Küsten

 TuS Bodenteich - Wendisch E.

Kreisliga Sonntag, 13 Uhr: 

SV Emmendorf II - SV Molzen Sonntag, 15 Uhr:

TuS Ebstorf - SV Eddelstorf

TSV Bienenbüttel - TSV Jastorf Union Bevensen - TSV Suhlendorf FC Oldenstadt - MTV Römstedt

SV Hanstedt - TV Rätzlingen

TSV Wriedel - TuS Wieren

1. Kreisklasse Sonntag, 13 Uhr:

 VfL Suderburg II - Niendorf/H. TSV Bienenbüttel II - Sp. Veerßen Sonntag, 15 Uhr:

MTV Gerdau - Oetzen/St.

2. Kreisklasse Sonntag, 13 Uhr:  MTV Barum II - SV Natendorf

TSV Wriedel II - MTV Himbergen

Frauen Oberliga Sonntag, 13 Uhr: SV Hastenbeck - MTV Barum

Von Arek Marud

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare