Frist frisst Flexibilität

Der Fußballkreis Heide-Wendland hält sich auch für die zahlenmäßig am stärksten besetzten Staffeln der 1. Kreisklasse (links TuS Bodenteichs Malte Williges mit Lehmkes Hannes Bischoff) alle Optionen offen, die Saison sportlich zu beenden. Foto: De la Porte

Die Uhr tickt. Zumindest im Hamburger Fußball-Verband (HFV). Der will die Saison für die Amateure abbrechen, sollten die Fußballplätze über Mitte Februar hinaus fürs Teamtraining geschlossen bleiben. Der Heide-Wendland-Kreis und Fußballbezirk Lüneburg halten davon gar nichts.

Uelzen/Hamburg – Wegen des seit gestern bundesweit geltenden harten Lockdowns bis Ende Januar und der unvermindert dramatischen Corona-Lage hat HFV-Präsident Dirk Fischer eine Frist gesetzt. Sie läuft für die Fortsetzung der bei den Amateuren seit November unterbrochenen Saison. Um in den Hamburger Ligen der Männer, Frauen und Jugendlichen zumindest die Hinrunde bis zum Sommer beenden zu können, müssten die Fußballplätze spätestens bis zum 13. Februar geöffnet werden. So blieben den Kickern zwei Wochen Training zur Vorbereitung auf einen Spielbetrieb ab dem Wochenende 27./28. Februar.

Dieses sei nämlich „der letztmögliche Termin, um unter den vorhandenen Voraussetzungen unter Corona-Bedingungen mit Hygienekonzepten in allen Altersbereichen eine komplette Hinrunde, die zur Wertung über Auf- und Abstieg entscheiden würde, zu Ende spielen zu können“, heißt es in einem offenen Brief. Den hat HFV-Präsident Dirk Fischer verfasst und ihn nach einer Videokonferenz des Präsidiums und einer Vereinsumfrage an die Klubs verschickt.

„Kopfschütteln“ über die Hamburger Frist

Sollte der 13. Februar verstreichen, ohne dass bis dahin Teamtraining möglich ist, wird in Hamburg die Saison 21/22 annulliert und am 1. Juli mit Stand Sommer 2020 neu begonnen; dann gäbe es in der Spielzeit 20/21 dort keine Meister, keine Aufsteiger, keine Absteiger. Über eventuelle überregionale Auf-/Abstiege müsste gesondert entschieden werden.

Der Plan des HFV sorgt bei den Verantwortlichen im Fußballbezirk Lüneburg für Unmut. „Das hat bei mir Kopfschütteln ausgelöst. Ich bin richtig sauer“, erklärt der Spielausschussvorsitzende Jürgen Stebani (Melbeck). Der HFV sei entgegen einer Absprache unter den norddeutschen Fußballverbänden unvermittelt vorgeprescht.

Stebani: „Mit dieser Deadline weckt er Erwartungen und erzeugt Handlungsdruck.“ Dabei habe dies der HFV als Stadtverband, in dem Spiele nötigenfalls auch unter der Woche besser zu realisieren seien als im Flächenland Niedersachsen, „am wenigsten nötig“. Für eine Fristsetzung sei es „viel zu früh“, erklärt Stebani. Der Spielausschussvorsitzende: „Wir haben genug Varianten, wie man die Saison fortsetzen kann.“

Ins selbe Horn stößt der Fußballkreis Heide-Wendland, der die Deadlinie ebenfalls für falsch erachtet, weil der Verband damit seine Flexibilität verliere. Der kommissarische Kreisvorsitzende Hartmut Jäkel (Ebstorf): „Wir haben viele Möglichkeiten, die Saison unter sportlichem Charakter zu Ende zu bringen. Wir können beispielsweise nur die Hinrunde oder englische Wochen spielen, die Saison bis zu den Sommerferien verlängern.“

VON BERND KLINGEBIEL

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