Fußball: Die C-Junioren der JSG Aue Holdenstedt gewinnen Fair-Play-Cup

Frischer Kuchen für den Gegner

Nur drei Gelbe Karten in zehn Spielen der Frühjahrsserie und ein tadelloses Auftreten: Winteraufsteiger JSG Aue Holdenstedt U14 hat die bezirksweite Fairplay-Wertung der C-Junioren gewonnen und ist an diesem Wochenende zur Ehrung im Abschlusscamp des NFV.
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Nur drei Gelbe Karten in zehn Spielen der Frühjahrsserie und ein tadelloses Auftreten: Winteraufsteiger JSG Aue Holdenstedt U14 hat die bezirksweite Fairplay-Wertung der C-Junioren gewonnen und ist an diesem Wochenende zur Ehrung im Abschlusscamp des NFV.

Wrestedt/Holdenstedt. Das gab es noch nie im Uelzener Fußball der C-Junioren. Die U14-Kicker der JSG Aue Holdenstedt haben den Fair-Play-Cup im Bezirk Lüneburg gewonnen. Nach zehn Spieltagen in der Rückrunde führt die Mannschaft souverän die Gesamtbewertung an.

Als Belohnung hat sie der Niedersächsische Fußballverband (NFV) an diesem Wochenende in das zweitägige Abschlusscamp eingeladen, in dem die Mannschaft von NFV-Präsident Karl Rothmund geehrt werden soll. In der Sportschule in Barsinghausen steht zudem ein Fußballturnier mit den Cupsiegern aus den drei weiteren NFV-Bezirken Weser-Ems, Hannover und Braunschweig auf dem Programm.

Bei diesem NFV-Wettbewerb für C- und B-Junioren, die auf Bezirksebene spielen, geht es ausnahmsweise einmal nicht um Tore und Punkte. Vielmehr sind untadeliger Sportsgeist und Zivilcourage gefordert, um die Fair-Play-Botschaft transportieren zu können.

Die JSG um Kapitän Laurin Sokoll (links) und Torwart Florian Tiedke treibt es in Sachen Fairness auf die Spitze. Lohn ist der souveräne Bezirks-Sieg in der Cup-Wertung.

Bei dem Wettbewerb wird das Fair-Play-Verhalten der Jugendlichen, aber vor allem auch das Auftreten ihrer Trainer und Betreuer am Spielfeldrand bewertet. Um, wie im Falle der JSG Aue Holdenstedt, zum Saisonende unter 55 teilnehmenden Mannschaften auf Bezirksebene den ersten Platz zu erlangen, braucht es eine klare Botschaft seitens des Vereins. Das bestätigt das Trainergespann Oliver Viets und Adrian Hoffmann: „Wir versuchen, den Fair-Play-Gedanken aktiv zu leben. Dazu gehört beispielsweise, Fehler des Unparteiischen auch zum eigenen Ungunsten zu korrigieren, ansonsten aber nicht über Schiedsrichterentscheidungen zu diskutieren.“

Auch habe sich innerhalb der Mannschaft eine spezielle Willkommenskultur entwickelt: Vor jedem Heimspiel bekommt die Gastmannschaft einen Kuchen spendiert, eine Geste, die bei den Gegnern auf große Anerkennung stößt.

Während des Spiels sind absichtliche grobe Fouls selbstverständlich tabu. Bei guten Leistungen gibt es Anfeuerungen und Beifall, bei Auswechslungen Applaus für den scheidenden Spieler. JSG-Kapitän Laurin Sokoll versucht während des Spiels seine Jungs zusammenzuhalten und Übermotivationen zu vermeiden. Der Lohn der Disziplin: Bis zum 9. Spieltag gab es nur eine einzige gelbe Karte, noch niemals in einer Serie Gelb-Rot (Zeitstrafe) oder gar Rot.

Kann man bei soviel Fairness denn auch erfolgreich sein? „Absolut!“, sagt Oliver Viets. „Unsere sportlichen Ziele haben wir trotzdem erreicht.“

Von Oliver Huchthausen

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