Halbzeitbilanz und Ausblick für die 1. Fußball-Kreisklasse

„Freue mich auf die Abschlussfete“

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Germania Ripdorf (links Sebastian Waschull) überzeugte in den Spielen gegen die direkte Konkurrenz, wie beim 6:1-Sieg in Westerweyhe (rechts), das der Konkurrenz überraschend hinterherläuft.

Uelzen/Landkreis. Halbzeit in der 1. Fußball-Kreisklasse. Die Teams starten gerade mit der Vorbereitung auf die Frühjahrsserie. Zeit, Bilanz zu ziehen. Wer hat seine Ziele erreicht, wer ist nicht zufrieden? Wie sehen die Trainer die aktuelle Lage?.

Germania Ripdorf

Sie zählten zu den Mitfavoriten, am Ende des Jahres reichte es gar zum ersten Platz. Die Germanen überstanden die gesamte Hinrunde ungeschlagen, ehe es beim 0:5 gegen Bienenbüttel II die bisher einzige Niederlage setzte. Auch gegen die Topteams überzeugte Ripdorf, besonders das 6:1 beim SC Kirch-/Westerweyhe ragte heraus.

• Trainer Oliver Kuhnke: „Wir sind mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden und wollen den in der Rückrunde möglichst bestätigen. Wichtig wird es sein, gut ins neue Jahr zu kommen und den Schwung mitzunehmen. Leistungsschwankungen sind bei der jungen Truppe normal. Wir versuchen, diese durch eine gute und gezielte Vorbereitung zu reduzieren. Ansonsten wollen wir weiter Spaß haben und unseren Tabellenplatz verteidigen.“

SVG Oetzen/St.

Die Oetzener kamen nur kurz ins Trudeln. Der 4:0-Sieg in Veerßen wurde am Grünen Tisch in eine 0:5-Niederlage umgewandelt. Die SVG hatte einen nicht spielberechtigten A-Junioren eingesetzt. Eine Woche später setzte es mit dem 1:2 gegen Stadensen die einzige „echte“ Niederlage. Der Tabellenzweite stellt mit 48 Toren die beste Offensive, mit Alexander Meister (14 Treffer) auch den besten Schützen.

• Trainer Sascha Hartig: „Wir wollten den Fokus auf unsere eigene Jugend setzen. Die Neuzugänge, die wir gezielt gesucht und gefunden haben, gehörten sehr schnell zu unseren Leistungsträgern. Wir sind mit der Hinrunde mehr als zufrieden, auch wenn wir einigen Punkten immer noch hinterhertrauern. Das Wichtigste ist, dass wir ein eingeschworener Haufen sind. Nicht nur das Team, sondern auch alle, die dafür arbeiten, dass der Fußball in Oetzen lebt.“

SV Stadensen

Der SV Stadensen (rechts Marten Zander) ist das heimstärkste Team der Liga, während Wrestedts Lennart Pommerien als sechsfacher TSV-Torschütze beim 7:2 gegen Suderburg überzeugte.

Holprig kam der SVS in die Saison. Das 3:5 beim SC Uelzen II markierte Tief- und Wendepunkt zugleich. Spätestens nach dem 2:1 in Oetzen waren die Rot-Weißen voll auf Kurs und haben die Qualifikation für die 1. Kreisklasse Heide-Wendland im Blick. Einen wesentlichen Anteil hat die Heimstärke. Mit 20 Punkten holte der SVS hier mehr Punkte als jedes andere Team.

• Trainer Olaf Bode: „Wenn ich auch mit 36 Punkten in die Pause gehen wollte, bin ich doch sehr zufrieden. Alle Spieler ziehen gut mit, sodass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können. Wir stehen auf einem Tabellenplatz, den einige andere gern hätten. Somit müssen wir schon vom Start weg scharf sein auf die Punkte und die Spiele selbst gewinnen wollen. Sollten wir das schaffen, freue ich mich auf die Abschlussfete.“

Sperber Veerßen

Von Anfang an biss sich Sperber in der Spitzengruppe fest. Und das, obwohl die Rot-Weißen gegen die Spitzenteams regelmäßig den Kürzeren zogen (Ausnahme: Sieg am grünen Tisch gegen Oetzen). Dafür ließ Veerßen gegen vermeintlich Schwächere kaum etwas liegen, sodass berechtigte Hoffnungen bestehen, die Qualifikation zu schaffen und weiter in der 1. Kreisklasse zu spielen.

 Trainer Oliver Ecke: „Ich bin mit dem 4. Platz zufrieden. Sollte es am Ende der Saison auch so sein, wäre ich glücklich. Positiv für mich, dass wir trotz Personalsorgen (nur 14 Mann zu Saisonbeginn) diesen Platz erreicht haben. Großes Kompliment an die Jungs der zweiten Herren, die immer ausgeholfen haben.“

SC Kirch-/W.w.

Der Kreisligaabsteiger zählte zum Favoritenkreis, tat sich aber schwer, dieser Rolle gerecht zu werden. Hinten heraus gab es aus den letzten sechs Spielen nur einen Sieg (4:3 gegen Bienenbüttel in letzter Minute). Wie kaum ein anderes Team kämpfte der SCK mit personellen Problemen, hat aber dennoch alle Quali-Möglichkeiten.

• Trainer Rafael Lang: „Zufrieden sind wir nicht, haben aber das Optimale herausgeholt. Vor dem Hintergrund, dass wir fast immer Spieler der Zweiten eingesetzt haben, haben wir gut Punkte gesammelt. Zur Rückserie müssen alle gesund bleiben. Dann ist vieles möglich.“

SC Uelzen II

Mit sechs Remis ist der Sportclub der Unentschiedenkönig. Das verhinderte ein besseres Abschneiden als der ordentliche sechste Tabellenplatz. Auch gegen die Spitzenmannschaften zeigte der SC Zähne, spielte gegen Oetzen 1:1 und schlug Stadensen 5:3. Mit Angreifer Ali Shani-Baqi (13 Tore) haben die Fischerhöfler einen zuverlässigen Schützen, der in den letzten sechs Spielen sogar stets traf.

• Trainer Anton Weinberger: „Im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein. Trotzdem haben wir sehr viele Punkte verschenkt. Normalerweise könnten wir sogar ganz oben dabei sein, da fehlt uns einfach die Cleverness. Trotzdem haben wir ein tolles Team und einen geilen Zusammenhalt. Ich bin schon richtig stolz auf die Jungs! Wir wollen weiter Gas geben und noch für einige Überraschungen sorgen!“

TSV Wrestedt/St.

Schon der Start war symptomatisch: erst vier Niederlagen, dann vier Siege. Die fehlende Konstanz war ein ständiger Begleiter des TSV, mehr als ein Mittelfeldplatz war so nicht drin. Für Aufsehen sorgte Stürmer Lennart Pommerien, der am 5. Spieltag beim 7:2 gegen Suderburg II gleich sechs Mal ins Schwarze traf.

• Trainer Thomas Jürgens: „Ich bin natürlich nicht zufrieden. Leider ist unsere junge Mannschaft auch durch immer wieder neue Verletzte und neue Aufstellungen zu inkonstant. Wir wollen uns gut vorbereiten und versuchen, noch unter die ersten Fünf zu kommen. Ich hoffe, die Mannschaft zieht mit und wir bleiben einigermaßen verletzungsfrei. Dann sehe ich eine Chance.“

MTV Gerdau

Nach kurzer Eingewöhnungszeit fand sich der Aufsteiger zurecht. Gerade auswärts lief es beachtlich, insbesondere beim Tabellenführer Ripdorf (2:2). Dünn dagegen die Heimbilanz mit vier Punkten. Ganz oben landete der MTV in der Fairnesstabelle.

• Trainer Henning Prehm: „Gegen die obere Hälfte der Liga sahen wir insgesamt sehr gut aus. Deshalb bin ich mit der Hinrunde auch sehr zufrieden. Wir müssen jetzt aber anfangen, auch gegen die unteren Teams zu punkten, sonst werden wir eine ungemütliche Rückrunde erleben. Spielerisch ist bei uns noch Luft nach oben, defensiv passt es bisher bis auf wenige Ausnahmen. Ziel bleibt es, weiterhin möglichst ohne Karten auszukommen.“

VfL Böddenstedt

Eigentlich wollten die Böddenstedter oben mitmischen. Zwischenzeitlich fand sich der VfL aber im Tabellenkeller wieder. Nach einer Aussprache zwischen Trainer und Mannschaft ging es deutlich aufwärts. Brustlöser war der 3:1-Derbytriumph gegen Suderburg II, dem zwei weitere Siege (darunter auch gegen Topteam Stadensen) folgten.

 Trainer Fatmir Osmani: „Unser Saisonverlauf war mit Höhen und Tiefen belegt. Wir haben gut begonnen, sind dann in ein tiefes Loch gefallen, ehe wir in den letzten drei Spielen neun Punkte holen konnten. Ich möchte eine andere Spielweise, als es die Mannschaft jahrelang gespielt hat. Genau das scheint in den letzten drei Spielen angekommen zu sein.“

TSV Gr. Hesebeck/R.

Der Neuling startete mit einem Sieg über den Sportclub, verlor dann aber sieben Mal in Folge. Doch die Schwarz-Weißen rappelten sich auf, zeigten mit drei Siegen am Stück eine bemerkenswerte Reaktion und damit auch, dass sie in der Klasse angekommen sind. Einen großen Tag hatte Routinier Thorsten Neumann, der beim 4:3 gegen den SC Kirch-/W. alle Tore erzielte.

• Trainer Patrick Marks: „Ich bin zufrieden. Wir haben dennoch Luft nach oben, und ich denke, dass wir in der Rückrunde auch ein paar Punkte holen können. Ich finde, dass sich die Mannschaft nun gut in der 1. Kreisklasse eingespielt hat.“

TuS Bodenteich II

Der Kreisligaabsteiger bekam unerwartet nicht viel auf die Kette, blieb zwischenzeitlich sieben Spiele sieglos. Immerhin gelangen am Ende in Veerßen und Bienenbüttel zwei Siege, die die Bilanz noch etwas aufpolierten. In Erinnerung bleiben die Freistoßtore von Torwart Lars Lettau gegen Suderburg und Böddenstedt.

• Trainer Stefan Buß: „Mit der Punktausbeute bin ich nicht zufrieden. Zufrieden bin ich aber mit den letzten Spielen und damit, wie schnell sich unsere Jugendspieler und Neuzugänge eingebracht haben. In der Rückrunde werden einige der verletzten Spieler wieder zur Verfügung stehen und zusammen mit vier Neuzugängen das Team verstärken.“

VfL Suderburg II

Am 6. Spieltag war die Welt noch in Ordnung. Nach dem 9:1 gegen Hesebeck standen neun Punkte zu Buche. Doch dann war der Stecker gezogen, die VfL-Reserve blieb in sieben Spielen sieglos und wurde in der Tabelle durchgereicht. Kurios: Nach der frühzeitigen Verletzung von Torwart Hussein Kobeissi wurden diverse Spieler zwischen den Pfosten ausprobiert, unter anderem auch Coach Drögemüller.

• Trainer Jörn Drögemüller: „Mit dem Verlauf kann ich nicht zufrieden sein. Geschuldet ist es natürlich dem großen Verletzungspech, dass wir im Verein hatten. Wenn die Verletzten zurückkommen und wir von weiteren verschont bleiben, werden wir nochmal angreifen. Die Absprachen mit dem Trainerduo der ersten Herren klappen hervorragend.“

TSV Niendorf/H.

Von Anfang an unten drin hingen die Niendorfer. So setzte es gegen Bodenteich II ein 1:8, in Wrestedt kam der TSV gar mit 2:10 unter die Räder. Es gab auch bessere Auftritte, gerade gegen die oberen Mannschaften stimmten Kampfgeist und Einsatzbereitschaft. Und das 3:2 in Gerdau im letzten Spiel sorgte für einen positiven Ausklang.

• Trainer Marco Schulze: „Ich bin nicht zufrieden, kann ich bei dem Tabellenstand auch nicht! In der Mannschaft steckt viel mehr Potenzial, aber die Trainingsbeteiligung und Einstellung lassen zu wünschen übrig. Ich hoffe, wir können noch gemeinsam was ändern, um da unten noch rauszukommen.“

Von Immo de la Porte

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