Umworbener Barendorf-Coach bringt mehrere Spieler mit

Bienenbüttel-Coup: Frank Kathmann wird ab Sommer neuer TSV-Trainer

Trainer Frank Kathmann lacht in die Kamera.
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Bienenbüttels zukünftiger Trainer Frank Kathmann hat Großes vor: In zwei Jahren will er mit dem TSV Bienenbüttel in die Bezirksliga aufsteigen.
  • Arek Marud
    vonArek Marud
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Bienenbüttel - Er schlug Offerten aus der Fußball-Landesliga aus und entschied sich für den TSV Bienenbüttel: Frank Kathmann wird im Sommer neuer Trainer beim Tabellenvorletzten aus der Heide-Wendland-Liga und beerbt den bisherigen Coach Florian Schick.

Der 48-Jährige, der im Sommer nach fünf Jahren beim Bezirksliga-Aufsteiger TuS Barendorf aufhört, hat mit seinem zukünftigen Verein Großes vor. „Sollten wir in dieser Saison in der Kreisliga bleiben, möchte ich in zwei Jahren aufgestiegen sein“, liebäugelt Kathmann mit der Bezirksliga.

Der neue Hoffnungsträger löst Chefcoach Florian Schick ab, der in seinem sechsten Jahr beim TSV ist und längst seinen Abschied zum Saisonende verkündet hatte. Kathmann hatte Schick einst bei der SV Eintracht Lüneburg II trainiert und sich mit seinem früheren Schützling mehrfach intensiv über den TSV Bienenbüttel ausgetauscht. Mit Schick geht auch der bisherige Co-Trainer Florian Beye. Beide bleiben dem Verein erhalten. Schick als Jugendtrainer. Beye soll laut Fußballobmann Andreas Blümke weiter in einer verantwortungsvollen Aufgabe langfristig an den Verein gebunden werden.

Arbeitskollege Veal wird spielender Co-Trainer

Neuer spielender Co-Trainer wird Kathmanns Arbeitskollege Luke Veal vom Vastorfer SK. „Ein unwahrscheinlich zuverlässiger Fußballer, der vorweg marschiert. Mit seiner Art wird er dem Verein guttun“, lobt Kathmann, der zugleich weitere Spieler mitbringt. Den Barendorfer Stürmer Marvin Tillig sowie dessen Bruder und Ex-Reppenstedter Abwehrspieler Patrick Tillig, der nach anderthalbjähriger Pause ebenso angreifen möchte wie TSV-Rückkehrer Darwin Zander. Torwart Nico Prochnau (TuS Reppenstedt) soll die neue Nummer eins werden, weil Kim Wilking im Ausland ist und Arne Blecken in Braunschweig arbeitet. Mit einem erfahrenen Spieler sind die Bienenbütteler laut Blümke noch im Gespräch. Abgänge gibt es wiederum keine.

Für frischen Wind sorgen

Blümke ist begeistert und verspricht sich von der neuen Zusammenarbeit neue Impulse. „Das Bild der Mannschaft wird sich verändern. Ich erhoffe mir einen frischen Wind. Das wird eine unheimlich spannende Sache. Frank ist kein unbeschriebenes Blatt. Die von ihm trainierten Mannschaften hatten immer Erfolg. Ich freue mich, dass es mir gelungen ist, einen so kompetenten und sympathischen Trainer zu holen.“

Einen Taktik-Besprechungsraum wird man unter Kathmann nicht einrichten müssen: „Ich bin nicht der große Taktikfuchs, sondern der Motivator, der das Team begeistern kann.“ Kathmann legt großen Wert auf Zuverlässigkeit, Teamgeschlossenheit und verfolgt eine strickte Philosophie. „Da, wo ich Trainer bin, gibt es kein Geld für die Spieler.“

Zur Person

Retter und Aufstiegsgarant: Frank Kathmann (48) hat bei allen bisherigen Trainerstationen das richtige Händchen bewiesen. Mit 38 Jahren übernahm er unmittelbar nach seiner aktiven Laufbahn den Kreisliga-Letzten SV Eintracht Lüneburg II. Er schaffte mit der Mannschaft über die Relegation den Klassenerhalt, wurde mit der SVE in der nachfolgenden Saison Kreispokalsieger und stieg in die Bezirksliga auf. Nach vierjähriger Amtszeit wurde er Trainer des SV Wendisch Evern und führte den Klub aus dem Kreisliga-Mittelmaß in die Bezirksliga. Wieder vier Jahre später gelang ihm mit seinem jetzigen Noch-Klub TuS Barendorf die Qualifikation zur Heide-Wendland-Liga und nur ein Jahr später der Sprung in die Bezirksliga.

Das erklärt, warum sich Kathmann nun wieder für eine vermeintlich „kleine“ Mannschaft wie den TSV Bienenbüttel und gegen ein Engagement in der Landesliga entschied. „Ich mag es gerne, etwas aufzubauen und habe es immer so gemacht, wenn man meine Vita verfolgt“. Auch das Drumherum und die Sportanlage in Bienenbüttel hätten ihm gefallen.

Trotzdem war es ein langer Abwägungsprozess, wie Kathmann nun verrät. „Ich hatte ein paar Anfragen aus dem Lüneburger Raum, als mich Andreas Blümke anrief (Bienenbüttels Abteilungsleiter / Anm. d. Red.).“ Mit Pro- und Contra-Argumenten ging er die Angebote durch und kam schließlich am TSV nicht mehr vorbei. „Ich kann in Bienenbüttel in Ruhe etwas aufbauen. Hier finde ich eine gute Basis vor.“

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