„Brauchen umgehend klare Übergangs-Regeln“

LSB fordert Comeback-Plan

„Sportanlage gesperrt“: Damit soll es in absehbarer Zeit wieder vorbei sein, fordert der Landessportbund Niedersachsen baldige Lockerungen der Verbotslage. 
+
„Sportanlage gesperrt“: Damit soll es in absehbarer Zeit wieder vorbei sein, fordert der Landessportbund Niedersachsen baldige Lockerungen der Verbotslage. 

Hannover/Uelzen – Solange keine anderslautende Direktive kommt, bleibt die Situation für den Vereinssport in Niedersachsen bis zum 4. Mai 2020 unverändert.

Sprich: Alle Sport- und Trainingsstätten bleiben geschlossen, nichts geht! Der Landessportbund allerdings plädiert explizit für eine baldige Lockerung des Verbots – und nimmt dabei den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in die Pflicht. Von der Sportminister-Konferenz in Hamburg am Montag gab es positive Signale.

Die jüngste Verständigung von Bund und Ländern angesichts der aktuellen Phase der Corona-Pandemie vom 15. April hätte der LSB „mit großem Verständnis zur Kenntnis genommen – auch wenn über den Vereinssport keine Entscheidungen getroffen wurden“, erklärten Präsident Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach und sein Vorstandsvorsitzender Reinhard Rawe. Nichtsdestotrotz sieht der niedersächsische Dachverband „die Notwendigkeit, dass in den kommenden Wochen und Monaten ein begrenzter Sportbetrieb nach einheitlichen Standards wieder anlaufen kann“. Zumindest für Individualsportarten wie zum Beispiel Golf, Reiten oder Tennis könnte dies ab dem 4. Mai tatsächlich wieder möglich sein. Dafür plädierten die Ministerpräsidenten der Länder.

Angepasste Angebote

Rawe erinnerte in diesem Kontext daran, dass der Olympiastützpunkt Niedersachsen dem Spitzensport, unter der verantwortungsbewussten Beachtung der geltenden Sicherheitsvorschriften, zumindest ein Stück weit wieder die Tür geöffnet habe. So dürfen 54 Athleten aus den Olympia- und Perspektiv-Kadern in den olympischen Sportarten wieder Trainingseinheiten im Sportleistungszentrum Hannover absolvieren.

„Wir setzen darauf, dass Bund und Länder bei ihrem nächsten Treffen am 30. April über das wertvolle Sporttreiben in Vereinen entscheiden und angepasste Sportangebote möglich machen“, sagten Dr. Umbach und Rawe. Das Duo verweist auf das DOSB-Positionspapier als Angebot der Mithilfe zur Wieder-Aufnahme des vereinsbasierten Sports mit zehn Leitplanken als verbindlicher allgemeiner Rahmen.

Beide sehen dafür aber auch den DOSB stärker in der Verantwortung. „Wir brauchen umgehend klare, verbindliche sportartspezifische Übergangs-Regeln für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs und wenn möglich eines begrenzten Wettkampfbetriebs, als klare Leitfäden für die Sportvereine.“

Der DOSB müsse zeitnah einen Handlungskatalog mit den Spitzenverbänden erarbeiten, damit es eine bundesweit einheitliche Praxis in den Sportvereinen gebe. Denn ein Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen und Handhabungen, wie er bereits aktuell in Teilbereichen zu sehen sei, könne Vereinsmitgliedern und Sporttreibenden nicht dauerhaft vermittelt werden.

Der LSB diskutierte seinerseits mit Niedersachsens Sportminister Boris Pistorius über die Ergebnisse der ersten landesweiten Vereinsbefragung zu finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf Sportvereine und ein potentielles zusätzliches Förderprogramm.

VON INGO BARRENSCHEEN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare