Mit Feuerwerk und Schreibmaschine

Riesenandrang beim Fünf-Kilometer-Lauf! Der aktuelle Teilnehmerrekord wird 2017 aufgestellt. Beim 32. AZ-Abendvolkslauf sind 2781 Läufer dabei.
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Riesenandrang beim Fünf-Kilometer-Lauf! Der aktuelle Teilnehmerrekord wird 2017 aufgestellt. Beim 32. AZ-Abendvolkslauf sind 2781 Läufer dabei.

Uelzen/Landkreis – Heute wäre der AZ-Abendvolkslauf 34 Jahre alt geworden. Die Corona-Krise machte alles zunichte. Am Tag des ursprünglich geplanten Startschusses blicken wir auf die Geschichte des größten Uelzener Sportereignisses.

Wo sonst die Menschen flanieren, bummeln und ihre alltäglichen Besorgungen erledigen, gehört seit vielen, vielen Jahren der zweite Juni-Freitag vor allem den Läufern.

Kindern, Schülern, Jugendlichen, Erwachsenen. Sie alle kommen mit einem Ziel in die City. Laufen in den schönsten Ecken unserer Stadt. Ob durch die historische Altstadt oder vorbei am Hundertwasser-Bahnhof.

Heute wäre das Spektakel 34 Jahre alt geworden. Aufgrund der Corona-Pandemie musste der 35. AZ-Abendvolkslauf aber abgesagt werden! Immerhin: Läufer absolvieren den Lauf virtuell.

Bank-Jubiläumslauf

Am 27. Juni 1986 findet der erste Abendvolkslauf statt. Der damalige Anlass ist das 125-jährige Jubiläum der Kreissparkasse Uelzen. 1016 Läufer sind bei der Premiere dabei.

1986 kommen zur Premiere 1016 Läufer. Die Kreissparkasse veranstaltet anlässlich ihres 125-jährigen Jubiläums in Zusammenarbeit mit dem Lauftreff des TV Uelzen einen Abendvolkslauf. Es soll etwas ganz Besonderes werden: Bank-Angestellter Manfred Zenke und Horst Graeber, Gründer des Lauftreffs TV Uelzen, haben eine zündende Idee: Ein Lauf durch Uelzens Innenstadt. Ein Volltreffer, wie sich herausstellt. 1016 Starter bescheren den Organisatoren beim 1. Stadtlauf am Freitag, 27. Juni 1986, einen Traumeinstand.

Doch die Verantwortlichen stehen im Vorfeld vor einem Problem, grübeln, wie sie eine Fünf-Kilometer-Strecke auf die Beine bekommen, ohne den Verkehr in der Innenstadt zu stören. Es gibt Überlegungen, ins Sternviertel auszuweichen. Am Ende geht es doch die Bahnhofsstraße hinab zur Kreissparkasse, wo ein großes Festzelt an der Dietrichstraße aufgebaut wird. Dort findet auch die spätere Siegerehrung statt.

Ergebnisse auf DIN A3

Jüngster Teilnehmer ist der Uelzener Torben Haberecht, ihn trennen acht Jahrzehnte vom ältesten Läufer Helmut Ermgassen (86) aus Hermannsburg. Beim Hauptlauf über die 10,3 Kilometer landet auch ein Uelzener weit vorn . Lauflegende Wolfgang Lieder wird auf der Rundstrecke bei den Männern Dritter. Altersklassenwertungen gibt’s bei der Premiere nicht. Es wird die Reihenfolge des Einlaufs gestoppt. Ergebnisse werden auf Schreibmaschine getippt. Computer oder Auswertungsprogramme wie sie heute längst an der Tagesordnung sind? Fehlanzeige. Die Ergebnisliste wird auf DIN A3 kopiert und ausgehängt. Krönender Abschluss ist ein buntes Feuerwerk über den Dächern der Stadt.

Umzug zum Fuchsberg

Der „Knallerauftakt“ ermuntert die Macher zum Weitermachen. 1987 wird unter Leitung von Horst Graeber der Abendvolkslauf in den Veranstaltungskalender des TVU-Lauftreffs aufgenommen. Die Organisatoren weichen an den Fuchsberg aus, wo zahlreiche Umkleiden, Duschen und Parkplätze vorhanden sind. Neue Strecken über die 5 und 10 Kilometer werden in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und Polizei konzipiert. Es ist der zweite Teil einer Erfolgsgeschichte und des Sportevents Nummer eins in Uelzen.

Lange Zeit bleibt die 2000-Schallmauer unerreicht. 2004 wird mit 1560 Teilnehmern dennoch ein neuer Rekord aufgestellt. Ein Jahr später beginnt ein ganz neuer Abschnitt. Der 20. Abendvolkslauf steht ab sofort im Zeichen der Allgemeinen Zeitung, die gemeinsam mit mycity Uelzen das Event nunmehr unterstützt. Bei dem Jubiläumslauf erhält jeder Teilnehmer für einen geringen Betrag ein T-Shirt.

2000er Marke fällt

2010 folgt ein weiterer Meilenstein. Erstmals wird die 2000er-Marke geknackt. 2106 Starter sind dabei. Seitdem liegt die Zahl stets über 2000. Der aktuelle Rekord datiert aus dem Jahr 2017 mit 2781 Teilnehmern. Doch das ist nicht das Entscheidende, betont der Cheforganisator Jörg Deumann. „Wir wollen Spaß haben, auf die Zahl kommt es nicht an.“ Sehr wohl aber aufs nächste Jahr, wenn die Läuferparty nach der dann hoffentlich überwundenen Corona-Pandemie am 11. Juni in gewohnter Form fortgesetzt werden kann.

VON AREK MARUD

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