Früher Trainer bei den Uhlen-Kickers

Headhunter des Fußballs: Ex-Uelzener Mirko ter Horst gründet eigene Spielerberatungsagentur

Mann blickt in die Kamera
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Als Scout beim Hamburger SV hat sich der ehemalige Uelzener Mirko ter Horst ein „riesiges Netzwerk“ im Fußball aufgebaut und nunmehr seine eigene Spielerberatungsagentur aufgebaut.
  • Bernd Klingebiel
    VonBernd Klingebiel
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Der ehemalige Uelzener Fußball-Juniorentrainer Mirko ter Horst hat seine eigene Spielerberatungsagentur gegründet. Er führt bereits ein gutes Dutzend ambitionierter Kicker in seinem Portfolio auf transfermarkt.de.

Nur bei den ganz großen Spielertransfers im Fußball treten sie gelegentlich aus dem Schatten, der ihren Beruf verhüllt. Dabei kommt kein Verein im sportlich gehobenen Niveau bei Neuverpflichtungen an ihnen vorbei: Spielervermittler.

Winsen-Luhe/Uelzen – Das Geschäft für Spielervermittler ist mit den steilen Entwicklungen im Profifußball gewachsen. Die umfassende Betreuung der Kicker beginnt im frühen Nachwuchsbereich, in dem die Klubs die Jugendlichen bereits mit Vorverträgen und hohen Transfersummen vor Herausforderungen stellen. Im Talentschuppen kennt Mirko ter Horst sich bestens aus.

Landesliga-Fußball mit der JSG Uhlen-Kickers

Als Trainer führte er 2011 die U14-Junioren der JSG Uhlen-Kickers in die Landesliga, der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Er war auch Coach von Uelzener Kreisauswahlmannschaften. Damals noch unter seinem Geburtsnamen Mirko Holst, den er nach seiner Hochzeit ablegte und den Nachnamen seiner Frau annahm.

Es folgten Trainerstationen bei den U17- und U19-Junioren des MTV Treubund Lüneburg in der Niedersachsenliga. Nebenbei arbeitete der Uelzener für ein Jahr bei dem Spielerberater und anerkannten Fachmann Dieter Meinhold. Anschließend scoutete ter Horst fünf Jahre für den Hamburger SV im Leistungsbereich der U16 bis U19. Der Uelzener siebte die Rohdiamanten aus, die in das jeweils gewünschte Anforderungsprofil des HSV passten.

Mirko ter Horst schlug dem HSV die von ihm auf den großen und kleinen Sportplätzen der Region und in den ihm zugeteilten Niederlanden gesichteten Talente vor. Er war auch für die Profiabteilung des HSV bei einer U17-WM als Headhunter unterwegs. Ein wichtiger Job im Fußball für ein Festgehalt und ohne Provisionen für geglückte Transfers.

„Mir geht es um die Details, nicht um die Leistung, die ein Spieler an diesem Tag zeigt“, beschreibt ter Horst seinen eigenen Anspruch. „Wie hat der Spieler den Abschluss vorbereitet, wie sind seine Gedankenspiele auf dem Platz, wie verhält er sich, wenn der Trainer mal nicht hinschaut?“

Mirko ter Horst hat früh ein Auge für PSV-Star Mohamed Ihattaren

Als Scout hat ter Horst bereits „einige Perlen frühzeitig erkannt, die mittlerweile nachhaltig im Profibereich angekommen sind“. Zum Beispiel den damals 14-jährigen Mohamed Ihattaren vom PSV Eindhoven, bei dem „ich sofort das Potenzial für ganz oben gesehen habe“, der seinerzeit aber nicht dem Auftragsprofil des HSV entsprach. Transfermarkt.de taxiert den niederländisch-marokkanischen Junioren-Nationalspieler aus der Ehrendivision mittlerweile auf 14 Millionen Euro. Das Los von Scouts: „Nicht viele von denen, die wir sehen, kommen letztlich zu den Vereinen“, erklärt ter Horst.

Das Vermitteln von möglichst guten Jobs liegt dem ehemaligen Uhlen-Kickers-Coach ohnehin im Blut. Sehr seriös: Seit 14 Jahren ist ter Horst bei der Agentur für Arbeit beschäftigt. Als sich die Geburt seines dritten Kindes ankündigte, erkennt er: „Ich möchte ein bisschen flexibler sein, nicht jedes Wochenende scouten.“

„Ich habe ein riesiges Netzwerk aufgebaut“

Mirko ter Horst scheidet, wie er sagt, im besten Einvernehmen beim HSV aus. Er wird mit einer Spieler-Beratungsagentur mit Sitz in Winsen/Luhe im letzten Sommer sein eigener Chef: Triple M Sports. Namen und Kontakte sind sein Kapital. „Ich habe ein riesiges Netzwerk aufgebaut“, erklärt der 30-Jährige gegenüber der AZ. So wie TuS Bodenteichs früherer Jugendcoach Marc Lettau. Der jetzige administrative Leiter der Lizenzspielerabteilung / Assistent des Geschäftsführers Profifußball (Oliver Ruhnert) bei Bundesligist Union Berlin war ein beim DFB registrierter Spielervermittler.

Die Agentur von Mirko ter Horst kümmert sich ganzheitlich um ihre Klienten, die Potenzial „mindestens für die 3. Liga“ mitbringen müssen. Videoanalysen, Finanzberatungen, Fitness-Check-ups mit personalisiertem Training, Social Media – das komplette Rundum-Sorglos-Paket. Dafür stehen spezialisierte Mitarbeiter bereit.

In kurzer Zeit vertritt die Agentur bereits zwölf Fußballer/Trainer, die zumeist über Empfehlungen den Weg fanden. „Ich helfe auch immer wieder privat gern“, weiß ter Horst um seinen guten Ruf. Jeder einzelne von ihnen ist für den Agenten des Fußball-Business eine Investition in eine ungewisse Zukunft.

Mirko ter Horst betreut ein talentiertes Trio des Lüneburger SK

Auch ein Trio des Regionalligisten Lüneburger SK Hansa vertraut ihm das berufliche Glück an. „Ein guter Ausbildungsverein“, lobt er. Die meisten Talente müssen den Weg über die Regionalliga gehen, um ins Profigeschäft zu gelangen, weiß der Berater. Die Corona-Krise erschwert diesen Sprung. „Sie müssen spielen“, sagt ter Horst, damit die Namen in den Notizbüchern der Scouts auftauchen.

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