Niedersachsens Fairness-Cup: VfL Suderburg auf Rang 11 / TuS Bodenteich im Kreis Schlusslicht

50 Euro Strafe für eine rote Karte

Fairstes Uelzener Fußballteam in der Hinrunde und landesweit auf dem 11. Platz: Kreisligist VfL Suderburg. Foto: B. Klingebiel

Uelzen/Landkreis. Die Uelzener Fußballer stehen in puncto Fairness so gut da wie noch nie: Zur Halbzeit im landesweiten VGH-Cup 2011/12 rangiert Uelzen unter insgesamt 47 Fußballkreisen auf dem sechsten Rang.

Kreisligist VfL Suderburg unter Trainer Thorsten Kahmann belegt Platz elf von 1065 gewerteten Mannschaften. Als Lohn ergatterte das Team bereits den ausgelobten Fairplay-Startplatz beim 5. AZ-Presse-Cup. Das angenehme Suderburger Auftreten kommt nicht von ungefähr und trägt die Handschrift des Trainers: Kahmann führte den Kreisligisten SVG Oetzen/Stöcken 2007 und 2008 bereits zwei Mal zum Landessieg.

Uelzens Fußball-Kreisvorsitzender Gerd Lüdtke zeigt sich über das Halbzeitergebnis der Uelzener Teams hochzufrieden – obwohl in seinen Augen auch eine noch bessere Platzierung drin gewesen wäre. Lüdtke: „Man stelle sich einmal vor, der TuS Bodenteich hätte in der Herbstserie nicht fünf rote Karten kassiert.“ In der Tat stellt der Bezirksligist den in der Statistik bisher am stärksten belasteten Kreisvertreter, der sich in der Gesamtwertung nur auf dem 986. Platz wiederfindet.

Auch TuS-Trainer Norman Arndt missfällt die Kartensammlung seiner Kicker, die ihre Platzverweise wegen Notbremsen und Nachtretens erhielten. „Das ist schon die gesamte Saison ein Thema bei uns, das müssen wir abstellen“, sagt Arndt. Immerhin kostet beim TuS ein roter Karton den Sünder je nach Art des Vergehens bis zu 50 Euro, und mit zehn Euro ist dabei, wer sich wegen Meckerns Gelb abholt. Das Geld wandert in die Mannschaftskasse.

Titelverteidiger SV Heiligenfelde (Kreisliga Diepholz) und Viktoria Gesmold (Kreisliga Osnabrück-Land Süd) führen gleichauf die Halbzeitwertung im Fairness-Cup an. Die Sportfreunde aus Lechtingen (Kreisliga Osnabrück-Land Nord), Cupsieger von 2003, liegen mit hauchdünnem Rückstand in Lauerstellung.

Rund 9000 Spiele von den niedersächsischen Kreisligen bis ins Oberhaus hat der Niedersächsische Fußballverband (NFV) ausgewertet, um eine Halbzeitbilanz von Deutschlands größtem Fairnesswettbewerb präsentieren zu können. Gezählt wurden gelbe (je ein Strafpunkt), gelb-rote (drei) und rote Karten (fünf), um ein Ranking der insgesamt 1065 am Wettbewerb beteiligten niedersächsischen Teams zu erstellen. In die Wertung fließen aber auch das Nichtantreten von Mannschaften und Sportgerichtsurteile (je zehn Strafpunkte) ein. Die Summe geteilt durch die Anzahl der bisher bestrittenen Saisonspiele ordnet allen Teams einen Quotienten zu, der unbestechlich fair von unfair trennt.

Der Gesamtdurchschnitt der in der laufenden Saison bewerteten Teams liegt bei 3,06 Zählern. Das sind auf 40 235 gelben, 2323 gelb-rote und 1324 rote Karten, die in den rund 9000 Begegnungen gezückt wurden. Hinzu kommen 140 Sportgerichtsurteile oder das Nichtantreten von Mannschaften. Zum Vergleich: In der Endabrechnung der Vorsaison stand ein Wert von 2,9 zu Buche.

Unter „ferner liefen“ sind derzeit die beiden niedersächsischen Top-Klubs zu finden. Erstligist VfL Wolfsburg lag vor dem Rückrundenauftakt am letzten Wochenende auf Platz 468, Liga-Konkurrent Hannover 96 muss sich mit Rang 556 zufrieden geben. Besser sieht es da schon für Zweitligist Eintracht Braunschweig (201.) und Drittligist VfL Osnabrück (178.) aus.

Von solch einer Platzierung kann das Fairness-Schlusslicht von FC Firat Bergen nur träumen. Ganze zwei Pünktchen hat das Team aus der Lüneburger Bezirksliga 2 in seinen bisherigen 17 Saisonspielen sammeln können. Ist es der Frust über das schwache sportliche Abschneiden oder mangelt es den Bergenern grundsätzlich an der richtigen Einstellung? 58 gelbe, 13 gelb-rote und vier rote Karten sowie vier Sportgerichtsurteile (Quotient 9,24) lassen wie auch immer nur einen Schluss zu: Das Team aus dem nördlichen Landkreis Celle hat mit Fairplay nicht viel im Sinn.

Der „sauberste“ Fußball wird in der Kreisliga Osnabrück-Land Nord (2,28) gespielt. Osnabrück-Land führt – fast schon traditionell – auch mit großem Abstand die Fairplay-Tabelle der 47 NFV-Kreise an. Es folgen die Kreise Hameln-Pyrmont (2,51) und Wittmund (2,59). Uelzen ist Sechster (2,65). Schlusslicht im Kreisvergleich sind die 22 Celler Mannschaften mit durchschnittlich 4,14 Punkten.

Von Bernd Klingebiel und Peter Borchers

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