Trainertrennung zum Saisonende: „Verärgerte Vereinsmitglieder“ drohen dem SV Rosche mit Enthüllungen

„So etwas habe ich noch nie erlebt“

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Rosches Abteilungsleiter Holger Meyer (hier noch als früherer Trainer des SVR) ist fassungslos über das anonyme Schreiben, das einer Erpressung gleichkommt.

Rosche. Turbulenzen beim SV Rosche nach der angekündigten Trennung von Trainer André Kobus zum Saisonende in der Fußball-Bezirksliga:

In einem Schreiben an den Ehrenrat des Vereins wird eine „außerordentliche Abteilungsversammlung mit Neuwahlen der Abteilungsleitung unter der neutralen Leitung des Ehrenrates noch vor der Jahreshauptversammlung am 24. Februar“ verlangt. Grund: „ (…) damit wieder Ruhe in die Abteilung kommt. “ Der Brief ist unterzeichnet mit „Verärgerte und enttäuschte Vereinsmitglieder“.

Sollte es „zu keinem Termin kommen“, soll angebliches Fehlverhalten rund um die bevorstehende Trennung von Kobus „auf der Jahreshauptversammlung angesprochen und öffentlich gemacht“ werden. Ein Ultimatum, eine Erpressung.

Spartenleiter Holger Meyer bestätigt, dass dem Verein ein solches Schreiben vorliegt und räumt ein, dass „sich die Abteilung momentan spaltet“. Auch die AZ hat ein Exemplar erhalten. „Wir machen da gar nichts, sondern warten die Dinge ab. Solange sich diese Personen nicht namentlich bekennen, ist das für uns nicht relevant“, betont Meyer. Grundsätzlich stelle er sich mit seiner Abteilung jeder Kritik, nicht aber, wenn sie anonym geäußert werde. Für ihn sei dieser Vorgang ein absolutes Novum: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das stimmt auch so alles nicht.“ Über den oder die Absender herrsche Unklarheit. „Wir haben aber einen Verdacht“, sagt Meyer.

Die Verfasser führen in zwei Punkten auf, dass „Fehlverhalten des Fußballabteilungsleiters“ sowohl zu der kommenden als auch vorherigen Trennung vom Trainerduo Malte Weber/Michael Kottlick im Winter 2017 geführt habe. Sie fordern „Aufklärung“. Meyer betont: „Die Entscheidung hat ein großer Kreis auch an ehemaligen Vorsitzenden gemeinsam getroffen.“

Für den Ehrenrat ist das Schreiben an Dieter Richter adressiert. Dieses fünfköpfige Gremium soll Streitigkeiten innerhalb des Vereins schlichten. Richter: „Ich bin bereit zu vermitteln. Aber es muss miteinander gesprochen werden, anders funktioniert das nicht.“ Meyer: „Man kann nicht mit Vermutungen anonym hausieren gehen. Das ist keine Angelegenheit für den Ehrenrat.“

Von Bernd Klingebiel

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