Enttäuschung statt Nordderby

Nicht nur die HSV-Profis (David Kinsombi) leiden nach dem abermals verpassten Aufstieg, sondern auch die Fans – insbesondere heute und am Montag, wenn stattdessen Heidenheim die beiden Relegationsspiele gegen Werder Bremen bestreitet.
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Nicht nur die HSV-Profis (David Kinsombi) leiden nach dem abermals verpassten Aufstieg, sondern auch die Fans – insbesondere heute und am Montag, wenn stattdessen Heidenheim die beiden Relegationsspiele gegen Werder Bremen bestreitet.

Uelzen – Fan des Hamburger SV zu sein, ist nach dem grandiosen Scheitern im Aufstiegsrennen in diesen Tagen schwer. Ganz besonders heute und am Montag, wenn der 1. FC Heidenheim die Bundesliga-Relegation gegen Werder Bremen spielt.

Enttäuschung statt Nordderby für die Mitglieder des Uelzener Fanclubs „Born in 1887“.

Die abermals missglückte Bundesliga-Rückkehr des einstigen Dinos ist für Julian Buchhop eigentlich keine große Überraschung. Auch wenn dem HSV am letzten Sonntag im Heimspiel gegen den SV Sandhausen schon ein Punkt zum Einzug in die Relegation gereicht hätte. Buchhop gehört zu den Gründungsmitgliedern des Uelzener Fanclubs, den es seit dem 9. Juni 2006 gibt. Einen Monat später wurde er als offizieller HSV-Fanclub (OFC) eingetragen. Sogar der 2014 verstorbene HSV-Kultmasseur Hermann Rieger ist Ehrenmitglied bei den Uelzenern. Mittlerweile sind 120 Rautenanhänger organisiert, der Zuspruch sei trotz der anhaltenden Zweitliga-Misere der Hanseaten noch gewachsen, sagt Buchhop.

Der Nichtaufstieg kommt für den Uelzener quasi mit Ansage, die Erwartungen seien bei ihm ohnehin „nicht ganz so groß“ gewesen. Buchhop: „Schon vor Corona war klar, dass es eine enge Kiste werden würde.“ Und spätestens nach dem Hamburger 1:2 in der Nachspielzeit in Heidenheim am vorletzten Spieltag sei für ihn klar gewesen, dass das Aufstiegsrennen wohl abermals ohne seine Lieblinge enden würde.

Über die Gründe des Scheiterns und das desaströse 1:5 gegen Sandhausen ist viel geschrieben, über die HSV-Fans enorm viel Spott und Schadenfreude vergossen worden. Buchhop hat Glück im Unglück: „Das hielt sich in Grenzen. Ich habe viele Braunschweig- und St. Pauli-Fans im Bekanntenkreis. Die haben sich ja auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert.“

Der fehlende Support in den Geisterspielen sei für den Absturz des HSV im Aufstiegsrennen ein „großer Faktor“ gewesen, meint Buchhop. Auch die Uelzener konnten ihr Team nicht wie gewohnt unterstützen, sind jetzt heiß auf die nächste Saison. „Natürlich werden wir unsere Dauerkarten ziehen“, ersehnt Buchhop die baldige Rückkehr ins Stadion.

Heute Abend heißt es für ihn und seine Fanclub-Mitstreiter jedoch zunächst Heidenheim statt HSV in der Relegation. Buchhop hofft, dass es das so traditionsreiche Nordderby gegen Werder dann zumindest in der nächsten Zweitligasaison geben wird: „Als Hamburger kann ich Bremen nicht die Daumen drücken, Heidenheim ist es einfach zu gönnen.“

VON BERND KLINGEBIEL

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