Endstation Allianz-Arena

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Carsten Kadach, hier bei der EM in Österreich 2008, steht in Allianz-Arena zum letzten Mal an der Seitenlinie.

Suderburg. Wenn heute Nachmittag in der Münchener Allianz-Arena der Anpfiff zum letzten Bundesliga-Spiel der Saison zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart ertönt, geht es für die Bayern noch um die direkte Qualifikation zur Champions- League, für den Suderburger Carsten Kadach ist es dagegen der letzte Akt in seiner nationalen Schiedsrichterkarriere.

Kadach wird heute in der bayrischen Landeshauptstadt zum letzten Mal als Schiedsrichter-Assistent an der Seitenlinie stehen. Der 47-Jährige hat die Altersgrenze erreicht und darf laut DFB-Statuten keine Spiele der 1. und 2. Bundesliga mehr pfeiffen. Das 283. Spiel wird also sein letztes sein. In seiner 18-jährigen Karriere beim DFB hat der Suderburger einiges erlebt. Er stand insgesamt bei 29 Champions-League-Partien, 27 DFB-PokalSpielen und neun WM-Qualifikationspartien an der Linie. Außerdem nahm er als Schiedsrichter-Assistent an der EM-Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz teil. „Carsten gehört als Assistent zur Weltspitze“, sagt Heribert Fandel, langjähriger Weggefährte Kadachs und Vorsitzender der Schiedsrichter-Kommission des DFB, „es gibt nicht viele mit dieser Qualität, schiebt Fandel in einem Interview für dfb.de nach. An sein erstes Spiel als leitender Schiedsrichter erinnert sich Kadach noch genau: „Es war in der dritten Kreisklasse die Partie zwischen der SVG Oetzen/Stöcken II und MTV Römstedt III im November 1983, kurz nachdem ich meine Schiedsrichterprüfung abgelegt hatte.“ Knappe 24 Jahre später stand Kadach beim Champions-League-Endspiel zwischen dem AC Mailand und dem FC Liverpool in Athen an der Linie. Nur eines seiner vielen Höhepunkte seiner einzigartigen Karriere. „Ich hoffe, er bleibt dem Schiedsrichterwesen erhalten. Eigentlich ist er noch zu jung, um aufzuhören“, findet sein Freund und ehemaliger Schiedsrichter-Assistent Marco Haase, der mittlerweile Schiedsrichterbeobachter beim Niedersächsischen Fußballverband ist. Heute Nachmittag ab 17.20 Uhr fällt dann der Bundesliga-Vorhang für den Suderburger. „Es wird schwer werden, nicht mehr jede Woche in irgendeinem Stadion an der Linie zu stehen. Dafür habe ich jetzt mehr Zeit für meine Familie“, so Kadach. Diese wird heute auch im Stadion sein. Sein vierjähriger Sohn wird Zeuge von Kadachs Abschied in München: „Er soll wenigstens einmal gesehen haben, was sein Papa immer gemacht hat“, schmunzelt Kadach, der sich nun in seiner fußballlosen Zeit verstärkt in der Kommunalpolitik engagieren möchte.

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