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Rückzug der Ebstorf Heide Knights: Das Ende eines großen Basketball-Traums

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Von: Arek Marud

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Basketballer winken in der Halle Richtung Publikum.
Die Heide Knights feierten in den letzten Jahren gemeinsam mit ihren Fans viele rauschende Basketball-Abende in Ebstorf, jetzt aber enden die sportlich hochklassigen Zeiten jäh. © Marud, Arek

Ende einer großen Vision: Die Ebstorf Heide Knights ziehen sich aus der 2. Basketball-Regionalliga Nord zurück und stehen als erster Absteiger fest.

Ebstorf - Die Ebstorf Heide Knights haben ihre Mannschaft aus der 2. Regionalliga abgemeldet und stehen als erster Absteiger fest. Ein Schock für die Basketball-Fans in der Region. Bis zuletzt hatten die Verantwortlichen um eine Lösung gerungen. „Wir hatten bis Mitte Juli alles versucht“, berichtet Spieler Tim Skoeries, der gemeinsam mit dem Ebstorfer Urgestein und Spielertrainer Hassan Salim den drohenden sportlichen Niedergang verhindern wollte. Vergebens.

Am Ende blieben nur noch sieben gestandene Spieler übrig. Zu wenig, um in der 2. Regionalliga zu bestehen. Lukas Hogenschurz, eine unentbehrliche Stütze des Teams, kehrt in seine Heimatstadt Bonn zurück. Jonas Homa und Konrad Burda, beide bei der Bundespolizei, sind außerhalb des Landkreises Uelzen stationiert und wären nur bedingt einsetzbar. Spielertrainer Justin Dennis ist noch immer langzeitverletzt. Auch hinter Jonas Bebert und Rouven Lopez standen Fragezeichen. Spielercoach Justus Koch zog es berufsbedingt Anfang des Jahres nach Berlin.

Der Regionsliga-Unterbau war bei den Ebstorfern zwar reichlich vorhanden, der Leistungssprung wäre aber viel zu groß gewesen. Neuzugänge wie in den Vorjahren, als Koch und Hogenschurz Mitstudierende an der Uni für das Ebstorfer Projekt gewannen, gab es dieses Mal auch nicht. „Es war wie verflixt“, schildert Skoeries die ins Nichts führenden Rettungsversuche. Die Entscheidung fiel vor einiger Zeit beim Teamgrillen im Vereinsheim. „Es macht aus wirtschaftlicher und sportlicher Sicht keinen Sinn“, so Skoeries.

Dabei träumte der Verein mit der Verpflichtung von Ex-Profi Leo Niebuhr von ganz großen Basketball-Abenden. Die Fusion mit dem Team Heide und der Aufstieg in die 1. Regionalliga beflügelten Ebstorf. Doch das Team war restlos überfordert, stieg sang- und klanglos ab.

Erste Routiniers wie Andreas Willing hörten nach und nach auf, auch Niebuhr ging. Ein schleichender Prozess setzte ein, auch im Umfeld. Frank Dittmer (Organisatorisches und Sponsorensuche) zog sich aus privaten Gründen zurück. „Es war eine super Zeit. Aber in ,Klein-Ebstorf’ geht das nicht auf Dauer“, muss auch Abteilungsleiter Torsten Jaeger anerkennen.

Erschwerend hinzu kam, dass es zwar Nachwuchsspieler, aber zu wenige Trainer in den letzten zwei bis drei Jahren beim TuS gab. Auch die Sponsorensuche gestaltete sich zunehmend schwieriger. Der Verein musste wegen der Hallensanierung obendrein nach Uelzen in die LeG-Halle ausweichen. Der Rückzug war am Ende somit alternativlos: „Die Abteilungsleitung begrüßt diese Entscheidung, da es von Jahr zu Jahr immer weniger ehrenamtliche Helfer und Trainer gibt“, heißt es dazu auf der Homepage der Basketballer.

So geht es in Ebstorf mit dem Basketball weiter

Trotz des Rückzugs der Ebstorf Heide Knights geht es in Ebstorf mit dem Basketball weiter. Jedoch in abgespeckter Form. Die U16-Mannschaft musste wegen Trainermangels ebenfalls abgemeldet werden. Ihr wurde laut Abteilungsleiter Torsten Jaeger empfohlen, sich den Uelzen Baskets anzuschließen. Auch die U10 gibt es nicht mehr. Die Spieler werden immerhin in die U12 eingebaut, die neben der U14 als zweites Jugendteam bestehen bleibt. Die Frauenmannschaft macht weiter, ist aber mittelfristig vom ähnlichen Schicksal bedroht, befürchtet Abteilungsleiter Torsten Jaeger. Denn die Spielerinnen sind vergleichsweise alt.

Die 2. Herren tritt in der Regionsliga an und gilt dort mit den verbliebenen Kräften aus dem Regionalligateam als Topfavorit. Tim Skoeries, Hassan Salim, Daniel Klatt und Conrad Burda stoßen dazu. Ebenso die Youngster Felix Danielzik, Jonas Hünecke und Andreas Wendler jun. Auch Justin Dennis will laut Skoeries bleiben, könnte in Traineraufgaben eingebunden werden. Hinter Rouven Lopez steht ein Fragezeichen. Trainer Andreas Wendler sen. steht ein 22-Spieler-XXL-Kader zur Verfügung. Der Verein dachte deshalb über die Anmeldung einer zweiten Mannschaft nach. Doch dafür war es nach dem kurzfristigen Rückzug der Knights zu spät.

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