Aufstiegsstreit: Molzen geht in Berufung / Staffeln eingeteilt

„Einfacher Schreibfehler“

Der SV Molzen steht rechtlich weiterhin im Regen, Trainer Timo Schulze weiß immer noch nicht, wohin die Reise zur kommenden Saison führt; der Verein hat Berufung eingelegt gegen das Urteil des Kreissportgerichts.
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Der SV Molzen steht rechtlich weiterhin im Regen, Trainer Timo Schulze weiß immer noch nicht, wohin die Reise zur kommenden Saison führt; der Verein hat Berufung eingelegt gegen das Urteil des Kreissportgerichts. 

Uelzen-Molzen/Landkreis – Der erste Anlauf geriet zum Fehlschuss. Doch der SV Molzen geht in die Verlängerung. Das Sportgericht des Fußballkreises Heide-Wendland hat in einem schriftlichen Verfahren den Antrag der „Kleeblätter“ auf ein Aufstiegsspiel zurückgewiesen.

Der Tabellendritte der 1. Kreisklasse Süd fordert die Relegation zur Heide-Wendland-Liga gegen den Drittplatzierten der Nordstaffel (TuS Hohnstorf). Rechtsanwalt Christian Teppe, der den SVM vertritt, legte gestern beim Bezirkssportgericht Berufung gegen das Urteil ein.

Wie berichtet, stützen sich die Molzener auf einen fehlerhaften Passus in der Ausschreibung. Der Punkt 2.3.4 regelt die Aufstiegsfrage, sollte ein zusätzlicher Platz in der Heide-Wendland-Liga frei sein. Um den müssten demnach die beiden Tabellendritten der 1. Kreisklasse spielen. Denn das unterlegene Team aus der Relegation der beiden Vizemeister ist in der Ausschreibung nicht berücksichtigt, ihm wird kein weiteres Aufstiegsrecht eingeräumt. Der Kreisspielausschuss jedoch erklärte beide Vizemeister kampflos zu Aufsteigern.

„Tatsächlich etwas unglücklich formuliert“

Das Kreissportgericht unter dem stellvertretenden Vorsitzenden Helmut Schulz (VfL Breese/Langendorf) schließt sich in seinem Urteil im Wesentlichen den Ausführungen des Kreisspielausschussvorsitzenden Thore Lohmann an. Es räumt jedoch ein, dass die betreffende Passage in der Ausschreibung „tatsächlich etwas unglücklich formuliert, wenn nicht gar irreführend ist“. Es handele sich aber „um einen einfachen Schreibfehler“. Das Wort „Tabellendritten“ müsse gegen „Tabellenzweiten“ ersetzt werden – dann würde in der Regelung alles zusammenpassen.

Inhaltlich genieße natürlich ein Vizemeister in der Aufstiegsregelung Vorrecht gegenüber einem Drittplatzierten. So sei der umstrittene Punkt 2.3.4 „so zu verstehen und gemeint“, dass er erst zur Anwendung komme, wenn die beiden Tabellenführer und -zweiten in die Kreisliga aufgestiegen seien oder verzichteten.

Die Interpretation der Passage steht damit über dem Wortlaut. Der SV Molzen gibt sich damit nicht zufrieden, legte Berufung ein. Rechtsanwalt Teppe: „Das Sportgericht hat zu all unseren Bedenken überhaupt keine Stellung genommen, sondern es sich sehr einfach gemacht. Unter Verletzung aller üblichen Rechtsstandards behauptet es, es läge ein Schreibfehler vor. Wenn Ausschreibungen derart fehlerhaft sind, dass das Sportgericht von Schreibfehlern ausgeht, die den kompletten Sinn entstellen, sollte man sich die Frage stellen, inwieweit diejenigen, die diese Ausschreibung angefertigt haben, dazu auch fachlich in der Lage gewesen sind.“ Nach eingelegter Berufung hat der SV Molzen nunmehr eine weitere Woche Zeit, um sie zu begründen.

Groß Hesebeck bleibt in der 2. Kreisklasse

Unterdessen hat der Kreisspielausschuss die Staffeln für die neue Saison zusammengestellt, in denen mit 140 Teams acht weniger als im Vorjahr starten werden. Molzen wird nach Stand der Dinge weiterhin in der 1. Kreisklasse Süd geführt. Dort wechselte mit dem SV Hanstedt und TSV Jastorf ein Kreisduo in die Nordstaffel, in der der TSV Bienenbüttel damit nicht mehr das einzige Uelzener Team sein wird.

TuS Ebstorf II zum Aufsteiger erklärt

Der sportlich abgestiegene TSV Groß Hesebeck/Röbbel hat den Klassenerhalt in der 2. Kreisklasse doch noch geschafft, weil freie Plätze zu besetzen waren. Von Entwicklungen in den höheren Ligen profitieren auch alle Staffel-Vizemeister der 3. Kreisklasse. Neben dem bereits qualifizierten TSV Lehmke rücken auch TuS Ebstorf II und STV Artlenburg hoch.

Für Artlenburg gibt es damit doch noch ein Happy End. Die Mannschaft hatte in ihrem letzten Saisonspiel ihren schon sicher geglaubten Aufstiegsplatz über die Fairplay-Wertung der Vizemeister an Lehmke abgeben müssen. Der bis dahin führende STV hatte kurz vor Spielschluss, wie berichtet, einem verdienten Torwart mit der Einwechslung ein würdiges Karriereende bescheren wollen, beging damit aber einen folgenschweren Wechselfehler. Der brockte Artlenburg zehn Strafpunkte im Fairplay ein. Das Team gab Platz eins im Ranking der Vizemeister und damit den direkten Aufstiegsrang noch ab.

VON BERND KLINGEBIEL

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