Ebstorferin Nele Hofferbert ist Physiotherapeutin bei Volleyball-Erstligist SVG Lüneburg

„Ein großer Schritt für mein Alter“

Noch wenige Minuten bis Spielbeginn: Nele Hofferbert legt bei SVG-Spieler Leon Dervisaj ein Daumensattelgelenk-Tape an. Fotos (2): Privat
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Noch wenige Minuten bis Spielbeginn: Nele Hofferbert legt bei SVG-Spieler Leon Dervisaj ein Daumensattelgelenk-Tape an. Fotos (2): Privat

Ebstorf/Lüneburg – Eigentlich ist Handball ihr Steckenpferd. Doch jetzt tummelt sich die Ebstorferin Nele Hofferbert in den Gefilden der Volleyball-Bundesliga. Sie ist Physiotherapeutin des Männer-Bundesligisten SVG Lüneburg.

Ihr Karriereweg „war strikt geplant“, erklärt die 22-Jährige. 2014 eine Ausbildung gestartet, fing Hofferbert anschließend und drei Jahre später an, sich gezielt fortzubilden. Heute arbeitet sie für eine Praxis in Lüneburg.

Seit Anfang der Saison ist Nele Hofferbert bei der SVG. Foto: image-me.hamburg

Trotz ihres Karrierekonzepts kam das SVG-Engagement für sie gänzlich unverhofft. Ihr Chef Thomas Kuke unterhält seit einigen Jahren eine Kooperation mit dem Bundesligisten, bei dem zur neuen Saison im Betreuungsteam Platz frei wurde. So kam Kuke auf die junge Ebstorferin zu.

„Er hat mich überreden müssen, aber ich hatte auf jeden Fall Lust. Es war immer so eine Sache: ‘Wie wäre es, wenn du irgendwann in die Bundesliga kommst?’“, erzählt Hofferbert, die schon immer in Richtung Physiotherapie im Sportbetrieb gehen wollte. Mit 22 sieht sie die Betreuung der SVG, neben ihren Aufgaben in der Praxis, nun als einen „großen Schritt für mein Alter. Das in der Vita stehen zu haben, ist schon nicht schlecht.“

Angespannt vor dem Debüt

Seit September ist Hofferbert dabei, versucht die Spieler fitzuhalten, Verletzungen zu behandeln und Diagnosen abzugeben. „Mit Trainer Stefan Hübner stehen wir immer am Abend im schriftlichen Austausch“, erklärt Hofferbart. Drei Mal die Woche kommen die Volleyballer in die Praxis, dazu steht zumeist ein Punktspiel an den Wochenenden an. „Wir teilen uns das zu dritt“, erklärt sie. Chef Kuke und sie sind vornehmlich für die Heimspiele eingeteilt. Ulf Nitschke, der im Allgäu beheimatet ist, kümmert sich bei den Auswärtspartien im Süden der Republik. Beim Heim-Auftakt gegen die Bisons Bühl (1:3) kam Hofferbert erstmals zum Einsatz. Aufgeregt sei sie nicht gewesen, vielmehr angespannt. „Mein Ziel ist, alles zur Zufriedenheit der Spieler und Coaches zu gestalten.“ Dass die Partie im Livestream übertragen wurde, habe die Gefühlslage, „um ehrlich zu sein, nicht entspannt. Und da die momentane Situation natürlich auch besondere Hygienemaßnahmen voraussetzt, dachte ich mir vorher nur ‘Oje, wie soll ich mir das nur alles merken.’ Aber im Nachhinein habe ich mir, glaube ich, nur zu viele Gedanken gemacht, weil wirklich alles gut lief und organisiert war.“

Sofort angekommen

Behandlung in der Praxis nach dem Spieltag.

Am meisten beeindruckt habe sie das Einlaufen der Spieler. Nele Hofferbert: „Da habe ich erst wirklich realisiert, dass es tatsächlich so ist, dass ich in der Bundesliga betreue. Dieses Gefühl war wirklich super. Die Zuschauer haben, trotz der geringeren Anzahl als sonst, alles gegeben, um das Team anzufeuern. Die Stimmung war klasse.“ Und am Ende hat – aus Sicht von der Ebstorferin – alles reibungslos geklappt: „Allen Spielern geht es gut, alle sind zufrieden. Das ist schließlich mein Job.“ Um alle Beteiligten vor einer Corona-Infektion zu schützen, muss sich auch die Physiotherapeutin vor den Spielen auf das Virus testen lassen.

Im blutjungen Lüneburger Team fühlt sich die Ebstorferin bestens aufgenommen. „Ich habe zu allen einen superguten Draht. Schöner hätte es nicht sein können“, erklärt sie und gibt zu: „Ich hatte vorher gar keine Ahnung vom Volleyball.“

Für den TuS Ebstorf spielte Nele Hofferbert (rechts) Handball. Nach einer Operation pausiert sie. Foto: Dlp

Ihren geliebten Handballsport, bei dem sie zuletzt für den TuS Ebstorf aktiv gewesen ist, muss sie aktuell hinten anstellen. Im Sommer wurde Hofferbert operiert, diese Saison möchte sie deshalb pausieren. Mit der SVG ist sie an Wochenenden ja ohnehin gut beschäftigt.

VON ROUVEN PETER

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