Die kuriose Serie geht weiter: Teutonia macht gegen Güldenstern aus einem 1:3 einen 4:3-Sieg

„Eigentlich bin ich sprachlos“

Pietro Papa gelang nach seinem ersten Saisontreffer in der Vorwoche gestern erneut ein wichtiges Ausgleichstor. Foto: B. Klingebiel

Stade/Uelzen.

Teutonias Trainer Ralf Sievers tanzte vor Freude, selten haben ihn die Uelzener Fans so emotional gesehen: Mit einem Treffer in der Nachspielzeit hatte Sören Oldag gerade eben die unheimlich anmutende Siegesserie des Fußball-Landesligisten in den Spielen gegen den TuS Güldenstern Stade gestern um ein weiteres Kapitel verlängert. Oldag traf per Seitfallzieher aus kurzer Distanz zum 4:3-Endstand, nachdem die Blau-Gelben zwölf Minuten vor dem Ende noch schier aussichtslos mit 1:3 in Rückstand gelegen hatten. In der Reihe der letzten acht Punktspielerfolge gegen die Elbestädter aber ist selbst diese Aufholjagd für die Uelzener längst nichts Einmaliges mehr.

Sievers suchte wie sein Gegenüber Martin König nach Erklärungen für das Unerklärbare: „Eigentlich bin ich sprachlos. Aber wir hatten es vorher versäumt, unsere klaren Torchancen zu nutzen.“ König hatte vor der Partie gegen seinen Extrem-Angstgegner aus Uelzen extra das Abschlusstraining am Freitagabend abgesagt und lieber gestern Vormittag eine lockere Einheit angesetzt. Vergebens. Der TuS-Trainer lakonisch: „Wir haben diesmal wirklich alles versucht, und dieses Spiel war diesmal wirklich für ein Unentschieden gut.“

Auf einem tiefen Boden und bei heftigem Wind brachte Jannik Peters die Platzherren mit einem satten 16-Meter-Schuss neben den Pfosten früh in Front, doch Till Marks egalisierte fast postwendend. Der Linksfuß hatte einige Gegenspieler wie Slalomstangen umkurvt und den Ball mit seinem schwächeren Bein versenkt. Dennis Flügge hätte anschließend für das Uelzener Führungstor sorgen müssen, doch er scheiterte frei vor Torwart Patrick Bartsch (33.). Der Keeper schlug die Kugel weit nach vorn, wo Herman Mulweme eine Unstimmigkeit zwischen Roman Razza und Thomas Nowak zum Pausen-2:1 ausnutzte. Und als Salim Aichaioui nach Nowaks Fehlpass dann sogar auf 3:1 erhöhte, schien Stades Pleiteserie gegen Teutonia ihr Ende gefunden zu haben, zumal die Uelzener anschließend ein zehnminütiges Fehlpassfestival präsentierten.

Sievers beorderte den erstmals in der Start-Elf stehenden Nico Tiegs nach vorn, Nowak rückte ins Mittelfeld vor. Flügges Tor per Kopfball zum 3:2 war dann der Weckruf. Pietro Papa egalisierte noch fast in der selben Minute, und nach langem Freistoß von Kuvsinovs legte Tiegs den Ball per Kopf quer auf den eingewechselten Oldag, der zum 3:4 vollendete.

Von Bernd Klingebiel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare