Nur SV Eddelstorf unter den Top 100

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Die Schiedsrichter auf den niedersächsischen Fußballplätzen hatten nur selten Zeit zum Ausruhen: In rund 7650 für die Fairness-Cup-Halbzeitwertung berücksichtigten Spielen zückten sie 34 334 gelbe, 1943 gelb-rote und 1084 rote Karten.

Uelzen/Barsinghausen – Von Bernd Klingebiel. Die kritische Bestandsaufnahme des Uelzener Kreis-Fußballvorsitzenden hat sich bestätigt: In Sachen Fairness haben die Uelzener Kicker nachgelassen. Gerd Lüdtke hatte zum Jahreswechsel gegenüber der AZ von einer „Verrohung der Sitten“ auf den heimischen Fußballplätzen gesprochen; die Halbzeitwertung des landesweiten VGH-Fairnesscup, die der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) in Barsinghausen jetzt veröffentlicht hat, belegt das in Zahlen: Der Fußballkreis Uelzen ist unter den Top 100 nur noch durch den SV Eddelstorf auf Rang 45 vertreten. Im letzten Sommer rangierten noch fünf Teams im Pulk der fairsten 100 Mannschaften.

Auf dem besten Weg, seinen unrühmlichen Titel als unfairstes Uelzener Team dieses Rankings zu verteidigen, ist der TSV Bienenbüttel. In der Schlussabrechnung der Saison 2009/10 hatte der Landesligaaufsteiger bereits Platz 1042 belegt, jetzt bildet er auf Rang 1066 erneut das Schlusslicht des Kreisfußballs und ist das am drittschlechtesten platzierte Team insgesamt.

Unter den 1069 Mannschaften, die 2010/11 am Fairness-Cup teilnehmen, führt Kreisligist VfL Stade II das Feld an. Die Platzierung der Elbstädter kommt nicht von ungefähr. 2008/2009 landete die Mannschaft unter 1073 Teams auf Rang 19, in der vergangenen Saison erreichte sie unter 1065 Teilnehmern sogar Rang vier. Von solchen Werten können die Mannschaften im Keller der Fairnesstabelle nur träumen. Schlusslicht Genglerbirgli (Kreisliga Verden) hat es in 14 Saisonspielen mit 33 gelben, fünf gelb-roten und neun roten Karten sowie zwei Sportgerichtsurteilen auf einen Wert von 8,07 Strafpunkten pro Partie und Platz 1069 gebracht.

Rund 7650 Spiele wurden für die Halbzeitwertung berücksichtigt. 34 334 gelbe, 1943 gelb-rote und 1084 rote Karten wurden in der Hinrunde von den Schiedsrichtern gezückt, hinzu kommen 104 Sportgerichtsurteile beziehungsweise das Nichtantreten von Mannschaften.

Seit 1992 richtet der NFV den Fair-Play-Wettbewerb aus. Im VGH-Fairness-Cup kommen alle niedersächsischen Mannschaften von der 1. Bundesliga bis zu den Kreisligen in die Wertung. Für eine gelbe Karte gibt es einen Strafpunkt, für Gelb-Rot drei und für Rot fünf Zähler. Zudem schlagen Sportgerichtsurteile und das Nichtantreten von Mannschaften mit jeweils zehn Punkten zu Buche. Die Summe der Strafpunkte geteilt durch die Anzahl der Saisonspiele weist den jeweiligen Quotienten eines Teams aus. Die drei besten Mannschaften werden am Saisonende von der VGH mit Preisen ausgezeichnet.

Der Durchschnittswert aller 1069 bewerteten Mannschaften liegt derzeit bei 3,05. Er hat sich damit gegenüber der Saison 2009/2010 (2,95) geringfügig verschlechtert.

1. VfL Stade II

2. SV Heiligenfelde

3. SF Lechtingen

4. TSV Engensen

5. SC Wedemark

6. TV Stemmen

6. Eintracht Braunschweig

6. SV Viktoria Gesmold

9. SV Arnum Kreisliga

10. FC Mulsum/K.

45. SV Eddelstorf

118. MTV Himbergen

145. SV Emmendorf

281. MTV Barum

353. SV Rosche

353. TuS Ebstorf

387. SV Germania Ripdorf

397. Teutonia Uelzen

404. Teutonia Uelzen II

421. Union Bevensen

449. SV Stadensen

479. TSV Wrestedt/St.

514. VfL Suderburg

520. TuS Bodenteich

554. SV Holdenstedt

587. SC 09 Uelzen

696. TuS Wieren

823. SVG Oetzen/Stöcken

829. FC Oldenstadt

1005. TSV Wriedel

1019. SC Kirch/Westerweyhe

1066. TSV Bienenbüttel

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