Fußball-Landersligist SV Emmendorf verzichtet darauf, die Lizenz für die Oberliga zu beantragen

Durchmarsch ist abgeblasen

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Die Fans des SV Emmendorf werden zumindest in der nächsten Saison nicht über Tore ihres Teams in der Oberliga jubeln können. Der Verein verzichtet darauf, eine Lizenz für die 5. Liga zu beantragen, bestätigt Vorsitzender Thomas Kellmer (rechts).

Emmendorf. Die aktuelle Situation regt zum Träumen an. Tabellenplatz drei in der Fußball-Landesliga. Nur fünf Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter FC Hagen/Uthlede, einen Zähler auf den MTV Treubund Lüneburg. Beide Teams müssen noch im Waldstadion antreten.

Geht da etwa was in Richtung Durchmarsch und Meisterschaft für den SV Emmendorf, wird es wieder was in Sachen Oberliga-Fußball in Uelzen? Zuletzt kickten die Teutonen in der höchsten Amateurklasse des Landes, die sie 2016 nach zwei Jahren wieder verlassen mussten.

Die Frage nach Oberliga-Fußball in der Region zur nächsten Saison ist allerdings bereits beantwortet, noch bevor die sportlichen Entscheidungen gefallen sind. Der SV Emmendorf verzichtet auf die Teilnahme am Lizenzierungsverfahren zur 5. Liga. „Nach intensiver Beratung haben wir uns entschlossen, von der Beantragung einer Oberligalizenz abzusehen“, bestätigt der Vereinsvorsitzende Thomas Kellmer gegenüber der AZ.

Der Weg in Niedersachsens Oberhaus führt nicht nur über die sportliche Qualifikation in einer der vier Landesliga-Staffeln. Interessenten müssen dem Fußballverband außerdem ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen und einen Forderungskatalog erfüllen, der locker auf 30 Seiten anschwillt.

Dabei geht es einerseits darum, Planungssicherheit darüber zu erlangen, ob der Verein die finanziellen Herausforderungen in der Oberliga stemmen kann. Und zum anderen muss die Spielstätte den Sicherheitsansprüchen des NFV entsprechen. Allein die Antragstellung mit den geforderten Nachweisen kostet da schnell einen unteren vierstelligen Betrag.

Verzichtet der Landesligameister auf sein Aufstiegsrecht oder bekommt die Lizenz nicht, kann der jeweils nächstplatzierte Klub bis einschließlich Rang drei in die 5. Liga nachrücken – vorausgesetzt, er hat die Lizenz beantragt und erfüllt sämtliche Bedingungen.

Kellmer: „Natürlich haben sich die Verantwortlichen mit der Möglichkeit eines Aufstieges in die Oberliga und den damit verbundenen Aufgaben und Auflagen befasst. Mit den erforderlichen Maßnahmen und dem finanziellen Aufwand können und wollen wir unseren Verein nicht belasten.“

Liga-Neuling SV Emmendorf zeigt sich denn auch mit dem bereits Erreichten höchst zufrieden: „Wir freuen uns sehr über die erfolgreiche Hinrunde und das bisherige Auftreten der Mannschaft in der Landesliga. Das frühzeitige Erreichen unseres Saisonzieles Klassenerhalt erfreut uns umso mehr“, sagt Kellmer.

Der Vereinsvorsitzende verbindet dies mit einer Zusage: „Wir werden auch zukünftig für unsere Spieler und unsere Fans alles Mögliche tun, um ambitionierten Fußball in Emmendorf anbieten zu können. Jetzt freuen wir uns auf die Rückrunde und genießen die sportliche Herausforderung der Landesliga.“

Von Bernd Klingebiel

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