1. Fußball-Kreisklasse

Dreikampf an der Spitze spitzt sich zu

Jastorfs Friedrich-Wilhelm Strampe schirmt den Ball gegen Lehmkes Hannes Bischoff ab.
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Der TSV Jastorf (links Friedrich-Wilhelm Strampe) muss gegen den SC Kirch-/Westerweyhe ran. Der TSV Lehmke (rechts Hannes Bischoff) will gegen Liepe den Klassenerhalt auch rechnerisch eintüten.

Zwei Spieltage vor Schluss hält das heiße Aufstiegsrennen in der 1. Fußball-Kreisklasse die Spannung weiter hoch.

Von Immo de la Porte

Uelzen/Landkreis – Teutonia II, Suderburg II und Gartow (mit einem Spiel weniger) sind jeweils nur einen Zähler auseinander, jeder Punktverlust kann somit entscheidend sein. Das ganze Trio steht vor machbaren Aufgaben. Der TSV Wriedel möchte derweil seinen Aufwärtstrend mit gleich sechs Punkten am Wochenende untermauern.

In der Abstiegsrunde ist die Luft dagegen weitestgehend raus. Denn wohl nur Fantasten geben dem TV Rätzlingen angesichts von sechs Punkten und 14 Toren Rückstand noch eine Chance auf den Klassenverbleib, wenngleich der TVR am Sonntag die personell völlig ausgebluteten Ripdorfer empfängt.

Aufstiegsstaffel

TSV Wriedel – SVG Oetzen/St. (Fr., 20)

TSV Wriedel – SV Stadensen (So., 15)

Gut unterwegs ist der TSV Wriedel. Aus den letzten drei Spielen gab es starke sieben Punkte, Lohn war der Sprung auf Rang vier. Vor dem Heim-Doppelpack am Wochenende herrscht natürlich Optimismus. „Wir wollen gern sechs Punkte holen“, meint Trainer Mathias Grabs. Er ließ unter Woche nur reduziert trainieren, Belastungssteuerung war das Stichwort. „Wir sind ja keine Profis!“. Personell gibt es, auch coronabedingt, ein paar Fragezeichen, dafür dürfen sich die Fans am Freitagabend auf dem Ernst-Bremer-Platz nicht nur auf Flutlichtatmosphäre, sondern auch auf Hotdogs freuen.

Die Oetzener zeigten auch in Suderburg zwei Gesichter, fingen sich erst nach einem 0:3-Rückstand. „Wahrscheinlich müssen wir vor dem Spiel noch eine Trainingseinheit machen, damit alle von Anfang an wach sind“, meint Trainer Fatmir Osmani, der sich diesbezüglich aber auch in der Verantwortung sieht. „Wir wollen an die zweite Halbzeit von Suderburg anknüpfen“, wünscht er sich und erhofft sich durch die Rückkehr von Lasse Hilmer und Darwin Sobotta verbesserte defensive Stabilität.

Der SV Stadensen, zweiter Gegner der Wriedeler, ging bisher auswärts leer aus, kam zuletzt in Wieren sogar unter die Räder (1:7). „Wir sind Corona-bedingt noch arg gebeutelt und hoffen bis zum Wochenende noch auf Genesung“, wünscht sich Trainer Felix Lüring vermehrte personelle Alternativen, um konkurrenzfähig zu sein. Das war der SVS im Hinspiel, das er mit 2:0 für sich entscheiden konnte. Für die Wriedeler hält Lüring indes ein dickes Lob parat: „Für mich nach wie vor die spielerisch beste Mannschaft in der Staffel.“

Teutonia Uelzen II – TuS Wieren (So., 13)

Zwei Siege, dann stehen die Teutonen in der Heide-Wendland-Liga. „Die starke Leistung gegen Gartow heißt es jetzt, zu bestätigen!“, findet Trainer Florian Reimer. Er ist durch den klaren Wierener Sieg gegen Stadensen sensibilisiert und warnt insbesondere vor den Offensivkräften des kommenden Gegners. „Wir müssen wieder an unsere Leistungsgrenze gehen. Wir haben weiter alles in der eigenen Hand und das soll auch so bleiben!“

Nach einem 7:1-Kantersieg gegen Stadensen reisen die Wierener mit neuem Selbstvertrauen in den Sportpark. „Wir wollen den Schwung von Sonntag mitnehmen und spielen auf Sieg“, äußert sich Trainer Mike Schneider optimistisch vor dem schwierigen Gastspiel. Rückenwind gibt auch die personelle Lage. Der TuS hofft auf die Kaderrückkehr von Timo Püffel, Marcel Hoffmann, Joscha Benecke und Franz Gummert. Stammtorwart Lars Narawitz könnte folglich wieder zwischen den Pfosten stehen.

TuS Bodenteich II – VfL Suderburg II (So., 13)

Böse unter die Räder kamen die Bodenteicher (8. Platz) zuletzt in Wriedel (1:6). Trainer Hadi Karamac ist vor diesem Hintergrund skeptisch gestimmt: „Wir gehen als krasser Außenseiter ins Spiel, konnten uns nie richtig einspielen.“ Dennoch möchte er, dass sich sein Team nicht versteckt und sich trotz enger Personaldecke im letzten Heimspiel der Saison vernünftig verkauft.

Die Suderburger (3.) jagen weiterhin Gartow und Teutonia, können aber im Gegensatz zur Konkurrenz nicht aus eigener Kraft aufsteigen. „Die Stimmung in der Mannschaft ist weiterhin hervorragend“, freut sich Trainer Jörn Drögemüller, der unlängst 20 Akteure beim Training begrüßen durfte. Zuletzt gewann der VfL viermal in Folge, muss aber in Bodenteich einige Ausfälle verkraften. Torwart Torben Hahmeyer fehlt mit Rotsperre, außerdem sind mit Timo Oberin, Christoph Hillmer und Lutz Schlaphof weitere Leistungsträger im Waldstadion nicht dabei.

Nach der herben 1:6-Klatsche in Wriedel will sich Bodenteich II um Keeper Florian Tiedke gegen Suderburg II trotz eigens aufgedrückter Außenseiterrolle vernünftig verkaufen.

SVG Oetzen/Stöcken – FC SG Gartow (So., 15)

Letztes Heimspiel für SVG-Coach Dennis Thomsen, der nach insgesamt 18 Jahren, davon neun als Trainer den Club Richtung TSV Wrestedt/Stederdorf verlässt (die AZ berichtete). „Es war eine tolle Zeit in Oetzen, aber ich freue mich auf die neue Aufgabe in Wrestedt“, gibt Thomsen einen kurzen Einblick in seine Gefühlswelt. Sportlich ist das Abschiedsmatch natürlich knifflig, schließlich kommt der Tabellendritte, gegen den die SVG im Hinspiel bereits 0:2 unterlag.

Wahrscheinlich müssen wir vor dem Spiel noch eine Trainingseinheit machen, damit alle von Anfang an wach sind.

Oetzen-Trainer Fatmir Osmani

Abstiegsstaffel

TSV Suhlendorf – SV Emmendorf II (So., 15)

Auch wenn die Suhlendorfer den Klassenverbleib souverän einfuhren, ärgerte sich Spielertrainer Stephan Lindemann über die unnötige 1:2-Pleite in Jastorf. „Wie man sieht, wäre man mit einem Dreier an den zweiten Platz dichter ran gerückt und so passiert das Gegenteil: Man rutscht zwei Plätze nach hinten.“ Er fordert aus den letzten beiden Spielen mit vollem Kader sechs Punkte.

Am Ende reichte es nicht für die Emmendorfer, das 1:3 gegen Lehmke bedeutete den Abstieg. Doch im Lager des SVE nahm man es mit Fassung. „Die Enttäuschung war nur kurz, da es ja eigentlich schon vor dem Start der Abstiegsrunde so gut wie feststand“, berichtet Trainer Matthias Rassmann. Aus seiner Sicht geht es jetzt darum, die alte Saison so erfolgreich wie möglich zu Ende zu bringen und gleichzeitig die Weichen für die Neue zu stellen.

SC Kirch-/Westerweyhe – TSV Jastorf (So., 15)

Jetzt, da die Saison fast vorbei ist, scheint der SCK richtig auf Touren zu kommen. Gegen Liepe (6:0) und Ripdorf (4:1) gab es viel Überzeugung und reichlich Tore. „Nach den beiden letzten Siegen wollen wir natürlich nun die Abstiegsrunde gewinnen“, gibt Coach Carsten Behnke als Ziel aus. Er kündigt an, dass seine Mannschaft voll auf Sieg geht, nimmt den Gegner („eine Wundertüte, haben sie ihren Kader beisammen, wird es nicht leicht für uns“), aber auch nicht auf die leichte Schulter.

Dank des Erfolges gegen Suhlendorf kletterten die Jastorfer auf Rang drei. Ein Rang, den Trainer Malte Weber gerne verteidigen möchte. Ihm ist aber klar, dass die Aufgabe am Kämpenweg nicht „ohne“ ist. „Westerweyhe ist gegen uns klar Favorit. Wir müssen in der Defensive stabil stehen, die Zweikämpfe annehmen und in der Offensive unsere Chance nutzen“, sagt Weber. Thomas und Michael Liedtke, Christian Besenthal und Nils Rosenfeld fehlen, die Einsätze von Andy Sommerfeld und Friedrich-Wilhelm Strampe sind noch fraglich.

TV Rätzlingen – Germania Ripdorf (So., 15)

Sechs Punkte Rückstand, dazu das um 14 Tore schlechtere Torverhältnis gegenüber dem TSV Lehmke: Der TV Rätzlingen wird nach der bitteren Niederlage gegen Liepe den Gang in die 2. Fußball-Kreisklasse antreten müssen. Doch das letzte Spiel zeigte auch positive Ansätze, wie zum Beispiel die Leistung der ersten Halbzeit, als der TVR 2:0 führte. „Wir wollen zu Hause gegen Ripdorf an die ersten 45 Minuten in Liepe anknüpfen und das konsequent über 90 Minuten durchziehen“, wünscht sich Trainer Michael Kottlick. Der Kader kommt indes weiter ausgedünnt daher.

Bei den Germanen ist die Luft raus. Zuletzt setzte es zwei Pleiten in Folge, der zweite Rang wackelt. Zudem ist die personelle Lage dramatisch: „Momentan haben wir nicht mehr als sieben, acht Spieler zusammen. Wir wollen die letzten beiden Spiele ordentlich zu Ende bringen“, skizziert Trainer Daniel Wenck, dem eine Prognose für Sonntag folglich nicht möglich ist.

TSV Lehmke – TuS Liepe (So., 15)

Tiefes durchatmen in Lehmke, der Sieg in Emmendorf (3:1) brachte zu 99 Prozent den Klassenerhalt. „Der Sieg war extrem wichtig. Jetzt wollen wir versuchen, den letzten fehlenden Punkt zuhause gegen Liepe zu holen“, hätte Betreuer Arne Scheele gern auch rechnerisch absolute Sicherheit. Mit Jannes Sahm, Christian Niebuhr, Matti Kunstmann (zuletzt AZ-Spieler der Woche) und Kevin Greibich fehlt ein Quartett.

Die Gäste aus Liepe sind gut drauf, gewannen drei der letzten vier Spiele, verbesserten sich auf Rang vier.

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