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Uelzener Schiedsrichter Marco Haase erstattet Strafanzeige gegen BVB-Star Jude Bellingham

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Von: Bernd Klingebiel

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Mann steht vor Hamburg-Stadtwappen.
Der in Hamburg lebende Uelzener Marco Haase hat Strafanzeige gegen BVB-Star Jude Bellingham und Manuel Gräfe erstattet. © Privat

Der in Hamburg lebende Uelzener Marco Haase hat im Anschluss an den Bundesliga-Gipfel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München (2:3) nach AZ-Informationen Strafanzeige gegen BVB-Spieler Jude Bellingham wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung erstattet.

In einem Interview im norwegischen Fernsehen hatte der 18-jährige BVB-Star dem Unparteiischen Felix Zwayer wegen des umstrittenen Strafstoßpfiffs nach Eingreifen des Videoschiedsrichters Schiebung unterstellt. Lewandowski verwandelte den Handelfmeter zum entscheidenden 2:3.

Haase hat die Strafanzeige „an die zuständigen Dienststellen von Staatsanwalt und Polizei in Dortmund und Berlin“ gerichtet. Sie liegt der AZ im Wortlaut vor. Auch der DFB-Kontrollausschuss hat bereits Ermittlungen aufgenommen.

Bellingham hatte vor laufenden Kameras gesagt: „Du gibst einem Schiedsrichter, der schon vorher mal Spiele geschoben hast, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?“

Hasse pfiff selbst jahrelang für den SV Holdenstedt auf hohem Niveau und ist weiterhin aktiv als DFB-Schiedsrichterbeobachter. „Ich habe die Strafanzeige als Privatperson gestellt“, erklärt er gegenüber az-online.de. Haase habe sich von den Äußerungen Bellinghams „als Schiedsrichter angefasst gefühlt“. Er wolle „ein Zeichen setzen“ und sich schützend vor seine Kollegen stellen. Haase: „Die Aussagen betreffen alle Schiedsrichter bis hin zur Basis.“

Haase: „Diese Äußerung erfüllt alternativ oder kumulativ die Straftatbestände der Beleidigung, üblen Nachrede und Verleumdung.“ Und weiter: „Da der Spieler Jude Bellingham diese Äußerung aus Lebenserfahrung nicht ohne den ehemaligen Schiedsrichter Manuel Gräfe getan haben kann, erstatte ich zudem Anzeige wegen derselben Tatbestände gegen Manuel Gräfe.“

Hintergrund sind Zwayers Verwicklungen in den Wettskandal um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer, der im Jahr 2005 öffentlich wurde. Zwayer war damals als Assistent des Skandal-Referees ins Rampenlicht geraten und soll 300 Euro angenommen haben, um das DFB-Pokalspiel zwischen Werder Bremen und dem Wuppertaler SV zu Gunsten des Außenseiters zu beeinflussen. Eine Manipulation konnte Zwayer nicht nachgewiesen werden, die Annahme des Geldes gilt als gesichert.

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