Fußball-Kreisliga: Union Bevensen will ausgerechnet in Oldenstadt Auswärtsblockade lösen / Kellerduell im Molzen

„Dieses Spitzenspiel bietet sich an“

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Nach dem 0:6-Rückschlag von Bad Bevensen muss Bodenteich II (vorne Fabian Herrmann) wieder zulegen. Den SCK (blaue Trikots) erwartet ein Kellerduell in Molzen.

Uelzen/Landkreis. Der Kampf um die Herbstmeisterschaft rückt vor dem 13. Spieltag in der Fußball-Kreisliga näher. Die besten Karten hält der mit zwei Zählern Vorsprung führende SV Eddelstorf in den Händen, der vor einem Heimspiel gegen den SV Emmendorf II steht.

Mit dem FC Oldenstadt (2. ) und Union Bevensen (4. ) streiten sich zwei Kandidaten im direkten Duell um wichtige Punkte, aber auch der SV Holdenstedt (3. /gegen Hanstedt) als auch der SC 09 Uelzen (5. /in Jastorf) sind noch im Rennen.

Aber auch das Ringen um die Qualifikation für den 10. AZ-Presse-Cup steht im Fokus. Immerhin werden diesmal die besten drei Teams zum Stichtag am 4. Dezember dabei sein (die AZ berichtete). Hoffnungen kann sich hier sogar noch der TSV Wriedel als Tabellensiebter machen, zumal er nur drei Punkte hinter Holdenstedt liegt. Bienenbüttel als Achter hat sechs Zähler Rückstand.

Im Ligakeller steht in Molzen verdammt viel auf dem Spiel – der Tabellendrittletzte erwartet das Schlusslicht aus Kirch.-/Westerweyhe.

Anstoß in Bad Bodenteich ist am Sonntag zur neuen Winterzeit bereits um 12 Uhr, alle anderen Partien beginnen um 14 Uhr.

FC Oldenstadt – Bevensen

Es ist zweifellos das Spitzenduell. Die Oldenstädter trumpften zuletzt nicht mehr so souverän wie zu Beginn der Saison auf, nach dem Vorsonntags-1:2 in Hanstedt stürzten sie von der Tabellenspitze. Betreuer Andreas Mnich trotzig: „Wir schauen jetzt nach vorne und versuchen, den letzten Sonntag schnell aus den Köpfen zu bekommen. Ich hoffe, dass gegen die Union endlich mal wieder alle Spieler zur Verfügung stehen.“

Die Kurstädter haben sich zu einer echten Heimmacht gemausert (fünf Spiele/fünf Siege), auswärts dagegen sieht Trainer Tobias Neubauer gewaltigen Nachholbedarf: „Es wird Zeit, dass wir auch bei einem Auswärtsspiel eine gute Leistung zeigen. Da bietet sich dieses Spitzenspiel förmlich an.“ Er schiebt den Platzherren die Favoritenrolle zu, vermutet aber ein Duell auf Augenhöhe. „Unser Ziel ist es, nach dem Spieltag in der Tabelle vor den Oldenstädtern zu stehen.“ Dazu muss ein Sieg her. Andreas Meyer, Dirk Ranglack sind verletzt, Lucas Tippe (privat) fehlt ebenfalls.

Bodenteich II – TuS Ebstorf

Die Situation bei den Bad Bodenteichern (15.) ist nach wie vor angespannt. Dessen ist sich Trainer Stefan Buß bewusst: „Nach unseren zuletzt guten Auftritten war das jüngste Spiel in Bad Bevensen (0:6) ein Rückschritt. Nun kommt mit den Ebstorfern ein Gegner, der sich deutlich unter Wert verkauft hat und an guten Tagen jeden schlagen kann. Aber wir werden mutig dagegenhalten und ein anderes Gesicht als in der Vorwoche zeigen.“ Mit Kevin Luhmann, Daniel Westerfeld und Jan-Philipp Bleck fehlen drei Kurzurlauber, zudem steht der Einsatz von Heiko Hennings (verletzt) auf der Kippe.

Gästetrainer Björn Penkert hadert mit dem nötigen Quäntchen Glück, das zuletzt gefehlt hat: „Aber im Fußball gibt es solche Phasen. Jedenfalls werden wir versuchen, es noch einen Tick besser zu machen und dann hoffentlich mal wieder mit Punkten in der Tasche den Platz verlassen.“ Die seit Wochen prekäre Personallage nimmt er mittlerweile mit Ironie hin: „Auch am Sonntag haben wir wieder einen Torwart und zehn Feldspieler auf dem Platz.“

Eddelstorf – Emmendorf II

Acht Siege in den letzten neun Spielen – Sprung an die Tabellenspitze. Trotz großer Euphorie mahnt Eddelstorfs Obmann Michael Strzalla: „Das wird nicht einfach. Wir gehen auch dieses Spiel sehr akribisch an und werden alles in die Waagschale werfen, um die drei Punkte in Eddelstorf zu behalten.“ Torjäger Jan-Ole Schulz (nach Sperre) und Christoph Bartelt (nach Urlaub) kehren zurück, Robin Wanke (Urlaub) und weiterhin Elias Saoud fehlen dagegen.

Emmendorfs Trainer Stephan Brinkmann, mit seinem Team nach zehn von zwölf möglichen Punkten ebenfalls kräftig im Aufwind, braucht gar nicht viele Worte: „Ein Spiel beim Tabellenführer, das sagt eigentlich schon alles. Wir haben nichts zu verlieren und werden das gewohnt offensiv angehen.“ Der Verletztenstand ist immer noch hoch: „Aber so ist es halt, ich beklage mich nicht.“

Bienenbüttel – TSV Wriedel

Ausgeglichene Bilanz, Tabellenachter – die Bienenbütteler hängen nach zwei sieglosen Spielen im Mittelfeld fest. Ein bisschen mehr sollte es aus Sicht ihres Trainers Florian Schick aber doch sein: „Die Mannschaft ist gefordert. Ein Sieg muss her, um nicht in die untere Tabellenhälfte zu rutschen!“ Bei diesem Vorhaben muss er auf eine Reihe von Spielern verzichten. Philip Schulze (Muskelbündelriss), Kevin Franz (Muskelfaserriss), Darwin Sobotta (Knie), Lennard Wessel (Knöchel) sowie eventuell Abwehrchef Philipp Meyer (Grippe) fallen aus. Zudem weilt Marcel Kruse im Urlaub. „Zeit zum Experimentieren“, sagt Schick.

Besser im Rennen liegen die Wriedeler (6.). Sie sind auswärts noch ungeschlagen und führen die Auswärtstabelle an. Dennoch plagen auch Gästecoach Thomas Möhring-Stief massive Personalsorgen. „Ich kann leider nur den Text von letzter Woche wiederholen.“ Heißt: Trotz des nach wie vor dezimierten Kaders wird die Mannschaft nichts unversucht lassen, um zu punkten. Nils Schult, Moritz Müller, Jan Neddermeyer und Niklas Bahr (alle verletzt) fehlen, der angeschlagene Maik Cordes feierte gegen Wieren (2:2) zumindest einen Kurzeinsatz. „Ging nicht anders“, sagt Möhring-Stief.

TuS Wieren – TV Rätzlingen

Punktgleich tummeln sich Wieren und Rätzlingen mit einem Sechs-Punkte-Polster vor der Abstiegszone. Der Gastgeber wartet seit vier Spielen auf einen Sieg. Trainer Benjamin Bücker ist hoffnungsfroh: „Wenn wir die Leistung aus der ersten Halbzeit in Wriedel (2:2) über 90 Minuten abrufen und dann noch die Tore machen, werden wir den so wichtigen Heimsieg einfahren.“ Ihm ist der TVR-Lauf nicht entgangen. „Uns ist bewusst, dass wir alles abrufen müssen.“

TVR-Coach Frank Kilian tut sich schwer damit, die Wierener einzuschätzen: „Wenn sie gut drauf sind, können sie jeden schlagen. Ich denke, dass wir uns mächtig steigern müssen, um etwas mitzunehmen. Aber wir sind in der Spur, und nichts ist unmöglich.“

TSV Jastorf – SC 09 Uelzen

Zuhause hui“, auswärts pfui. Die Jastorfer holten 13 ihrer 14 Zähler vor eigenem Publikum und wollen nun versuchen, gegen den kränkelnden SC nachzulegen. Trainer Martin Lübkert aber traut dem Braten nicht so richtig: „Nach ihren nicht so guten Ergebnissen kommen die Uelzener bestimmt mit Wut im Bauch zu uns. Heißt, dass wir wieder alles geben müssen, was sehr schwer wird.“ Mit Tim Soltau und Martin Schwochow (beide gesperrt) fehlen zwei Schlüsselspieler, weitere Akteure sind fraglich.

Die Fischerhöfler reisen mit drei Niederlagen im Gepäck an und wissen, dass sie die Kurve kriegen müssen. Ansonsten wird der Abstand zur Ligaspitze immer größer. Co-Trainer Harald Voigts: „Uns steht der nächste Brocken vor der Brust. Die Jastorfer muss man vor ihrem eigenen Anhang erstmal schlagen. Das ist eine sehr kampfstarke Truppe, und auf dem kleinen Platz ist alles möglich.“ Der Uelzener Kader wird auch diesmal alles andere als vollzählig.

SV Molzen – Kirch.-/W.

Nach dem Überraschungscoup am Fischerhof hofft Molzens Trainer Lukas Zanders auf Aufbruchstimmung: „Das war wichtig für das Selbstvertrauen und die Moral. Aber jetzt heißt es nachzulegen, sonst war der Sieg umsonst.“ Er sieht im SCK den unangenehmsten Gegner, den man zu diesem Zeitpunkt bekommen könne. „Er steht genauso wie wir mit dem Rücken zur Wand. Das Spiel wird deutlich schwieriger als gegen den SC. Trotzdem, es zählen nur die drei Punkte!!“

SCK-Coach Michael Hinz weiß, dass seine Männer nach dem jüngsten Absturz auf die Schlussposition ein immens wichtiges Spiel vor der Brust haben und mahnt: „Die Molzener sind nach ihrem Sieg im Aufwind. Ich erwarte einen sehr kampfstarken und defensiv eingestellten Gegner.“ SCK-Innenverteidiger Arne Moritz ist gesperrt, einige Akteure angeschlagen. Hinz ist dennoch voller Zuversicht: „Zuletzt gegen Holdenstedt sind fünf meiner Spieler erkrankt ausgefallen, da hoffe ich auf Besserung.“

Holdenstedt – SV Hanstedt

13 von 15 möglichen Punkten, Tabellenplatz drei – die Holdenstedter schweben auf einer Wolke. Dementsprechend optimistisch klingt Trainer Marc Chluba: „Natürlich wollen wir unsere Serie jetzt fortsetzen. Schön für uns, dass die Hanstedter zuletzt gegen Oldenstadt gewonnen haben, so nehmen unsere Jungs das Spiel auch entsprechend ernst. Auf den einen oder anderen guten Einzelspieler müssen wir achtgeben, aber wir wollen sie unter Druck setzen und unser Spiel durchbringen.“ Nur Christoph Hunstein fehlt. Die Personallage ist „sehr erfreulich und ein wesentlicher Grund für unsere momentan guten Leistungen“, freut sich Chluba.

SVH-Coach Carsten Behnke hofft, dass seine Spieler die starke Vorstellung beim Überraschungscoup gegen Oldenstadt (2:1) bestätigen und den Schwung mitnehmen: „Ich sehe die Holdenstedter als die zweikampfstärkste Mannschaft in der Liga. Es gilt also, körperlich noch eine Schippe draufzulegen. Ein besonderes Augenmerk müssen wir auf die schnellen Stürmer um Christopher Hilmer legen. Wir werden uns nicht verstecken, mutig spielen und uns ganz gewiss nicht kampflos ergeben.“ Nicht dabei sind Lars März, Fabian Voigt (beide gesperrt) sowie Sebastian Schoß (Dienst).

Von Michael Klingebiel

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