„Diese Momente lieben“

Kreutzfeldt und Bertram wissen, was Teutonia heute erwartet

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Lars Kreutzfeldt half in der Saison 2015/16 bei Teutonia nochmals aus. Vor 15 Jahren bestritt und verlor er ein vergleichbares Abstiegsfinale wie das heutige mit den Uelzenern in Northeim. Der Torwart drückt den Blau-Gelben (rechts Malte Bertram) die Daumen: „Der ganze Fußballkreis steht hinter euch!“

kl Uelzen. Sie sind ehemalige Teutonen. Sie haben die Erfahrung. Sie wissen, wie es in einem ultimativen Abstiegs-Finale zugeht. Und sie drücken den Uelzenern in der heutigen Partie der Fußball-Landesliga in Ottersberg fest die Daumen.

Die Blau-Gelben müssen zwingend gewinnen, um nicht abzustürzen.

Ex-Teutone und Aues Relegationsheld Sören Bertram: „Teutonia muss als Team zusammenstehen.“

Sören Bertram hat in seinem Showdown um den Klassenerhalt gerade erst gesiegt und wurde sogar zum Helden. Der Uelzener Profi machte sich am Dienstagabend im Rückspiel der Relegation zur 2. Bundesliga als dreifacher Torschütze unsterblich beim FC Erzgebirge Aue. Der andere hat seinen Abstiegskrimi am letzten Spieltag der Saison 2002/03 in der Niedersachsen-Liga verloren. Torwart Lars Kreutzfeldt musste mit Teutonia vor genau 15 Jahren beim direkten Konkurrenten FC Eintracht Northeim gewinnen, um die Klasse zu halten – und verlor mit 1:2.

„Du musst dich voll auf diese 90 Minuten konzentrieren, alles raushauen und die Gedanken, was an Schlechtem passieren kann, verdrängen“, rät Kreutzfeldt den Uelzenern, die heute im Ottersberger Wümme-Stadion ums sportliche Überleben kämpfen. Zehn Jahre nach seinem Abschied bei Teutonia sprang der Keeper nach Auftaktdebakeln in der Oberligasaison 2015/16 am 6. Spieltag – ausgerechnet gegen Eintracht Northeim – kurzerhand nochmal ein und hütete bis zur Winterpause den Kasten. Kreutzfeldt motiviert seine Ex-Kameraden: „Der ganze Fußballkreis steht heute hinter euch!“

Sören Bertram hat mit Aue vorgemacht, wie es geht. Der 26-Jährige, der seit gestern wieder in seiner Heimatstadt ist: „Ich konnte zwar mit meinen drei Toren glänzen, aber ohne die anderen zehn Mitspieler hätte ich die nicht gemacht. Das war eine klasse Mannschaftsleistung!“ Sein Ratschlag für heute: „Man muss diese Momente lieben und dabei auch seine Nervosität und Angst mit auf den Weg nehmen. Teutonia muss heute in Ottersberg als Team zusammenstehen.“

Er selbst zog vor der Relegation eine große Portion an Mut und Motivation aus der Möglichkeit, mit Aue in der nächsten Zweitligasaison gegen seinen Lieblings- und Ex-Verein Hamburger SV spielen zu können. „Großenaspach oder Volksparkstadion?“ stellte ihm sein Trainer Hannes Drews eine provokante Frage. Sören Bertram: „Teutonia ist in einer ähnlichen Situation, vielleicht nicht ganz so groß. Ich glaube nicht, dass die Spieler nächste Saison in der Bezirksliga antreten möchten, sondern lieber die Derbys gegen Emmendorf, Eintracht und MTV Lüneburg spielen wollen.“

Bertram wird den Uelzenern und vor allem seinem Bruder Malte im Teutonia-Trikot im Wümme-Stadion moralische Unterstützung leisten. So wie es seine Angehörigen im Relegationsspiel gegen den Karlsruher SC auch taten. „Es gibt Kraft, wenn sie dabei sind“, sagt Sören Bertram und hofft auf einen ähnlichen Effekt für Teutonia. „Die Qualität, das Spiel zu gewinnen, hat die Mannschaft.“

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