Sportliches Spektakel zum Abschluss der Vitaltage

Uelzener Heraklidenschlacht: Sagenhafter Spaß, echter Teamgeist und pures Abenteuer

Junge Hindernisläufer in Gruppenaufstellung vor einer langen Brücke.
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„Abenteuer, Teamgeist, Spaß“, steht auf dem Veranstaltungsplakat. Die jungen Herakliden demonstrieren kurz vor dem Start ihre Entschlossenheit und lassen die Muskeln spielen.
  • Arek Marud
    VonArek Marud
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Tarzanschreie und Muskelspiele. Die zweitägige Heraklidenschlacht in den Ilmenauwiesen war sagenhafter Spaß, echter Teamgeist und pures Abenteuer.

Uelzen – Mit einer entschlossenen Kampfansage werden die Kinder auf den Hindernisparcours eingestimmt. „Seit anderthalb Jahren jagt uns ein Virus um den gesamten Erdball und verbreitet Angst und Schrecken“, begrüßt Sabine Hilbrecht vom Heraklidenteam in weißem Göttingen-Gewand die Kinder und ermuntert sie, sich von Corona nicht unterkriegen zu lassen. „Heute schlagen wir zurück. Wir lassen uns unseren Sport und unsere Lebensfreude nicht länger nehmen!“, ruft sie. „A-hu, A-hu, a-hu“ schallt ihr der Herakliden-Schlachtruf entgegen.

Wenig später stürzen sich die Kids voller Eifer ins große Abenteuer. Rund 60 junge Sportler haben sich am Sonnabendvormittag (11. September) auf den Ilmenauwiesen eingefunden, wo zum Abschluss der Uelzener Vitaltage mit Angeboten wie Intervalltraining, Tanz & Fitness, Laufen oder Mountainbiking 50 Hindernisse auf sie warten. Kinder und am Sonntag (12. September) dann auch Erwachsene erklimmen Wände, robben unter Tarnnetzen, überwinden Kletter- und Hangelhindernisse und springen über Strohballen. Mit einem 10-Kilogramm-Sack geht es über den Gartenzaun. An Eskaladierwänden werden Autoreifen über die Holzmauer geworfen.

Das A und O sind Teamgeist und gegenseitige Hilfe. Deshalb verzichtet man auf Ergebnisse bei den Kindern und 2021 ausnahmsweise auch auf Resultate bei den Erwachsenen, die zusätzlich den Ratsteich durchqueren. Für die Kinder, die oftmals von den Eltern begleitet werden, zu gefährlich. Auf sie wartet dafür die Regen-Entwässerungsrinne. Ein Muss, betont Organisator Clemens Simon. „Die Kinder lieben das Wasser.“

Klettern und in Netze greifen in mehreren Wellen. Die Lernäische Hydra (Schlange) war eines der interessantesten Hindernisse, die hier Enni Drengemann (links), Jakob Reimer (am Boden) und Lena Reimer (oben rechts) überwinden.

Eine Woche hatten Helfer für den Aufbau benötigt. Ein Riesenaufwand für vergleichsweise wenig Starter. Am Sonntag sind noch einmal 140 Erwachsene im Einsatz. Cheforganisator Simon war’s trotzdem wert. „Das ist Herzblut. Uelzen ist prädestiniert dafür, weil wir schöne Wasserhindernisse haben.“

Und doch ist in diesem Jahr coronabedingt alles deutlich kleiner. Die zur Wiederbelebung in den Blickpunkt gerückten Ilmenauwiesen entpuppen sich als Top-Ausweichquartier für eine Heraklidenschlacht, um zugleich für den grünen Standort vor den Toren der Innenstadt zu werben. „Das ist der Sinn, dass man die schönen Ilmenauwiesen aktiviert. Hier kann man so viel draus machen“, schwärmt Simon.

Lob gibt es für das DRK, das seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. „Mega tolle Gastgeber. Mein Team hat schon gesagt, hier wollen wir immer her“, ist Simon begeistert. Die Kinder sind es sowieso. Einige von ihnen springen sogar freiwillig in Rasenpfützen, die das Gewitter nachts hinterlassen hatte. Vereinzelt sind Tarzanrufe zu hören. Fans und Streckenposten sind im Dauer-Anfeuerungsmodus. Sogar das Fernsehteam von RTL Nord dreht einen Beitrag.

Am 16. Januar 2022 kommen viele hart gesottene zur Eisschlacht wieder. Dann soll Corona wieder der Kampf angesagt werden...

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