Werder Bremen siegt mit 21:0 beim TuS Ebstorf

Die Fußball-Bundesliga zu Gast in Uelzen

Fußballer zieht den Ball ab
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Der frühere Teutonia-Spieler Olaf Rose im Werder-Trikot zieht mit seinem starken linken Bein ab, der Ball knallt an die Unterkante der Torlatte. Ex-Nationalspieler und Fußball-Schlitzohr Manfred Burgsmüller (rechts) beobachtet die Aktion.
  • Bernd Klingebiel
    vonBernd Klingebiel
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Werder Bremen reist mit voller Kapelle im Klosterflecken Ebstorf an. „Und so spielten sie auch“, erinnert sich Jan Jäkel an den legendären Testspielauftritt des damaligen Tabellenfünften der Fußball-Bundesliga am 11. Juli 1987 im Ebstorfer Tannenworth. 0:21! Halbzeitstand 0:14! Noch viel deutlicher als das deutliche 1:15 von 1982 an gleicher Stätte.

Uelzen/Landkreis – Früher war alles besser. Sagt der Volksmund. Zumindest war früher alles irgendwie anders. Sagt ein Blick in die AZ-Archive. Die Fußball-Bundesliga gastierte fast regelmäßig zu Freundschaftsspielen im Landkreis Uelzen. Teil 1: Werder Bremen siegt mit 21:0 in Ebstorf.

Manfred Burgsmüller schreibt fleißig Autogramme für die jungen Fans in Ebstorf.

„Eckhard Buchholz hat uns gerettet“

Das Torespektakel war am nächsten Tag auch der „Bild am Sonntag“ einen kleinen Artikel wert, weiß Jäkel, der seine Mannschaft trotz der 21 Gegentreffer noch ziemlich glimpflich davonkommen sieht: „Eckhard Buchholz hat uns gerettet.“

Der Schlussmann des TuS Bodenteich ist einer von fünf höherklassigen Gastspielern in Reihen des Kreisligisten TuS Ebstorf und wird neben Klaus Giza und Udo Skibowski eingewechselt. Und in der Tat ist Buchholz „trotz der sieben Gegentore, die auch er kassierte, der beste der drei eingesetzten Torhüter“, urteilt die AZ im anderthalbseitigen Montagsbericht.

Jan Jäkel sieht nur die Hacken von Frank Ordenewitz. „Ich habe versucht, ihn zu foulen, aber er war zu schnell“, erinnert sich der Ebstorfer Kicker.

Im Waldstadion klingelt es nicht nur im Tor der Gastgeber, sondern auch in der Vereinskasse. „Da war kein Wald mehr, da waren nur Menschen“, erinnert sich Jäkel an das Zuschauerspektakel. 2237 Fans wollen den nächsten deutschen Meister von der Weser bewundern. „Die schrieben vor und nach dem Spiel fleißig Autogramme“, lobt Jäkel den volksnahen Bundesligisten.

Rehhagel: Uelzener Olaf Rose „hat Talent“


Oliver Reck und Vereinsrekordspieler Dieter Burdenski stehen je eine Halbzeit im Bremer Kasten. Davor spielen fast ausschließlich spätere Werder-Legenden wie Gunnar Sauer, Bruno Pezzey, Jonny Otten, der spätere Weltmeister Günter Herrmann, Thomas Schaaf, Mirko Votava, Uli Borowka, Benno Möhlmann, Norbert Meier, Karl-Heinz Riedle, Manni Burgsmüller, Frank Ordenewitz – und auch: Olaf Rose aus Uelzen! Werder-Coach Otto Rehhagel bescheinigt dem von der SV Teutonia gekommenen und auch späteren Spielertrainer des TSV Bienenbüttel im Gespräch mit TuS-Förderer Helmut Müller und der AZ „Talent“. Und erklärt, „dass Rose zur Zeit noch nicht erste Wahl ist“. In Ebstorf überzeugt der nach der Pause eingewechselte Uelzener immerhin, erzielt zwei Treffer. Rose wird sich letztlich bei Werder aber nicht durchsetzen können.

Torwart und Gastspieler Eckhard Buchholz riskiert Kopf und Kragen gegen Werders späteren Weltmeister von 1990, Günter Herrmann.

Norbert Meier trifft in die Winkel, wie er will

Jan Jäkel bekommt es in der Partie mit bereits ausgebufften Profis zu tun. Seine Gegenspieler sind Frank („Mach ‘et, Otze!“) Ordenewitz und bei Standards das Sprungwunder „Air“ Riedle. „Ich habe versucht, Ordenewitz zu foulen, aber er war zu schnell“, lacht Jäkel.

Und Riedle? Der pfeift auf Jäkels Wunsch: „Ich habe ihm gesagt, er soll nicht so hoch springen.“ Nutzt aber nichts. Der Neuzugang von Blau-Weiß Berlin trifft drei Mal ins Ebstorfer Gehäuse.

Manni Burgsmüller schnürt einen Viererpack


Die weiteren Tore teilen sich Schlitzohr Burgsmüller (4), Ordenewitz (2), Sauer (2), Rose (2), Otten und der sechsfache Torschütze Meier. Er ist der auffälligste Akteur auf dem Rasen. Jäkel: „Norbert Meier traf, wie er wollte in die Winkel.“ Ein Eigentor von Uwe Klingenberg rundet das Ergebnis zum 0:21 ab. Der Bodenteicher gehört wie Buchholz, Wrestedts Wolfgang Fleske, Teutonias Stefan Schirrmeister und Rosches Peter Meyer zu den besagten Verstärkungen, die sich der TuS Ebstorf für diese Partie an Land gezogen hat.

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