Reservespieler füllen den Kader

FC Oldenstadt in der Krise: Verein zieht Team aus der Fußball-Kreisliga ab

Mannschaftsfoto mit vielen geweißten Gesichtern.
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Aus dem Kader der 1. Herren, mit dem der FC Oldenstadt in die letzte Saison der Heide-Wendland-Liga startete, sind nur noch Florian Tonn (oben), Torwart Pascal Mnich, Miles Dreher (sitzend rechts) übrig; auf dem Foto fehlen die dem FCO ebenfalls treugebliebenen Finn-Jasper Rutkowski und Christopher Stach. Auch Betreuer Andreas Mnich macht weiter.
  • Bernd Klingebiel
    VonBernd Klingebiel
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Für den FC Oldenstadt ist es die wohl schwerste Krise seiner 46-jährigen Vereinsgeschichte. Der Klub muss mangels Spielern seine 1. Herren aus der Heide-Wendland-Liga nehmen und die Reserve auflösen. In der nächsten Saison soll ein aus beiden Mannschaften gemischtes Team in der 1. Kreisklasse sein Glück versuchen.

Uelzen-Oldenstadt – Der sportliche Gesichtsverlust des ehemaligen Bezirksligisten und dreimaligen Uelzener Kreispokalsiegers (zuletzt 2017) beschleunigte sich in den vergangenen Jahren. Trainer André Kobus, der im Herbst zum SV Eddelstorf abwanderte, musste zur letzten Saison wegen eines dünn besetzten Kaders abermals den nackten Abstiegskampf ausrufen. Der FCO bestätigte die düstere Prognose mit Rang zwölf und nur vier Punkten aus acht Spielen. Dann kamen die Corona-Unterbrechung und die Annullierung der Saison.

Aus dem Ligakader wollen lediglich Kapitän und Keeper Pascal Mnich, Finn-Jasper Rutkowski, Christopher Stach, Miles Dreher und Florian Tonn beim FCO weitermachen, listet der Betreuer und stellvertretende Vorsitzende Andreas Mnich auf. Mit André Völz stoße noch ein Rückkehrer vom TSV Suhlendorf hinzu. Weshalb aber der Rest des Teams dem Klub den Rücken kehrt, sei nicht an einem konkreten Grund festzumachen, sagt Mnich. „Das ist die Entwicklung im Fußball.“

„Aus der 2. Herren haben elf Spieler ihre Bereitschaft signalisiert“

Das halbe Dutzend übrig gebliebener Liga-Spieler soll sich nun mit Kickern aus der damit aufgelösten Reserve (3. Kreisklasse) zu einem neuen Team finden. „Aus der 2. Herren haben elf Spieler ihre Bereitschaft signalisiert“, erklärt Mnich.

Absage in Oldenstadt, Zusage in Ostedt: Trainer Martin Lübkert.

Der FCO zieht sich zur Saison 21/22 aus der Heide-Wendland-Liga zurück, weil die neue 1. Herren im Kreisoberhaus nicht konkurrenzfähig sein werde. Die einzige Herrenmannschaft des Vereins wird eine Etage tiefer in der 1. Kreisklasse spielen. Dass aber auch dort kein Zuckerschlecken auf den FCO warte, ist den Verantwortlichen bewusst. Mnich: „Wir schauen nach vorn. Aber es müssen alle mitziehen!“

Auch die Trainerfrage ist in Oldenstadt wieder vakant. Martin Lübkert, der bereits im Januar seinen Wechsel vom SV Holdenstedt an den Kanal bekannt gemacht hatte, ist wegen der personellen Kapriolen in Oldenstadt am letzten Montag von seinem Vorhaben abgesprungen (Bericht im Hintergrund-Kasten). Der FCO befindet sich damit erneut auf Trainersuche: „Ziel ist eine externe Lösung“, erklärt Betreuer Andreas Mnich. Seit dem Kobus-Weggang führen die Spieler Finn Rutkowski und Pascal Mnich das Team.

Trainer Martin Lübkert: Vom FCO zum SVO

Am Ende waren ihm die Spielerabgänge beim FC Oldenstadt dann doch zuviel. Martin Lübkert wird seinen Posten als Trainer des 1. Herren des FC Oldenstadt nicht antreten. Der Noch-Holdenstedter gegenüber der AZ: „Es gibt keine sportliche Perspektive.“ Lübkert hatte am Jahresanfang erklärt, das Team als „interessante und auch schwierige Aufgabe“ auch dann zu übernehmen, falls es den Klassenerhalt verpassen und in der 1. Kreisklasse spielen sollte. Daran habe er sich auch halten wollen. Lübkert: „16 bis 18 Spieler hätten wir aber haben müssen.“ Ein knappes Dutzend sei übrig geblieben. In seinen Krisengesprächen mit dem Verein sei nie davon die Rede gewesen, den Kader mit den Spielern der 2. Herren aufzufüllen, sondern erst nach seiner Absage.

Der SV Ostedt hat unterdessen schnell reagiert und Lübkert als Nachfolger des ausgeschiedenen Trainers Olaf Bode verpflichtet. Der 53-Jährige, der in Bad Bodenteich wohnt, freut sich auf die Aufgabe bei dem Verein aus der 2. Kreisklasse. Der SVO verfügt über zwei Herrenmannschaften und eine Dritte in Spielgemeinschaft, gilt als ambitioniert mit großer Kameradschaft und genieße Rückhalt im gesamten Dorf. Lübkert: „Ich habe immer gesagt, dass mir die Spielklasse egal ist. In Ostedt stimmt alles im Drumherum.“

Weitere Hoffnung liegt im eigenen Nachwuchs. Die U18-Spieler sollen eingebunden werden und können zumindest teilweise bereits nach dem Jahreswechsel für die Herren spielen. Aber auch dieses Nachwuchsteam ist nicht frei von Sorgen. Es hat sich zur nächsten Saison aus der Bezirks- in die Kreisliga zurückgezogen. Trainer Finn-Jasper Rutkowski: „Grund ist ein ausgedünnter Kader.“

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