Torgarant des Lüneburger SK Hansa:

Der Ex-Eddelstorfer Malte Meyer zählt zu den besten Stürmern der Fußball-Regionalliga Nord

Stürmer Malte Meyer (Lüneburger SK Hansa, 17) akrobatisch beim Torschuss, schießt auf das Tor von Werder-Keeper Belal Halbouni
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Der Überflieger: LSK-Stürmer Malte Meyer kann’s auch akrobatisch. Per Seitfallzieher schießt er gegen Werder II aufs Tor.
  • Arek Marud
    VonArek Marud
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Im Frühjahr 2020 schoss er in der Bezirksliga alles in Grund und Boden. Mittlerweile zählt der Ex-Eddelstorfer Malte Meyer zu den Top-Stürmern der Fußball-Regionalliga Nord.

Eddelstorf/Lüneburg – „Dass ich mich so entwickele, hätte ich mir nicht erträumen können“, wundert sich der Torgarant des Lüneburger SK Hansa über seine Hinrunden-Quote.

Neue Kraft tanken und eine aus persönlicher Sicht furiose Hinrunde sacken lassen. Meyer kann nach einem sehr aufregenden Halbjahr vor Weihnachten ein wenig durchpusten. „Vier Mal Training plus Spiel. Dazu dieses schlechte Wetter. Da freut man sich, die Beine hochzulegen“, berichtet er. Den Freiraum genießt er noch bis zum Trainingsstart am 14. Januar. Den Sport kriegt er trotzdem nicht aus dem Kopf. „Eigentlich liegen die Fußballschuhe schon zu lange im Keller.“

Zehn Tore schoss Meyer in 18 Spielen, bereitete zwei weitere vor. Eine außergewöhnliche Quote für einen Spieler, der bis Sommer 2020 in der Bezirksliga für seinen Heimatklub SV Eddelstorf spielte und dort trotz des Saisonabbruchs Torschützenkönig mit 26 Treffern wurde. In 19 Spielen.

Jetzt liegt er mit zehn Treffern an Position drei der Torjägerliste. Inzwischen aber drei Spielklassen höher und bei einem Klub, der selten trifft und gegen den Abstieg spielt. Die beiden Führenden, Justin Njinmah und Tim van de Schepop (je 14 Treffer), haben es da deutlich einfacher in Diensten des Tabellenzweiten Werder Bremen II. „Ich bin sehr, sehr zufrieden“, freut sich Meyer über seine Top-Quote. Auch wenn vier Strafstöße dabei waren. „Aber auch die muss man erst mal machen“, sagt er trotzig.

Die Jubelfaust: Malte Meyer erzielte zehn von 15 Lüneburger Toren.

Der 23-Jährige hat längst den Durchbruch beim LSK geschafft und zählt zu den Leistungsträgern. Einiges ist antrainiert. Anderes scheint angeboren. „Was mich auszeichnet, ist der Torriecher. Instinkt kann man sich nicht antrainieren.“ Physis, Taktik, Durchsetzungsvermögen sehr wohl. „Wenn du vier Mal in der Woche mit Spielern auf Regionalliga-Niveau trainierst, bist du gezwungen, in jedem Training alles zu bringen und verbesserst dich viel schneller.“

Auch der Wechsel vom Landesligisten MTV Treubund Lüneburg, wo Meyer zu selten glänzen konnte, nach Eddelstorf entpuppte sich als richtige Entscheidung. Er reifte bei seinem Heimatverein, übernahm Verantwortung und blühte vom ersten Tag an auf. „Der Wechsel nach Eddelstorf war wichtig für mich.“ Bis heute schaut Meyer beim SVE zu, wenn die Punktspiele nicht miteinander kollidieren.

Es ist wie in der Arbeitswelt. Wenn der Chef auf dich baut, bringst du automatisch gute Leistungen.

Malte Meyer über das Vertrauen, das ihm Trainer Qendrim Xhafolli schenkt

Auch LSK-Trainer Qendrim Xhafolli, unter dem Meyer schon in der A-Jugend-Regionalliga trainierte, hat großen Anteil an Meyers Fortschritten. „Es ist wie in der Arbeitswelt. Wenn der Chef auf dich baut, bringst du automatisch gute Leistungen.“

Apropos: Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann studiert Meyer in Lüneburg seit Sommer Wirtschaftspädagogik und will Berufsschullehrer werden. Oder vielleicht doch Fußballprofi? „Generell fühle ich mich sehr wohl in Lüneburg. Langfristig ist es mein Ziel, den nächsten Schritt zu machen.“ Konkrete Anfragen gebe es nicht. „Ich möchte mich damit jetzt nicht beschäftigen, weil der Fokus darauf liegt, mit Lüneburg die Klasse zu halten“, betont der Torjäger. Den Ligaverbleib bezeichnet Meyer denn auch als sein primäres Ziel: „Wenn wir den richtigen Flow bekommen, bin ich ganz optimistisch, dass wir gute Chancen haben.“ Persönlich wäre er nach den ausstehenden zehn Spielen über „15 bis 20 Tore glücklich“.

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