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„Das war die beste Zeit meines Lebens“

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Von: Aron Sonderkamp

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Leon Schulz mit der Bronzemedaille.
Der größte Erfolg seiner Karriere: Bei den World-Masters im Brazilian Jiu-Jitsu in Las Vegas sicherte sich der gebürtige Uelzener Leon Schulz Bronze. © Privat

Der gebürtige Uelzener Leon Schulz bei der Brazilian Jiu-Jitsu-Weltmeisterschaft in Las Vegas die Bronzemedaille.

Las Vegas/Uelzen/Frankfurt – Seit er ein kleiner Junge war, ist Leon Schulz vom Kampfsport begeistert. Als der gebürtige Uelzener erstmals mit Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) in Kontakt kam, zog ihn die Sportart sofort in seinen Bann. Jetzt, mit 31 Jahren, gelang ihm bei der Weltmeisterschaft in Las Vegas der größte Erfolg seiner Karriere – er holte die Bronzemedaille.

„Regelrecht fasziniert“

Bereits in jungen Jahren widmete sich Schulz dem Kampfsport. „Ich habe mich dafür schon als Kind interessiert und mit Karate angefangen“, erzählt er. Im Studium in Braunschweig fing Schulz dann mit Boxen und Thaiboxen an, eher er zu Mixed-Martial-Arts schwenkte. „Im BJJ war ich sofort drin. In der ersten Einheit habe ich mit einem 110-Kilo-Kerl trainiert. Ich war immer eher ein dünner Typ, aber mit der richtigen Technik hatte ich ihn sofort auf dem Rücken. Das war regelrecht faszinierend.“

Alles für den Sport

Zuliebe des Sports zog es den mittlerweile ausgebildeten Physiotherapeuten nach Frankfurt am Main. „Da gibt es ein sehr gutes Gym. Ich trainiere dort im Kingdom mit meinem Coach Jan Basso.“ Dort gibt der Ex-Uelzener auch selbst Stunden. Denn obwohl der Sport kommerzialisiert ist, reicht es für Europäer damit nicht zum Lebensunterhalt, erklärt Schulz. „In den USA kann man davon leben, hier ist es eine Passion. Ich versuche, den Sport zu popularisieren, damit es in Zukunft auch in Europa wie in den USA ist.“

So arbeitet Schulz zudem als Health-Coach, beispielsweise für Firmen. „Ich bin selbstständig. Ich kann also selbst entscheiden, was ich für meine Rente weglege. Das ist eben gerade Null, das geht alles für den Sport drauf. Das ist auch im Moment so in Ordnung, weil ich BJJ liebe. Aber mein Traum ist es, dass das Ganze in Zukunft anders ist.“

Für seine große Leidenschaft ging Schulz bereits fünf Wochen vor der WM in Las Vegas mit seinem Trainingspartner Antonio Fierro nach New York, um sich entsprechend vorzubereiten. „Wir waren dort in einem der besten Gyms der Welt. Mit meinen 31 Jahren war das die beste Zeit meines Lebens. Man lernt einfach nie aus. Wir haben sieben Tage die Woche immer zwischen vier und fünf Stunden trainiert“, betont rekapituliert Schulz.

An den Wochenenden, wenn mal etwas weniger Schwitzen angesagt war, kam er dazu, die Stadt zu besichtigen. „Wir waren dann im Modern Art Museum, beim One World Trade Center oder mal im Kino.“ Ablenkung muss sein!

Größter Erfolg

Die Stunden im Gym zahlten sich aus. Drei Wochen vor den World-Masters gewann der Wahl-Frankfurter die International Open in New Haven und sicherte sich so einen Platz in der zweiten Runde der Weltmeisterschaft. Dort zwang er Felipe Andres Navarrete Teuber zur Aufgabe. In der dritten Runde musste Schulz „maximale Anstrengung“ aufwenden, um Michael Karayiannis auszuschalten. Gegen Andrei Hunko dominierte der 31-Jährige, ehe ihn sein Kontrahent in einem Aufgabegriff fixierte. Der Braungurt aus Uelzen hielt jedoch bis zum Kampfende aus und sicherte den Sieg.

Im Halbfinale war gegen Franklin J. Ramsey jedoch Schluss. „Ich hatte eigentlich fünf, sechs gute Aktionen, habe sie aber alle nicht ganz durchgeführt. Er hat eine von seinen zwei genutzt und gepunktet.“ Dennoch gilt für Schulz: „Ich bin zufrieden. Das war mein größter Erfolg bisher.“ Immerhin war es seine erste WM in der Masters-Klasse (ab 30 Jahren). 2019 war er als Blaugurt und Adult (bis 30) gestartet. Jetzt widmet sich Leon Schulz der Zukunft: „Ich will den Sport weiter groß machen.“

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