Uelzens Torjäger (2): Teutonias Mittelstürmer Philipp Hatt hat den Spaß wiederentdeckt

„Dann gelingt fast alles“

Philipp Hatt (rechts) und das gegnerische Tor, das passt nach der letzten Seuchensaison in dieser Spielzeit wieder zusammen. Teutonias Mittelstürmer erzielte mit starken Leistungen fünf Tore in fünf Partien.
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Philipp Hatt (rechts) und das gegnerische Tor, das passt nach der letzten Seuchensaison in dieser Spielzeit wieder zusammen. Teutonias Mittelstürmer erzielte mit starken Leistungen fünf Tore in fünf Partien.

Uelzen – Er hatte sich im Sommer sogar schon abgemeldet. Er hatte nach der monatelangen Corona-Zwangspause mit dem letztendlichen Saisonabbruch das Gefühl, ohne Fußball „nicht wirklich viel zu vermissen. Die Lust war nicht mehr da“, sagt Philipp Hatt.

Er hat es als Signal verstanden: „Ich muss pausieren!“.

„Die Tore freuen mich für ihn und für uns“

Teutonia Uelzens Mittelstürmer wunderte sich jedoch über sich selbst: „Ich bin ein Fußballfanatiker, kann davon nicht genug bekommen.“ Er überdachte seine geplante Auszeit, machte auf dem Absatz kehrt. „Die richtige Entscheidung“, sagt er rückblickend.

Hatt führt in der laufenden Saison 20/21 die Torjägerliste beim Uelzener Landesligisten an. Fünf Treffer in fünf Spielen. Fast die Hälfte aller Teutonia-Tore geht auf das Konto des Neuners. Er ist trotz der geringsten Anzahl an Spielen gemeinsam mit dem Lüneburger Tim Franke aktuell die Nummer zwei in der Qualifikationsstaffel 1.

„Hattsche hat in den bisherigen Partien überragende Leistungen gebracht und sich mit den Toren selbst belohnt“, schätzt Trainer Benjamin Zasendorf die Qualitäten des Angreifers, der in der Abbruchssaison 19/20 noch viel mit sich und einer Knöchelverletzung gehadert und es beim Fast-Absteiger in 14 Einsätzen lediglich auf vier Treffer gebracht hatte.

Als 18-Jähriger aus dem eigenen Nachwuchs gekommen, debütierte Hatt in der Oberliga-Saison 15/16 bei den Männern. Er schoss im Abstiegsjahr ein Tor. In der Landesliga stellte er fortan seinen Torriecher unter Beweis. Ihm gelangen in den folgenden Spielzeiten elf, 20 und 19 Buden.

Vom Corona-Blues war in den bisherigen Spielen der Qualifikationsrunde bei Hatt nichts mehr zu spüren. Zasendorf: „Die Tore freuen mich für ihn und für uns. Viel entscheidender sind allerdings seine Leistungen gewesen. Er arbeitet auf dem Platz für sich und für das Team, ohne sich in den Vordergrund zu stellen.“

Hatt profitiert vom starken Saisonauftakt gegen den VfL Westercelle, bei dem ihm auf Anhieb zwei Treffer zum 4:0-Heimsieg gelangen. „Spaß und Selbstmotivation waren wieder da“, fühlte sich der 23-jährige Student wieder pudelwohl auf dem Rasen.

„Er hat einen gesunden Ehrgeiz entwickelt“

Zasendorf bestätigt: „Man merkt ihm deutlich den Spaß an der Sache an, was für ihn und für uns wichtig ist.“ Hatt sei „in der Mannschaft als Typ und als Führungsspieler hoch angesehen“, sein Wort habe auf und neben dem Platz Gewicht. Zasendorf: „Er hat einen gesunden Ehrgeiz entwickelt.“

Die gute Form habe der Goalgetter „sicherlich auch seiner hohen Trainingsbeteiligung“ zu verdanken. Sie ist mit die höchste im Team. Der Coach: „Trotz seines jungen Alters ist Philipp bereits ziemlich komplett, hat einen guten Abschluss, eine gute Technik und ein gutes Kopfballspiel.“ Hatt selbst sieht seine Trefferquote als das Ergebnis „guter Teamleistungen“ und freut sich über das zu ihm zurückgekehrte „Stürmerglück“.

Coronabedingte Spielverlegungen, die Positiv-Testung eines Mitspielers und der November-Lockdown haben Teutonia allerdings aus dem Rhythmus geworfen. „Es fällt nicht leicht, sich in dieser Phase auf Fußball zu konzentrieren“ sagt Hatt. Er weiß, dass abhängig von guten Läufen sind. „Dann gelingt fast alles.“ Aber ein paar Spiele Pause, ein paar ohne eigenen Treffer, ein paar vergebene Großchancen – und das Tief ist da.

Zasendorf: „Philipp weiß, dass er weiter an sich arbeiten muss. Eine gute Serie zu spielen, ist ordentlich, aber diese Leistungen dauerhaft zu bestätigen, ist schwieriger. Wir alle würden uns natürlich wünschen, dass er diese Form konservieren und seine Leistungen in den kommenden Spielen fortführen kann.“

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