CORONA-KRISE Kompletter Stillstand im Uelzener Fußball

Nichts läuft mehr

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Bis mindestens zum 23. März rollt bei den Amateurkickern in Niedersachsen kein Ball; auch das für den heutigen Sonnabend angesetzte Landesliga-Derby zwischen SV Emmendorf und Teutonia ist damit abgesagt. Foto: B. Klingebiel

Der Sport im Landkreis Uelzen und der gesamten Region kommt vollständig zum Erliegen. Jetzt haben auch die Fußballer ihren Spielbetrieb wegen der Corona-Krise vorerst eingestellt.

VON BERND KLINGEBIEL

Uelzen/Landkreis – Erst verkündete der Handball in Niedersachsen die komplette Aussetzung seines Spielbetriebs, dann folgten Basket- und Volleyball, Tischtennis. Sogar der Schachsport zog unverzüglich nach. Und ganz zum Schluss kam gestern Mittag der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV).

Bis zuletzt hatte er versucht, den Spielbetrieb irgendwie aufrecht zu erhalten. Der Heide-Wendland-Kreis hatte die Austragung von Punktspielen in seinem Zuständigkeitsbereich noch am Donnerstagabend sogar unter eine Freiwilligkeit gestellt (AZ berichtete).

„Das wird schon schwierig genug“

Jürgen Stebani (Melbeck), Vorsitzender des Verbandsspielausschusses, hatte aber schon da ein mulmiges Gefühl beschlichen: „Wir wollen versuchen, die Saison einigermaßen vernünftig zu Ende zu bringen. Das wird schon schwierig genug“, erklärte er in Interviews.

Gestern Mittag zog der NFV dann endlich die Notbremse: Aussetzung des Spielbetriebs vorerst bis einschließlich zum Montag, 23. März. Die verfügte Zwangspause gilt für alle Staffeln abwärts der Oberliga, für alle Altersklassen und Veranstaltungsformate auf dem Rasen und in der Halle.

Davon ist natürlich auch das Landesliga-Derby zwischen dem SV Emmendorf und Teutonia Uelzen betroffen, das am Sonnabend angepfiffen werden sollte. Der SVE-Vorsitzende Thomas Kellmer „steht aus Solidarität mit den älteren Mitmenschen und Menschen mit Vorerkrankungen hinter dieser Entscheidung“. Zudem entfielen jetzt „lästige Einzelfallentscheidungen, und jeder Verein hat jetzt die gleichen Voraussetzungen“. Teutonia-Boss Jens Zasendorf stimmt zu: „Ich habe dafür vollstes Verständnis aufgrund der momentanen, doch kritischen Lage.“

Freundschaftsspiele ebenfalls betroffen

Die Unterbrechung des Spielbetriebs in ganz Niedersachsen ist das Ergebnis einer kurzfristig einberufenen NFV-Präsidiumssitzung. „Die sehr dynamische und kurzfristige Lageentwicklung bei der Verbreitung des Corona-Virus hat zu einer Neubewertung in Bezug auf die derzeitige Durchführung des Fußballspielbetriebes im Verantwortungsbereich des NFV geführt“, erklärte Präsident Günter Distelrath. Mit der Aussetzung des Spielbetriebes will der Verband helfen, die Verbreitung der Lungenkrankheit bestmöglich einzudämmen.

Neben den angesetzten Partien des regulären Spielbetriebs sind auch Freundschaftsspiele von der Generalabsage betroffen. Zudem empfiehlt der NFV seinen Vereinen, den Trainingsbetrieb einzustellen und bittet seine Vereine, aktiv zu prüfen, ob es Spielerinnen, Spieler und Funktionäre in ihren Mannschaften gibt, die in den vergangenen 14 Tagen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind.

In den kommenden Wochen will der NFV die Entwicklungen intensiv beobachten und sorgfältig prüfen, inwieweit eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes in Einklang mit den Empfehlungen und Vorgaben der maßgeblichen Behörden möglich ist. Rechtzeitig vor dem 24. März will er eine Neubewertung zum Umgang mit dem Spielbetrieb veröffentlichen.

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