Der Vielseitigkeitsreiter kämpft am Wochenende um das Tokio-Ticket

Erste Fünf-Sterne-Prüfung: Christoph Wahler will sich in Luhmühlen Olympiatraum erfüllen

Ein Reiter im Anzug läuft neben seinem Pferd.
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Bereit für das große Fünf-Sterne-Abenteuer: Christoph Wahler mit Carjatan S am Mittwoch bei der CCI5*-L 1. Verfassungsprüfung in Luhmühlen.
  • Arek Marud
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Wochenende der Entscheidung. Vielseitigkeitsreiter Christoph Wahler kämpft bei seiner ersten internationalen Fünf-Sterne-Prüfung in Luhmühlen um die Nominierung für die Olympischen Spiele.

Medingen/Luhmühlen – Wahler hofft insgeheim darauf, sich bei dem Vielseitigkeitsturnier den ganz großen Traum zu erfüllen und auf den Olympia-Zug aufzuspringen. Eine Herkulesaufgabe angesichts der ersten Fünf-Sterne-Prüfung seiner Laufbahn. „Es sind einige Top-Leute da. Es wird schwer, nach vorn zu kommen“, will sich der Betriebsleiter des Klosterhofes Medingen nicht unnötig unter Druck setzen.

Wahler hat auf eine Olympia-Nominierung wohl eher Außenseiterchancen. „Es ist alles offen. Aber es ist schon schwer. Man muss realistisch sein. Ich freue mich aber, dass man infrage kommt“, sagt er.

„Wir werden kein defensives, sondern ein sehr positives Team nehmen, das von Anfang an auf Sieg reiten wird, damit wir eine Chance haben“, zitiert die Deutsche Presse Agentur (dpa) den Bundestrainer Hans Melzer. „Die Nationen liegen alle so dicht zusammen. Wir versuchen, Reiter mitzunehmen, die auch Einzelmedaillen holen können.“

Für seine Premiere bei der Fünf-Sterne-Prüfung verzichtet Wahler extra auf die Teilnahme an den deutschen Meisterschaften (Vier-Sterne-Prüfung), die ebenfalls an diesem Wochenende in Luhmühlen ausgetragen werden. Er ist zuversichtlich. Sein Pferd Carjatan S sei gut drauf und habe bei zwei vorherigen Prüfungen überzeugt.

Nicht zu unterschätzen ist der Faktor Austragungsort. Luhmühlen ist so etwas wie Wahlers zweites Zuhause. Dort trainiert er seit vielen Jahren, bestreitet Wettkämpfe und war häufig auch als Zuschauer vor Ort. „Es ist ein überragendes Turnier. Ich kenne das Gelände seit Kindestagen.“ Von einem Heimvorteil will Wahler trotzdem nichts wissen. „Es ist für alle Deutschen ein Heimspiel, weil die Reisebelastung für die Pferde gering ist.“

Am heutigen Freitag geht es mit der Dressur los. Am Sonnabend folgt das Gelände, zum Abschluss kommt das Springen am Sonntag. Zuschauer sind in Luhmühlen coronabedingt nicht zugelassen!

Wegen der Auswirkungen der Pandemie verzichten die meisten britischen Reiter auf einen Start bei diesem traditionsreichen Vielseitigkeits-Turnier. Das Starterfeld bleibt hochkarätig. Neben den deutschen Vielseitigkeits-Assen haben unter anderem Belgien, Schweden, Polen, Holland und die Schweiz gemeldet. „Das Feld ist kleiner, aber mit hoher Qualität bestückt. Es ist schon schwer, nach vorn zu kommen“, findet Wahler.

Olympia-Kandidaten: Acht stehen auf der Longlist, nur vier dürfen mit nach Tokio

Die AG Spitzensport des Ausschusses Vielseitigkeit des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei (DOKR) hat Wahler und sieben weitere Topleute auf die sogenannte Longlist für die Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 8. August) gesetzt. Nach Luhmühlen wird die Shortlist erstellt. Nur drei Reiter plus ein Reservist dürfen nach Japan reisen.

Fehlen wird Ingrid Klimke. Die zweimalige Team-Olympiasiegerin hat mit den Folgen ihres Sturzes mit Nachwuchspferd Cascamara Ende Mai bei einem Turnier in Baborówko in Polen zu tun. Die 53-Jährige musste am Brustkorb operiert werden.

Erste Anwärter auf die Olympia-Plätze sind der dreimalige Olympiasieger Michael Jung aus Horb und die ehemalige Doppel-Weltmeisterin Sandra Auffarth (34) aus Ganderkesee. Dazu kommt Julia Krajewski (32) aus Warendorf, die nach dem Ruhestand ihres Erfolgspferdes Samourai du Thot in der elfjährigen Stute Amande de B’Neville eine Nachfolgerin hat. Auch Andreas Dibowski (55) aus Döhle hat als Routinier mit Corrida gute Aussichten.

Die Longlist:

Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Let’s Dance und Viamant du Matz.

Andreas Dibowski (Döhle) mit FRH Corrida.

Michael Jung (Horb) mit fischerChipmunk FRH und fischerWild Wave.

Julia Krajewski (Warendorf) mit Amande de B’Neville.

Sophie Leube (Hamm) mit Jadore moi.

Dirk Schrade (Heidmühle) mit Casino.

Anna Siemer (Salzhausen) mit FRH Butt’s Avondale.

Christoph Wahler mit Carjatan S.

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