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Team-Weltmeister! Christoph Wahler gewinnt Gold in der Vielseitigkeit

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Von: Arek Marud

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Reiter winken auf dem Siegerpodest mit Blumen ins Publikum.
Die deutschen Vielseitigkeitsreiter Sandra Auffarth, Julia Krajewski, Bundestrainer Peter Thomsen, Christoph Wahler und Michael Jung freuen sich nach der Team-Goldmedaille bei der Siegerehrung (von links). © Friso Gentsch/dpa

Ein Weltmeister aus Bad Bevensen! Christoph Wahler mit Carjatan vom Klosterhof Medingen hat am Sonntag bei der Vielseitigkeits-WM im italienischen Pratoni del Vivaro Gold mit der Mannschaft geholt.

Rocca di Papa/Bad Bevensen - „Das ist unfassbar“, konnte es der WM-Debütant Wahler kaum glauben. „Ich kann es noch gar nicht fassen.“ Dabei hatte seine Premiere am Donnerstag mit einem enttäuschenden Auftritt in der Dressur begonnen. Doch dann steigerte sich der Bad Bevenser. Als erster von 89 Reitern hatte er am Sonnabend in Italien die Geländestrecke ohne Hindernis-Fehler absolviert. Der 28 Jahre alte WM-Debütant kassierte in Rocca di Papa lediglich 9,6 Strafpunkte wegen Überschreitung des Zeitlimits, wählte eine eher vorsichtige Reitweise und nahm dadurch die Zeitfehler in Kauf. „Ich hatte die Verantwortung für die Mannschaft, den sicheren Weg zu gehen“, erklärte er hinterher.

Am Sonntag absolvierte Wahler eine souveräne Nullrunde im Springen mit seinem glänzend aufgelegten Pferd Carjatan S, blieb bei 42,2 Minuspunkten und erreichte in der WM-Einzelwertung den 22. Platz. „Das war für mich ein super Abschluss. Das Pferd ist fantastisch gesprungen, und ein gutes Pferd lässt den Reiter glänzen. Es war überragend, es hat so viel Spaß gemacht. Wir haben auch noch ganz viele Tipps bekommen von unseren Trainern und den anderen Reitern und ich habe das dann auch ganz gut umsetzen können“, sagte er gegenüber der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.

Die Buschreiter haben die Bilanz der deutschen Reiterei im Jahr 2022 kräftig aufpoliert und dürfen sich nun in aller Ruhe auf Olympia 2024 in Paris vorbereiten. Es war beim Amtsantritt des neuen Bundestrainers Peter Thomsen der erste WM-Titel für die deutsche Vielseitigkeit seit 2014. „Ihr seid klasse“, rief Thomsen seinem siegreichen Team zu.

Der zum deutschen Team gehörende Michael Jung als erfolgreichste Vielseitigkeits-Reiter der Welt fühlte sich hin- und hergerissen. Er verpasste den Doppel-Coup, weil er als Führender in das abschließende Springen gegangen war, aber acht Strafpunkte kassierte und mit Chipmunk noch auf Rang fünf zurückfiel.

Dafür holte Tokio-Olympiasiegerin Julia Krajewski mit Mandy nach starker Dressur und famosem Geländeritt Einzel-Silber. Sandra Auffarth aus Ganderkesee mit Viamant kassierte im Springen zwölf Strafpunkte und lieferte das Streichergebnis des deutschen Teams.

Ins Schwärmen geriet Jung hingegen, wenn er über seine Mannschaft sprach. „Das ganze Team ist toll“, lobte der Multi-Champion. „Ehrlich gesagt habe ich die ganze Woche daran geglaubt, dass es klappen kann“, sagte er zur Aufholjagd nach schwachem ersten Tag, als Deutschland auf Platz sieben lag. am/kl/dpa

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