Archivperlen: Fußball-Bundesliga in Uelzen

Der Torjubel gegen Eintracht Braunschweig raubt Sören Hillmer den Atem

Zwei Fußballmannschaften laufen auf
+
Mit angespannten Mienen betreten die Bienenbütteler den Rasen zum Jubiläumsspiel gegen Eintracht Braunschweig; die Gäste starten mit der Partie in die Vorbereitung auf die Zweitligasaison 2011/12, in der sie Achter werden und im DFB-Pokal den Bayern mit 0:3 unterliegen.
  • Bernd Klingebiel
    vonBernd Klingebiel
    schließen

Die Szene muss Sören Hillmer immer und immer wieder schildern: „Ich komme zirka 40 Meter vor dem Braunschweiger Tor an den Ball. Doppelpass mit Sturmpartner Artur Brzezinski. Plötzlich bin ich im Sechszehner frei vor dem Eintracht-Torwart und schiebe den Ball flach ins Tor. 1:1. Der Rest ist Jubel!“

Bienenbüttel - Früher war alles besser. Zumindest war früher alles anders. Sagt ein Blick in die AZ-Archive. Die Fußball-Bundesliga gastierte regelmäßig zu Freundschaftsspielen im Landkreis. Heute in der Bundesliga-Serie der AZ-Archivperlen: das besondere Abschiedsgeschenk von und für Bienenbüttels Trainer Sören Hillmer.

Der Abend des 14. Juni 2011 bleibt dem ehemaligen Trainer der Grün-Weißen auf ewig unvergessen. Jubiläumsspiel zum 100-jährigen Vereinsjubiläum gegen den Zweitligaaufsteiger Eintracht Braunschweig. Das letzte Match überhaupt für Sören Hillmer mit dem TSV, den er in dieser Saison in die Landesliga geführt, aber nicht in der Klasse hat halten können.

Besonderes Spiel, besonderer Abschied: Sören Hillmer (rechts) gegen Braunschweigs Marc Pfitzner.

Große Kulisse, gutes Wetter. Drei Jahre nach Beendigung seiner aktiven Fußballerzeit bekommt Hillmer im Sturm einen Startelf-Einsatz gegen die Löwen. Hillmer: „Den Zeitpunkt meiner Auswechslung durfte ich zum Glück selbst bestimmen.“ Nach seinem Ausgleichstreffer ist für ihn der ideale Moment gekommen. „Schnell bat ich bei Coach Andi Blümke um meine sofortige Auswechslung. Denn besser konnte es nicht mehr werden, und die Luft wurde schon dünn. Ich hatte mich beim Torjubel wohl etwas verausgabt.“

Sören Hillmer trägt das TSV-Trikot bis tief in die Nacht

Torschütze Sören Hillmer dreht jubelnd ab.

Das Ziel, beim Zwischenstand von 1:1 den Platz zu verlassen, erreicht Hillmer allerdings nicht. Die Braunschweiger antworten direkt mit dem erneuten Führungstreffer. Hillmers Laune trübt das nicht: „Danach durfte ich unter großem Applaus vom Spielfeld gehen.“ Für ihn kommt der TSV-Neuzugang Jaroslav Detko auf den Rasen.

Hillmer, heutiger Coach des Landesligisten MTV Treubund Lüneburg: „Es wurde noch ein sehr langer Abend, an dem ich das Trikot des TSV bis tief in die Nacht trug. Ich bin dem TSV Bienenbüttel und seinen damaligen Verantwortlichen sehr dankbar für diesen unvergesslichen Abschied.“

Für die Eintracht ist es das erste Vorbereitungsspiel auf die neue Saison. Trainer Torsten Lieberknecht setzt den gesamten Kader ein und tauscht zur Halbzeit fast komplett durch. „Wir wollten uns mal hier in der Region zeigen. Es war für das erste Spiel eine ordentliche Leistung“, erklärt er nach dem Schlusspfiff.

Torschütze Sören Hillmer versinkt in der Traube seiner jubelnden Mitspieler.

Die Löwenstädter feiern an diesen Pfingstsonnabend vor 665 Zuschauern nicht nur einen 12:1 (5:1)-Sieg, sondern bejubeln auf dem Rasen in Bienenbüttel auch ihr Traumlos in der ersten Runde des DFB-Pokals, das ihnen den FC Bayern München beschert.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare