Autor Albrecht Breitschuh: Buchvorstellung „Zobel. Ein Glückskind des Fußballs“

Einblicke in die Welt des großen Fußballs: Autorenlesung mit und über Rainer Zobel

Rainer Zobel unterschreibt im Restaurant im Beisein von Zuhörern Bücher.
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Rainer Zobel signiert die Bücher für interessierte Fans und Zuhörer.
  • Ulrich Bleuel
    VonUlrich Bleuel
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Vergnüglicher Abend mit vielen Anekdoten: Autor Albrecht Breitschuh las bei Teutonia Uelzen im Sportpark Königsberg aus seinem Buch „Zobel. Ein Glückskind des Fußballs“.

Uelzen - Viel hätte nicht gefehlt und Uelzens erfolgreichster Fußballer hätte sein Fußballer-Leben beim SC 09 Uelzen II austrudeln lassen. Jugendnationalspieler Rainer Zobel kickte als 17-Jähriger in der 1. Herren des Uelzener Traditionsvereins, hatte allerdings mit Richard Hornburg auch einen kompromisslosen Trainer, der Zobel vor einem Spiel bei einem Discobesuch erwischte und ihn in die Zweite verbannte. Als Kreisligist wurde er dennoch in die Nachwuchsnationalmannschaft berufen.

Ganz zufällig sei er Berufsfußballspieler geworden, erzählte Rainer Zobel bei der Vorstellung des Buches „Ein Glückskind des Fußballs“ im Teutonia-Clubheim (Restaurant Mati). „Im richtigen Moment immer am richtigen Ort gewesen und die richtigen Leute getroffen“, schmunzelte er und ist insofern auch mit dem Titel des Buches voll einverstanden.

Geschrieben hat es der Hörfunk- und Sportjournalist Albrecht Breitschuh, der bei der Veranstaltung Passagen vorlas und Höhepunkte aus dem Spieler- und Trainerleben Zobels schilderte. Teutonias Ehrenvorsitzender Gerhard Kuhring hatte diese Lesung arrangiert.

Werder Bremen und der Hamburger SV wollten den Uelzener haben. Udo Lattek aber vermittelte ihn zu Hannover 96. „Die haben so viele Blinde, da spielst du immer.“ In seinen ersten beiden Bundesligajahren verpasste Zobel nur zwei Spiele, bevor ihn Lattek 1970 zu den Bayern holte, wo er sich schnell unentbehrlich machte und sechs Jahre zu den Stammspielern zählte.

Feiern, trinken, rauchen

In einer lockeren Runde gab die Bayern-Legende Einblicke in die Welt des großen Fußballs. „Es waren andere Zeiten“, erinnerte der 72-Jährige. „Es wurde unter den Profis bei Siegen mehr gefeiert, getrunken und auch die Zigarette durfte nicht fehlen.“

Fußball und Feiern oder Feiern und Fußball. Das ging bei Zobel immer. „Die Kreismeisterschaft mit den Teutonia-Altherren habe ich genauso genossen wie den Gewinn des Europapokals der Landesmeister gegen Atlético Madrid damals in Brüssel.“ Man nimmt es ihm ab.

Abitur statt Weltmeisterschaft

Neben dem Spaß am Fußball holte Zobel beim FC Bayern das Abitur nach. „Vormittags zur Schule und nachmittags zum Training.“ Das Reifezeugnis war ihm wichtiger als die Fußball-WM 1974. Der damalige Bundestrainer Helmut Schön wollte den Bayernspieler in seinen Kader berufen. Zobel verzichtete und wurde Abiturient. Deutschland wurde Weltmeister.

Mit seiner Trainertätigkeit bei Al Ahly Kairo avancierte er nach drei Meisterschaften in Folge in der ägyptischen Hauptstadt zum Volkshelden, befasste sich aber auch mit dem Islam, um Land, Leute und vor allem seine Spieler besser verstehen zu können. Eine deutsche Übersetzung des Korans hatte Zobel durchgearbeitet. Einer seiner Stürmer kam regelmäßig zu spät zum Training mit der Entschuldigung, noch gebetet haben zu müssen. „Arbeiten geht vor Beten“, zitierte Zobel aus dem Koran und hatte einen Spieler mehr pünktlich zum Trainingsbeginn.

Nach mehr als zwei Stunden mussten Lesung und Gespräche ein Ende finden. „Ich hätte noch stundenlang zuhören und Amüsantes erfahren können“, brachte es Kuhring auf den Punkt.

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