TuS-Handballerinnen feiern Völkerverständigung in Göteborg

Bodenteichs globales Gemeinschaftsgefühl

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Für Bodenteichs U16-Handballerinnen und das Betreuerteam ging die Teilnahme am Partille-Cup in Schweden weit über den sportlichen Wert hinaus. In politisch schwierigen Zeiten feierten Teams aus der ganzen Welt ein tolles Fest. „Es war eine Botschaft, die allen aktuellen politischen Unruhen in der Welt entgegensteht“, fanden Inga und Ulf Dittberner (links und rechts im Bild).

ud Göteborg/Bad Bodenteich. Unvergesslicher Trip für die U16-Handballerinnen des TuS Bodenteich. Die mehrtägige Teilnahme am Partille-Cup im schwedischen Göteborg ging weit über den sportlichen Charakter hinaus.

„Dieses Turnier war für alle von uns mehr, als nur ein Sport-Event. Die Vielzahl unterschiedlicher Nationalitäten von allen Kontinenten machte die Fahrt zu einem Erlebnis der friedlichen Völkerverständigung auf sportlicher Ebene“, waren die TuS-Betreuer Inga und Ulf Dittberner von dem Flair begeistert. Der Partille-Cup gilt als das größte Handball-Turnier der Welt.

Schon am ersten Abend mixte sich ein Teil der Bodenteicher Mannschaft beim Hobby-Kicken auf dem Schulhof mit den tschechischen Jungs vom Nachbar-Schultrakt. Untergebracht waren die Handballerinnen neben Tschechen, Norwegern und Schweden in einer Schule im Norden von Göteborg. Um zu den Spielfeldern innerhalb der City zu gelangen, wurde mehrmals am Tag die Göteborger Tram (S-Bahn) genutzt und dabei der herrliche Blick über den Fluss Göta älv genossen.

Gleich am 1. Spieltag mussten die Bad Bodenteicherinnen erfahren, dass ihre skandinavischen Gegner neben starker Ball-/Treffsicherheit auch technisch unschlagbar waren. „Alle norwegischen und schwedischen Teams, mit denen wir gesprochen haben, trainieren mindestens viermal in der Woche“, schildern die Dittberners.

Dennoch gelang dem TuS im vierten Vorrundenspiel ein stark erkämpftes Unentschieden (7:7) gegen das norwegische Team aus Osterøy. Zwei der sechs Spiele wurden sogar live übertragen. Ulf Dittberner: „So konnten uns Eltern und Freunde aus der Ferne die Daumen drücken und mitfiebern.“

Sie mussten aber auch mit ansehen, wie sich das Team beim Spiel gegen Linje5 aus Norwegen mit den extrem klebrigen Handbällen schwer tat, denn skandinavische Teams fangen breites früh in der Jugend an, ordentlich in den „Backetopf“ zu greifen.

Neben dem großen Gemeinschaftsgefühl steigerten alle Spielerinnen im Verlauf des Turniers ihren Einsatzwillen und versuchten kämpferisch dagegen zu halten.

Ein besonderes Highlight der Woche war die Eröffnungsfeier im Scandinavium mit circa 22000 (!) Teilnehmern. Dort präsentierten sich rund 50 Nationen aus aller Welt und zogen ähnlich wie bei einer Olympiade in das Stadion ein. Für die Bad Bodenteicher ein emotionaler Moment in unruhigen politischen Zeiten: „Es war ein Schauspiel, das uns von der Tribüne aus sehr berührte. Denn der Blick in die freudigen Gesichter der Spieler und Spielerinnen aus Kenia, Bangladesch, Mexiko, Brasilien, China brachte ein globales Gemeinschaftsgefühl hervor, das wie eine Botschaft allen aktuellen politischen Unruhen in der Welt entgegensteht.“

Auf der Rückfahrt gab es eine unvergessliche Begegnung in der S-Bahn mit einer U12-Mädchenmannschaft aus Taichung (Taiwan). Diese staunte gewaltig über die Bodenteicher Gesangskünste. „Für die war es wohl ganz neu, dass man in einer Straßenbahn fröhliche Partylieder singen kann. Die schwedischen Erwachsenen im hinteren Abteil ließen sich auf jeden Fall von unseren Gils anstecken und sangen nach kurzer Zeit die deutschen Stimmungslieder lauthals mit“, berichtet Dittberner, der den Schweden-Trip als eine unvergessliche Erfahrung bezeichnete: „Neben einem sportlich höchst ambitionierten Handballereignis stand für uns das multikulturelle Erlebnis, bei dem sich Bekanntschaften auf und außerhalb des Spielfeldes gebildet haben, im Fokus.“

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