Fußball: Neu-Teutone macht Kumpel und Ex-Mitspieler Tim Struwe den Wechsel von Hannover 96 schmackhaft

Bertram besser als Diego und Naldo

Schaut nach oben, vor allem aber nach vorne: Tim Struwe will verletzungsfrei bleiben und mit Teutonia durchstarten. Foto: Marud

Uelzen. Seit Tagen baggern Naldo und Diego an Luiz Gustavo von den Bayern. Wolfsburgs Profis versuchen, ihren brasilianischen Landsmann von einem Wechsel zu den Wölfen zu überzeugen. Auch der Neu-Teutone Malte Bertram schrieb einige SMS.

An seinen Kumpel und Ex-Mitspieler Tim Struwe. Und er hatte Erfolg. Der 19-Jährige wechselt von der U19-Mannschaft von Hannover 96 zum Uelzener Landesligisten.

Die Freude ist auf beiden Seiten groß. Teutonias Trainer Frank Heine hat einen Spieler dazu gewonnen, der in den vergangenen vier Jahren über 100 Spiele für die B- und A-Jugend von Hannover 96 in der Bundesliga Nord/Nordost absolviert hatte. „Wenn du so einen Spieler bekommen kannst, sollte man sich bemühen. Wer so lange für 96 gespielt hat, ist mit Sicherheit kein schlechter Mann“, sagt Heine.

Auch Struwe ist erleichtert, dass der Wechsel geklappt hat. Endlich eine positive Meldung. Denn hinter ihm liegt eine Horror-Saison. Im Sommer 2012 zog er sich eine schwere Syndesmoseband-Verletzung zu und fiel zwölf Wochen aus. Kaum wieder genesen, folgte der nächste Schock im Januar 2013. Wadenbeinbruch. Wieder drei Monate Pause. Der Traum von einer weiteren Karriere in der U23 von Hannover 96 erfüllte sich nicht. „Ich habe keinen Anschlussvertrag bekommen“, erzählt der sympathische und offene Struwe, der sich zuletzt bei der Vereinigung der Vertragsfußballspieler fitgehalten und nach einem neuen Verein Ausschau gehalten hatte. Dann wechselte sein Kumpel Malte Bertram zu Teutonia. Der Rest ist bekannt...

Teutonia und Struwe: Das scheint zu passen. Der Neuzugang, der am liebsten vor der Abwehr spielt, wohnt in unweit entferntem Hermannsburg, wo er mit dem Fußball auch angefangen hatte und will ab Herbst in Hannover Wirtschaftswissenschaften studieren. Mit seinem neuen Klub hat er einiges vor. „Teutonia ist ein ambitioniertes Team, das etwas reißen will.“

Heine erhofft sich einiges von seiner jüngsten Neuerwerbung. „Er hat durch seine Qualitäten Vorteile gegenüber anderen. Man muss aber auch die Kirche im Dorf lassen. Tim hat keinen Freifahrtsschein und fängt wie jeder andere auch bei Null an.“ Dem bescheidenen Struwe kommt diese Ansage recht. „Wenn ich gebraucht werde, bin ich bereit.“ Nur nicht überdrehen, lautet sein Motto nach den schweren Verletzungen. „Ich habe lange genug über meine Karriere nachgedacht. Jetzt will ich einfach nur Spaß haben und erfolgreich sein.“

Ob Struwe am Mittwoch in der 2. Runde des Bezirkspokals beim MTV Barum dabei sein kann, steht noch nicht fest. Bis gestern Abend fehlte noch die Spielberechtigung.

Von Arek Marud

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