80:91: Heide Knights sind noch kein Spitzenteam

Beim „Marathon“ vorerst abgehängt

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Endlich wieder am Ball: Hassan Salim gab nach doppeltem Muskelfaserriss sein Comeback. Er erzielte gegen die TSG Bergedorf neun Punkte und staunte zugleich über die TSG-Wurfstärke.

Ebstorf. Riesenenttäuschung, Riesenernüchterung: Die für viele als Topfavorit gestarteten Ebstorf Heide Knights haben einen weiteren Rückschlag im Titelrennen kassiert und waren gegen die TSG Bergedorf chancenlos.

Lange Gesichter bei den Ebstorf Heide Knights nach der zweiten Heimniederlage dieser Saison.

Das 80:91 (48:47) war die zweite Niederlage im dritten Heimspiel der 2. Basketball-Regionalliga. Sie schmerzte doppelt, weil die Ebstorfer erneut einem Meisterschaftsanwärter und wieder in der Defensive unterlagen. Schon gegen Bramfeld gab‘s ein 85:100 – zu viel für den erhofften Meistertitel. Genau das hatten viele nach der Sommer-Verstärkung durchs Team Heide erwartet. Der hochgradig enttäuschte Spielertrainer Leo Niebuhr musste hinterher feststellen, „dass wir an das Niveau von Bramfeld und Bergedorf noch nicht heran kommen“ – ein Zwischenstand, aber kein Aufgeben: „Es ist noch nichts verloren. Es ist ja kein Sprint, sondern ein Marathon.“ Ebstorf (4.) hat auf das Spitzenduo Bergedorf und Hamburg-West (beide ein Spiel mehr) vier Zähler Rückstand und ist mit Bramfeld punktgleich.

Nach einem 20:26 im ersten Viertel führten die Heide Knights zur Pause mit 48:47, gerieten aber nach einer Reihe von TSG-Distanzwürfen mit 65:75 in Rückstand. Das dritte Viertel musste wegen eines falsch aufgeschriebenen Zwischenergebnisses für Minuten unterbrochen werden, da die Bergedorfer mit 67:59 und nicht wie protokolliert mit 64:61 führten. Die Gastgeber verkürzten von 70:80 auf 77:80 – es folgte der „Schlüsselmoment“ (Niebuhr).

Ein verwandelter Drei-Punkte-Wurf mit Foul, der Bergedorf zwei Freiwürfe plus Ballbesitz und sieben Zähler (!) mit einem einzigen Angriff bescherte (77:87), war der vorzeitige K.o. „Bergedorf war in allen Sachen einen Tick besser, abgezockter und aggressiver“, gestand Niebuhr, dessen Team sich bei Rückschlägen zu schnell aus dem Konzept bringen lässt. „Wir schaffen es nicht, unsere Regeln/Linie durchzuziehen.“

Auch Hassan Salim staunte über Bergedorfs Wurfstärke: „Was die getroffen haben...“ Nach langer Verletzungspause und dem im ersten Saisonspiel wieder aufgebrochenen, doppelten Muskelfaserriss sorgte er mit fünf Punkten in Folge für Spannung kurz vor Schluss, ist aber nach eigenem Bekunden erst bei 70 Prozent. Auch das gesamte Team hat Leistungsreserven, fand Salim: „Wir sind noch nicht bei 100 Prozent, das Potenzial ist da. Uns fehlt der letzte Schritt und das geht durch Training, Training, Training.“

Von Arek Marud

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