Zwischen Ehrgeiz und Realität: TVU-Trainer sucht nach der Goldenen Mitte

Behrens lernt den Spagat

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TVU-Trainer Lasse Behrens will sich etwas bremsen, fordert aber weiterhin viel von seinen Spielern.

Uelzen. In der Vorwoche übte er noch heftige Kritik. Nun rudert Lasse Behrens ein wenig zurück. Der Trainer des Handball-Landesligisten TV Uelzen will sich in der Goldenen Mitte positionieren.

Einen so nachdenklichen und sich selbst hinterfragenden Lasse Behrens hat man schon lange nicht mehr erlebt. „Ich bin nicht der Typ, der sich mit Sachen zufrieden gibt. Niederlagen machen mich mürbe und ich werde sehr schnell ungeduldig“, spielt er auf die 25:27-Niederlage beim MTV Eyendorf II an, wo auf sein Team hinterher deftige Kritik einprasselte.

Vor dem Auswärtsspiel am heutigen Sonnabend ab 19.15 Uhr bei SVT Uelzen/Salzwedel (8.) gibt sich der vom Ehrgeiz getriebene Coach versöhnlicher und verständnisvoller. „Mir muss bewusst werden, dass das hier ein Hobby ist und kein Beruf. Das kenne ich anders. Denn für mich war das früher ein Beruf“, sagt der Ex-Profi. Ein Schmusekurs ist mit Behrens aber nicht zu machen: „Trotzdem hat man mich hier als Trainer engagiert und der Sache möchte ich gerecht werden.“

Den Frust über das unnötig verlorene Spiel bekamen seine Spieler beim Training zu spüren. „Ich habe die Zügel angezogen.“ Statt Fußball zum Aufwärmen gab’s Medizinbälle und Läufe satt. „Ich war einfach sauer und enttäuscht“, schüttet Behrens sein Innenleben aus, um sich dann wieder vor sein Team zu stellen. „Ich bin auch realistisch und sehe die Erfolge dieser Mannschaft. Doch von Fortschritten ohne Sieg können wir uns am Saisonende nichts kaufen.“ Der Coach fordert mehr Verantwortung auf und neben dem Spielfeld, muss heute aber auf Matthias Gießmann verzichten („ein harter Schlag“).

Mit 6:16 Punkten ist der TVU weit von den eigenen sportlichen Vorstellungen entfernt und muss als Tabellendrittletzter um den Klassenerhalt bangen.

Von Arek Marud

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