Bezirksliga: TuS-„Leichtgewicht“ blüht nach Verletzungspech auf

Bodenteichs Kramüller: Beflügelt von zwei Wetten

Der Bodenteicher Sven Kramüller (links) räumt mit seiner robusten Art so manch einen Gegenspieler aus dem Weg und ist nach zwei Kreuzbandrissen auf dem besten Weg, wieder ganz der Alte zu werden. Fotos: Marud
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Der Bodenteicher Sven Kramüller (links) räumt mit seiner robusten Art so manch einen Gegenspieler aus dem Weg und ist nach zwei Kreuzbandrissen auf dem besten Weg, wieder ganz der Alte zu werden. Fotos: Marud

Bad Bodenteich – Er hat einen Riesenschuss, aber auch ein Riesen-Verletzungspech. Nach zwei überstandenen Kreuzbandrissen kann Sven Kramüller endlich seine gefürchteten Freistöße abfeuern.

Gleich zwei Wetten haben dem bulligen Abwehrspieler des Fußball-Bezirksligisten TuS Bodenteich das Comeback erleichtert.

Der Ehrgeiz ist wieder da. Sven Kramüller hat sich nach langer Leidenszeit mühsam auf den Platz zurückgekämpft. Im Mai 2016 riss sich der 22-Jährige das Kreuzband im linken Knie und feierte dank großer Anstrengung im März 2017 sein Comeback. Im Oktober 2018 der zweite Schock. Wieder Kreuzbandriss. Dieses Mal rechts. Ein Tiefpunkt. Die Reha verlief schleppend: „Ich hatte keine Motivation und habe weniger für mein Knie getan“, erzählt er im AZ-Liga-Talk. Trotz des Comebacks im August 2019 lief es nicht rund, bis Bodenteichs Co-Trainer Max Sbielut dem Pechvogel mit einer Wette aus dessen Tief verhalf. Bis zum Saisonstart 2020/21 sollte Kramüller zehn seiner 115 Kilogramm Körpergewicht verlieren. Der Einsatz: 50 Liter Bier. Nach nur sieben Wochen hatte es Kramüller im Sommer gepackt. Nun läuft die zweite Wette bis Saisonende. Gleicher Einsatz und noch mal fünf Kilo runter.

Kramüller fühlt sich durchs Intervallfasten und die Umstellung auf gesunde Ernährung fitter. „Ich bin nicht mehr so erschöpft und inzwischen bei 103,2 Kilogramm.“ Das zahlt sich aus. Mehrfach stand er in der Startelf, beim 2:2 gegen Suderburg erstmals über 90 Minuten.

Seine Robustheit tut der Bodenteicher Defensive sehr gut: „Das brauchen wir in der Kette. Sven ist aber auch eine Bereicherung im Aufbauspiel“, berichtet Björn Schwichtenberg. Der Coach schwärmt auch von Kramüllers rechter Klebe. „Sein Schuss ist unglaublich.“ Die Flugkurve sei unkonventionell und unberechenbar.

Doch Kramüller kann mehr, sieht sich erst bei 80 Prozent. Er feilt am Timing bei hohen Bällen, vermisst noch Sicherheit im Spiel und holt konditionell auf. Angst vor weiterer schwerer Verletzung hat er nicht. „Dann könnte ich keinen Fußball mehr spielen.“

Am Sonntag (14 Uhr) beim Spiel gegen den TuS Neetze wird er trotzdem wieder auf die Zähne beißen müssen. Seit acht Wochen bereiten ihm Sprunggelenksprobleme Sorgen. „Ich kann nur mit Tape spielen.“

VON AREK MARUD

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