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SC 09 Uelzen zaubert nur auf eigenem Platz und bleibt hinter den Erwartungen

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Von: Arek Marud

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Zweikampf im Mittelfeld mit einem Spieler am Boden.
Der SC 09 Uelzen (Mitte Alaa Bouzan) tut sich auswärts schwer. In Wriedel (am Boden Philipp Grunwald) gab es eine von sechs Niederlagen. © Immo de la Porte

Besondere Spiele, unvergessliche Momente, Stärken und Schwächen. In der AZ-Serie Team-Check blicken nun Kapitäne der Uelzener Teams aus der 1. Kreisklasse auf das bisherige Abschneiden ihrer Mannschaften zurück. Heute: Fidan Iseni vom SC 09 Uelzen.


Uelzen – Der Kreisliga-Absteiger der letzten Saison blieb einiges schuldig. Statt um den Titel mitzuspielen, sind die Fischerhöfler Tabellensiebter mit zehn Punkten Rückstand auf den zweiten Aufstiegsplatz. Schuld daran ist die miserable Auswärtsbilanz (nur acht Punkte). Daheim aber holte der Sportclub 25 von 27 möglichen Zählern.

Das hat gut geklappt

Geduld und Ruhe zeichneten die Mannschaft aus, auch wenn sie wieder mal reihenweise gute Torchancen auslässt, sagt Iseni. „Wir bleiben ruhig, werden nie hektisch und drehen nicht durch, auch wenn wir kein Tor schießen. Früher war das eine Katastrophe“, erinnert sich der Sportclub-Kapitän. „Es wird nach vergebenen Chancen nicht mehr gemeckert. Manchmal sind wir zu ruhig.“ Die Uelzener mögen es offenbar spektakulär. Bloß keinen „Langen Hafer“, flachst Iseni. „Wir versuchen immer, Tiki-Taka zu machen. Das klappt aber nicht immer in dieser Liga.“

Ein Fußballer treibt den Ball am Fuß.
Fidan Iseni vom SC 09 Uelzen. © Lüer, Marcus

Das geht besser

Neben der schwachen Auswärtsbilanz bleibt die Konstanz die Achillesferse des SC-Spiels. Ein hausgemachtes Problem, findet Iseni: „Wir unterschätzen sehr oft die schlechteren Mannschaften, sehen dafür gegen bessere Teams gut aus. Ein Kopfproblem. Außerdem machen wir zu wenig Tore, obwohl wir gefühlt zehn 100-prozentige pro Spiel haben.“ In Sachen Fair Play herrscht ebenfalls Nachholbedarf. Der SC ist mit Abstand Liga-Schlusslicht mit 45 gelben Karten, drei Mal Gelb-Rot und zwei Mal Rot.

Das besondere Spiel

Der 3:2-Sieg beim Tabellenführer SC Kirch-/Westerweyhe löste aus doppeltem Grund ein Feuerwerk der Gefühle aus, erinnert sich Iseni an einen emotionalen Auftritt. Nach einem Blitz-Feldverweis (8.) spielte der Ex-Kreisligist fast über die volle Distanz zu zehnt. Unbändige Moral und Kampfbereitschaft brachten aber den Sieg, der sich auch deshalb so gut angefühlt habe, weil es gegen Ex-Trainer Harald Voigts ging, sagt Iseni. „Das hat Spaß gemacht und hatte uns motiviert. Wir haben ein gutes Verhältnis zu ihm. Er ist ein megaguter Mensch“, schildert der Mannschaftsführer.

Der besondere Moment

Zur Person: Sportclub-Kapitän Fidan Iseni

Alter: 32; Im Verein seit: 2015; Kapitän seit: Sommer 2022; Position: zentrales Mittelfeld; bisherige Stationen: Sperber Veerßen, TSV Niendorf/H.; Ihre Interpretation der Kapitänsrolle: „Ich versuche, ein Vorbild zu sein. Mit Kampf und allem, was ich habe.“

Der Siegtreffer von Djavit Shabanov beim Sieg in Westerweyhe ragt heraus. Er ließ zwei Gegenspieler stehen und lupfte den Ball zum 3:2-Endstand. „Das war Gänsehaut pur. Wir haben alle an der Eckfahne gejubelt“, ist Iseni immer noch begeistert.

Das Besondere an der Mannschaft

Aus einer Mannschaft vieler Einzelkönner sei ein echtes Team geworden. Iseni: „Wir sind füreinander da, haben jetzt keinen herausragenden Spieler mehr. Der Teammix zwischen Jung und Alt passt. Auch beim Training sind wir immer 15, 16 Mann.“

Sportclubs Torjäger

Djavit Shabanov 12 Treffer

Brian-David Stenzel 9

Erbion Paja 6

Andreas Richter 6

Patrick Griffel 4

Der Ausblick

Das Potenzial muss besser ausgeschöpft werden, fordert der Kapitän. „Wir sind besser, als es die Tabelle aussagt. Bis auf die Niederlage gegen Böddenstedt waren alle Gegner schlagbar. Wir müssen gegen die Mannschaften von unten mehr punkten.“ Was Iseni zuversichtlich stimmt: „Wir kennen die Liga jetzt besser. Aber für den Aufstieg sind wir nicht konstant genug.“

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