Auf, auf in die 1. Regionalliga!

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Spielertrainer Leo Niebuhr motiviert sein Team schon jetzt für das Abenteuer 1. Regionalliga: „Wir werden keine Feiglinge sein!“

Ebstorf. Es ist der wohl ungewöhnlichste Aufstieg des Sportjahres. 77 Tage nach dem letzten Saisonspiel haben die Basketballer der Ebstorf Heide Knights das Ticket in die 1. Regionalliga Nord gelöst.

Die Entscheidung, die Staffel auf 14 Teams aufzustocken und damit den Kreisvertreter als Vizemeister der 2. Regionalliga-Nordstaffel und auch den West-Dritten ASC Göttingen durchzuwinken, fiel auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Regionalliga Nord während des DDB-Bundestages und wurde am Sonntagabend veröffentlicht (AZ berichtete).

„Wir haben uns alle wahnsinnig gefreut“, atmete Spielertrainer Leo Niebuhr auf nach einer quälend langen Zeit der Ungewissheit. Mehr als zwei Monate herrschte Rätselraten in der Aufstiegsfrage, niemand konnte Klarheit in das Hickhack bringen. Ebstorfs Spartenleiter Christian Drewes hatte zwischenzeitlich kaum noch Hoffnung. „Die Tendenz ist, dass sie nicht zustimmen werden, weil das viel zu kurzfristig wäre und auch Auswirkungen auf die unteren Spielklassen hätte“, erklärte er bereits Mitte Mai.

Weitere vier Wochen später drängt jetzt plötzlich die Zeit. Die Heide Knights haben gleich gestern mit den Vorbereitungen begonnen auf die erste Saison einer Uelzener Herren-Basketballmannschaft überhaupt in der 4. Liga. Denn in der 1. Regionalliga müssen Auflagen erfüllt sein, die sich fast auf Bundesliganiveau bewegen. Spielfeld-Vergrößerung, Ersatzkorb, der im Notfall innerhalb von 30 Minuten aufgebaut werden kann, neue Foulanzeige, neue Spielfeld-Beklebung, Verschiebung der Körbe nach hinten. Auch ein Stab aus 15 Personen ist vorgeschrieben, um das Spiel mit all seinen Facetten zu protokollieren. Dazu zählt eine doppelte Tischbesetzung am Spielfeldrand und die Erstellung eines 20 bis 25-seitigen Spielprotokolls, in dem unter anderem für jeden Spieler eine Statistik geführt wird: das Scouting.

Niebuhr zweifelt nicht daran, dass der Verein das in gemeinsamer Anstrengung mit den Entscheidungsträgern und der Region packen wird. Vereinsvorsitzender Heiko Senking, der auch Ebstorfs Bürgermeister ist, sagt volle Unterstützung zu: „Wir alle wollen das. Wir wollen den Jungs, dem gesamten TuS und der Region diesen Traum erfüllen“, erklärte er gestern gegenüber der AZ. Das endgültige Go müsse dann aus der Basketballsparte kommen.

Die ist schon jetzt heiß auf das Abenteuer: „Wir werden keine Feiglinge sein, auch wenn es in den ersten Spielen Lehrgeld hagelt“, sagt Niebuhr. Das Team bleibe komplett zusammen, Niebuhr hofft nach der neuesten Entwicklung aber noch auf „namhafte Verstärkungen“. Der Ex-Profi bekomme regelmäßig Spieleranfragen, auch von Amerikanern.

Die Heide Knights werden in ganz Norddeutschland zum Werbeträger, spielen unter anderem auch gegen das Talentteam des achtfachen deutschen Meisters Alba Berlin. Niebuhr: „Das ist eine Chance, die nie wiederkommt!“ Der Vizemeister zieht seinen Optimismus auch daraus, dass er in der letzten Saison den direkten Vergleich mit dem Titelträger TSG Bergedorf gewann. Niebuhr: „Ich traue uns das zu!“

Die Vorbereitung auf die Ende September beginnende Saison läuft eigentlich schon seit dem Abpfiff der alten. Im Mai trainierte Niebuhr dreimal wöchentlich mit den Talenten. Seit Juni sind die bis 30-jährigen Spieler drei Mal in der Woche in der Halle, im Juli steigen die Älteren ein.

Niebuhr hofft mit dem Aufstiegsrecht im Rücken umso mehr, alle Übungseinheiten auch in der Heimstätte an der Fischerstraße absolvieren zu können und hofft, dass der Landkreis dafür grünes Licht gibt. Denn in den Sommerferien soll die Halle wegen Sanierungsarbeiten gesperrt werden. Niebuhr: „Die laufen aber nur im Sanitärbereich.“

Von Bernd Klingebiel

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