Die Angst ist der zwölfte Mann

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Da war’s um Teutonia geschehen: Goslars Filip Sajbidor nutzt eine der dicken Konterchancen und trifft per Kopf zum entscheidenden 2:1 – Roman Razza und Torwart Thorben Reinhardt haben das Nachsehen.

Goslar/Uelzen - Von Bernd Klingebiel. Die achte Punktspielniederlage mit nur einem Treffer Differenz, die siebte Pleite in Folge: Fußball-Oberligist Teutonia Uelzen hat auch am Sonnabend den ersehnten Befreiungsschlag verpasst. Er unterlag beim zuletzt vier Mal in Folge sieglosen SC Goslar 08 mit 1:2 Toren; die Gefahr, schon frühzeitig von den anderen Abstiegskandidaten entscheidend abgehängt zu werden, ist wieder ein Stück gewachsen.

Ein Lichtblick: Der wegen einer Rückenverletzung erst im zweiten Durchgang eingewechselte Danny-Torben Kühn benötigte nur neun Minuten Anlauf. Er glich mit seinem neunten Saisontreffer die SC-Führung durch Filip Sajbidor (5.) zum 1:1 (65.) aus, ehe Goslars Spieler mit der Trikotnummer 18 erneut zur Stelle war und per Kopf auch noch das Siegtor markierte (75.). Trainer Achim Otte vermisste in seinem Team die unbedingte Entschlossenheit, Aktionen zum Abschluss zu bringen – in entscheidenden Situationen habe der Mumm gefehlt; die Angst, Fehler zu machen, ist bei Teutonia der 12. Mann. Otte: „Ich bin es müde zu sagen, aber hier war deutlich mehr drin für uns.“ So nutzte Sajbidor vor dem Führungstreffer einen Moment der Unaufmerksamkeit und löste sich von der Uelzener Hintermannschaft. Beim zweiten Gegentor vertändelte Teutonia den Ball in der gegnerischen Hälfte und lief in einen Konter. Otte: „Beide Treffer waren deutlich zu verhindern.“ Mit Norman Arndt in der Spitze, Stephan Blödorn auf der zentralen Position und Pietro Papa neben Andreas Berg auf der Sechs präsentierte sich die Start-Elf der Uelzener verändert. Die Gastgeber bestimmten mit der frühen Führung und dem Wind im Rücken das Geschehen zunächst eindeutig. Mitte der ersten Halbzeit befreiten sich die Blau-Gelben. Markus Börngen vergab halbherzig seine Torchance, als er den Ball in einer 1:1-Situation verdribbelte. Auch Nicolai Bäsler verpatzte, nachdem Manuel Kraft den Ball – wie tausendfach im Training einstudiert – nach einer Ecke auf den zweiten Pfosten verlängert hatte; Bäsler zielte weit über das Gehäuse (40.). Otte: „Die Abläufe sind da, aber es fehlt an der Entschlossenheit, die Situation für sich durchzubringen.“ In der Schlussminute musste Bäsler mit einer Fußprellung dann auch noch vorzeitig vom Feld. Kühns Tor belohnte die Uelzener kurzzeitig, die in der deutlich offener geführten zweiten Halbzeit ihrem ersten Auswärtspunkt entgegen zu streben schienen. Kühn bot sich sogar die Gelegenheit zum 1:2, doch letztlich hinderte ihn in zentraler Position wohl seine Blessur an einem entschlosseneren Eingreifen. So konterte der GSC über Sajbidor den Siegtreffer heraus.

Tore: 1:0 Sajbidor (5.), 1:1 Kühn (65.), 2:1 Sajbidor (75.) • Teutonia Uelzen: Reinhardt – Oldag, Kraft, Razza, Marks – Berg, Papa (63. Vogel) – Börngen, Blödorn, Bäsler (90. Borchers) – Arndt (56. Kühn); beste Spieler: Berg, Marks; Schiedsrichter: Marian Bodenstedt (TSV Krankenhagen); Zuschauer: 250.

Teutonia Uelzen in Zahlen

• Torschützen: Danny-Torben Kühn (9), Nicolai Bäsler (3), Markus Börngen (2), Francesco Sabatino, Till Marks, Andreas Berg, Theo Vogel (je 1).

• Formkurve: uNnNsNnNnNnN (heim, Auswärts)

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